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Der langgestreckte Personaltrakt neben dem Hotel wird nun offiziell umgewidmet.

Kohler muss einiges investieren

Hotel Bussi Baby am Tegernsee: Bauausschuss stimmt zu - Eröffnung schon im Sommer?

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Die Umbenennung des früheren Wiesseer Kirchenwirts in Hotel Bussi Baby sorgt für viel Gesprächsstoff. Jetzt musste der Bauausschuss mitreden - und zwar über die Umbaupläne von Korbinian Kohler.

Bad Wiessee – Für Hotelier Korbinian Kohler gibt es derzeit viel zu tun in seinem aktuellsten Neuerwerb. Er muss den Wiesseer Hof vom Keller bis zum Dach renovieren. Allein beim Thema Brandschutz ist vieles nachzuholen, das zweite Obergeschoss durften die vorigen Pächter, Familie Würtz, daher gar nicht für Gäste anbieten. Wegen des enormen Investitionsstaus hatten sie das Handtuch geworfen, dann schlug Kohler zu.

Mit dem mutigen Namen Bussi Baby, den Kohler für sein neues Hotel ausgesucht hat, sorgt er rundum für Gesprächsstoff, ja Geläster. Und auch bei der Sitzung des Wiesseer Bauausschusses konnten sich viele ein Schmunzeln nicht verkneifen, als der Wiesseer Hof Thema war. „Wer jetzt Sensationelles erwartet, wird allerdings enttäuscht“, dämpfte Bauamtsleiter Helmut Köckeis die Hoffnungen, als er in das Thema einstieg. Schließlich ging es nur um den Bauantrag zur brandschutztechnischen Ertüchtigung sowie für verschiedene Nutzungsänderungen auf dem Grundstück an der Sanktjohanserstraße. „Herr Kohler muss enorm nachrüsten“, sagte der Bauamtsleiter. Die vielen Details ersparte er dem Bauausschuss, es steht aber fest, dass sich die nötigen Brandschutzmaßnahmen durchs ganze Haus ziehen. Offenbar ist eine Architektin engagiert, die sich nur diesem Thema widmet.

Im Mittelpunkt stand jedoch der lange, dreistöckige Gebäuderiegel, in dem seit jeher das Hotelpersonal wohnt. Bisher sei dieser Trakt für touristische Nutzung gewidmet gewesen, erklärte Köckeis. Kohler möchte den Bau daher offiziell für Personalzimmer widmen. Die etwa 25 Zimmer, bisher ohne Bad und WC, sollen umgebaut werden und auch Mitarbeitern des Hotels Bachmair Weissach als Domizil dienen. Von der Gemeinschaftsküche und dem Personal-Spa, von dem Kohler gesprochen hatte, war bei der Sitzung allerdings nicht die Rede.

Bernd Kuntze-Fechner (SPD) fand die offizielle Umwidmung in Ordnung. Er wollte aber festhalten, dass die Gemeinde grundsätzlich Wert auf die auch künftig touristische Nutzung lege. Für Kurt Sareiter (CSU) waren der Umbau und die Nutzung als Personal-Zimmer ebenfalls nachvollziehbar. „Die Zimmer waren ohnehin in schlechtem Zustand.“ In ihrem einstimmigen Beschluss bekundeten die Mitglieder, dass sie mit dem Antrag einverstanden sind, da dies den Betrieb aufwerten werde. Zudem seien städtebauliche Belange nicht betroffen.

Was die Umbauten im Hotel betrifft, so werden diese die Gemeinde vermutlich zu einem späteren Zeitpunkt erneut beschäftigen. Das Dachgeschoss, in dem sich bisher eine Privatwohnung befand, soll umgebaut werden. Ein „High-End-Bettenlager“ schwebt Kohler hier vor. „Die genauen Unterlagen dafür fehlen aber noch“, sagt Köckeis auf Nachfrage. Zudem muss Kohler bei seinen Umbauten Rücksicht nehmen auf die Privatwohnung von Familie Steiger, der früheren Besitzerin. Sie darf angeblich bis Ende des Jahres im Haus bleiben. Kohler indes will sein neues Bussi Baby, ein Drei-Sterne-Superior-Hotel für junge, fleißige, sportliche, hippe und feierlustige Gäste schon im Sommer wiedereröffnen.

gr

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