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Wo einst das Hotel Lederer und die alte Spielbank standen, soll das 5-Sterne-Hotel der Familie Strüngmann entstehen.

Architekturbüro aus Mexiko hat Pläne bereits verfeinert

Positiver Beschluss im Gemeinderat: Strüngmann-Hotel am See nimmt die nächste Hürde

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In Sachen Strüngmann-Hotel hat der Wiesseer Gemeinderat Nägel mit Köpfen gemacht. Am Donnerstag brachte er das Bebauungsplan-Verfahren auf den Weg. Der Architekt aus Mexiko hat die Pläne bereits verfeinert.

Bad Wiessee Die Vertreter von Strüngmanns Firma Athos sind sichtlich darum bemüht, Gemeinderäte und Öffentlichkeit frühzeitig auf ihre Reise mitzunehmen. Im übervollen Sitzungssaal präsentierte Athos-Architekt Urs Fridrich eloquent die neuen Entwürfe des mexikanischen Planers Manuel Cervantes, die sich nicht allzu sehr von den ersten Planungen unterschieden. Diesen hatte der Gemeinderat schon in der August-Sitzung grundsätzlich zugestimmt.

 „Wir reden hier über Städtebau, noch nicht über Architektur“, stellte Fridrich klar. Zur Erinnerung: Geplant ist eine kleinteilige, aus Suitenhäusern bestehende Hotelanlage mit 90 Zimmern, Wellnessbereich, öffentlichem Restaurant, einem „Dorfplatz“ sowie einem zentralen Empfangsgebäude. Darüber hinaus entstehen drei Wohnhäuser mit Mietwohnungen sowie zwei Gebäude mit Service-Apartments. „Wir werden viel Holz verwenden“, kündigte Fridrich für die Hotel-Gebäude an. Die traditionellen Materialien würden modern übersetzt.

Strüngmann-Hotel am Tegernsee soll zusätzlich Clubhaus für Kinder bekommen

Sowohl was den Abstand zum See als auch die Höhenentwicklung betrifft, bleibt die Strüngmannsche Hotelanlage laut Fridrich hinter den einstigen Lederer-Gebäuden und der früheren Spielbank zurück. Allerdings enthielten die neuen Pläne zwei zusätzliche Gebäude und offenbarten damit eine gewisse Nachverdichtung: So will Athos über die ursprüngliche Planung hinaus noch ein Clubhaus für Kinder in der Nähe des Sees sowie ein zweigeschossiges Gebäude für Mitarbeiter-Büros verwirklichen.

Das „Kinderhaus“ an dieser Stelle stieß im Gremium auf wenig Gegenliebe. „Braucht’s das da wirklich?“, wollte Florian Sareiter (CSU) wissen. Athos-Geschäftsführer Thomas Maier kündigte umgehend an, hier bei den Planungen noch einmal Hand anzulegen und die Spielfläche möglicherweise woanders anzulegen.

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Schärfere Kritik gab’s bei der Sitzung einzig von Ingrid Versen (CSU), die schon im August kund getan hatte, dass sie mit der abgespeckten 90-Zimmer-Hotel-Version grundsätzlich nicht einverstanden sei. Versen kritisierte die Tatsache, dass die Gäste der nördlichsten Suiten einen langen Fußweg in Kauf nehmen müssten, um zum Restaurant des Hotels zu gelangen. „Weiß denn der Architekt aus Mexiko, dass bei uns sechs Monate Winter ist?“, hakte sie nach.

Strüngmann will am Tegernsee bewusst kein Grand Hotel bauen

Maier stellte klar, dass Athos hier bewusst kein Grand Hotel mit allem Luxus hinstellen wolle. Dann müsse der Gast eben in die Überfahrt gehen, meinte er. Im Übrigen sei man mit vielen potenziellen Betreibern im Gespräch, die sich an diesem Konzept nicht stören würden.

Ansonsten gab’s im Gremium erneut viel Lob für die Arbeit von Athos. „Es ist erfreulich, wie viel Hirnschmalz Sie mit Ihrem Team da reingesteckt haben“, erklärte Rolf Neresheimer (ranBW). Und auch Bernd Kuntze-Fechner (SPD) sprach von einem „sehr durchdachten Konzept“, von dem auch die Gemeinde einen Mehrwert habe. Für sie bleibe ein Großteil der Seepromenade und viel Grün erhalten. Fraktionskollegin Klaudia Martini würdigte das Bemühen des Bauherren, dem Hochwasserschutz Rechnung zu tragen. Zwar liegen einige Suitenhäuser in der Hochwasserlinie, werden aber ausreichend hoch auf Stelzen gebaut.

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Wiessees Städteplaner Eberhard von Angerer hatte anhand der Entwürfe einen Bebauungsplan erarbeitet – aufgrund der Gebäudestellung keine leichte Aufgabe, wie er betonte. Von Angerer machte deutlich, dass zwischen den zwei- und dreigeschossigen Suitenhäusern, die sich entlang des Sees in Richtung Norden aufreihen, ein Abstand von 8 bis 8,50 Metern bleibe. „Da haben wir schöne Sichtachsen zum See.“

Bürger können sich zu Hotel-Plänen am See äußern: Bebauungsplan wird ab 26. November öffentlich ausgelegt

Gegen die Stimme Versens segnete der Gemeinderat den Bebauungsplan-Entwurf ab. Er soll zwischen 26. November und 7. Januar öffentlich ausgelegt werden. Parallel dazu soll der Durchführungsvertrag erarbeitet werden, den Athos und die Gemeinde schließen werden, um das Projekt abzusichern. Dass dies ein hartes Stück Arbeit wird, ist den Gemeinderäten bewusst. „Da wird es intensive Diskussionen brauchen“, kündigte Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block) an. Bis Mitte März will man sich dafür Zeit nehmen. Auch Athos hat einen Zeitplan im Visier: Geht alles glatt, will man im vierten Quartal 2020 den ersten Spaten setzen.

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