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Uli Hoeneß kommt am Montag frei.

"Die Zeit gehört ihm und seiner Familie"

Nach Haft: Das Tal will Hoeneß erst einmal "in Ruhe lassen"

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Bad Wiessee - Uli Hoeneß kehrt zurück an den Tegernsee. Spätestens am Montag wird seine Haftstrafe beendet sein. In Bad Wiessee freut man sich – und mancher sieht ihn schon wieder ganz klar auf einem bestimmten Posten.

Einen Tag nachdem für Uli Hoeneß das Urteil fällt, ist auf der Freihaushöhe in Bad Wiessee die Hölle los. Fotografen stehen sich vor Hoeneß Haus unweit des Restaurants Freihaus Brenner die Beine in den Bauch, Journalisten warten auf den Moment. Jeder will nur eines: ein Foto oder ein paar Worte von der FC Bayern-Legende, die nun so tief gefallen ist. Drei Jahre wegen Steuerhinterziehung von 28,5 Millionen Euro. Statt Worte gibt es für die Presse Bratwürstel. Hoeneß lässt sie verteilen. Fast zwei Jahre ist das jetzt her. 

Am kommenden Montag – vielleicht auch schon früher, das weiß keiner genau – wird Uli Hoeneß aus der Haft entlassen. Wie erwartet vorzeitig. Wenn er dann nach Hause an den Tegernsee fährt, ist es nicht das erste Mal, seit er im Juni 2014 einrücken musste. Der einstige Bayern-Präsident hatte schon einige Zeit an den Wochenenden Freigang. Doch diesmal kommt er zurück in die endgültige Freiheit. Und auch diesmal dürfte der ein oder andere Fotograf bereit stehen.

Noch ist es ruhig auf der Anhöhe in Bad Wiessee. „Keinen Menschen“ hat Jupp Brenner, Wirt des Freihauses Brenner und langjähriger Hoeneß-Freund, die vergangenen Tage hier oben gesehen. Ob er denn einen Medienrummel erwarte? „Keine Ahnung.“ Brenner gibt sich zugeknöpft. Kann man verstehen. Uli Hoeneß soll jetzt erst einmal Freiheit und Familie genießen dürfen. 

So sieht es auch Bürgermeister Peter Höß. „Ich hoffe, dass man ihn und seine Frau jetzt erstmal in Ruhe lässt“, sagt der Rathaus-Chef auf Nachfrage. Damit könnte man Uli Hoeneß und seiner Familie derzeit den größten Gefallen tun. Der Rathaus-Chef schätzt den wohl prominentesten Bürger seiner Gemeinde und dessen Ehefrau Susi sehr. Erst an Weihnachten hatte das Promi-Paar nach Rücksprache mit dem Rathaus die in Wiessee lebenden jugendlichen Flüchtlinge aus dem Haus Rheinland zu einer gemeinsamen Weihnachtsfeier eingeladen – und die Burschen reich beschenkt. Das soziale Engagement Hoeneß’ für Bürger und Vereine in seinem Heimatort habe „nie aufgehört“, sagt Höß. Er hoffe, dass der 64-Jährige von einem Medienrummel, wie es ihn bei seinem Haftantritt gab, diesmal verschont bleibe. „Die Zeit gehört ihm und seiner Familie – sonst niemandem.“ 

Andreas Radler, Vorsitzender des FC Bayern-Fanclubs Bayernfreunde Tegernseer Tal, hegt dagegen zwei Wünsche. Erstens: Uli Hoeneß soll irgendwann endlich Ehrenmitglied werden. „Doch jetzt wollen wir ihn erst einmal in Ruhe lassen.“ Wie lange, das überlasse man Hoeneß. „Er wird sich schon melden.“ Und Wunsch Nummer zwei: Hoeneß soll wieder auf den Präsidentensessel des FC Bayern. Zuletzt wurde viel spekuliert, ob der 64-Jährige nicht lieber seinen Ruhestand am Tegernsee genießt. Radler jedenfalls sieht ihn wieder ganz oben an der Bayern-Spitze.

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