Seepromenade Bad Wiessee
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An der Wiesseer Seepromenade wird sich heuer nichts tun.

Detailplanung braucht Zeit

Hotelbau an der Wiesseer Seepromenade startet erst nächstes Jahr

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Die einzigartige Lage am Tegernsee ist für die Investorenfamilie Strüngmann Verpflichtung, Erstklassiges zu schaffen. Die Bauarbeiten für die Luxus-Hotelanlage beginnen erst 2022.

Bad Wiessee – Im April 2020 schien es geschafft. Ex-Bürgermeister Peter Höß und der damalige Gemeinderat segneten die Planung für das Großprojekt an der Wiesseer Seepromenade kurz vor dem Ende ihrer Amtszeit ab. Der Entwurf war das Ergebnis eines langen Wegs. Immer wieder hatte Investor Strüngmann Pläne verworfen. Letztlich erhielt nach einem mehrstufigen Wettbewerbsverfahren das mexikanische Architekturbüro Manuel Cervantes den Zuschlag.

Vorgesehen sind ein 5-Sterne-plus-Hotel mit 90 Zimmern in unterschiedlichen Größen, mehrere Restaurants, ein öffentlicher Biergarten, zudem Wellness-, Fitness- und Konferenzbereiche. Auch zwei möblierte Gebäude, die maximal sechs Monate und mit Service gemietet werden können, gehören zum Konzept. Daneben entstehen drei Gebäude mit 40 Mietwohnungen. Die Tiefgarage bietet 150 Plätze, oberirdisch sind 100 Stellplätze vorgesehen. Der Komplex erstreckt sich auf 35 000 Quadratmeter. Investitionsvolumen: 130 Millionen Euro.

Den Entwurf hat der Gemeinderat im April 2020 abgesegnet.

Bauarbeiten beginnen erst 2022

Doch die Hoffnung, dass nach diesem Beschluss alles ganz schnell gehen wird, erfüllt sich nicht. In diesem Jahr rollen jedenfalls noch keine Bagger an. „Nach dem jetzigen Plan wird mit dem Bau aller Voraussicht nach 2022 begonnen werden“, erklärt Stephan Heller, Sprecher von Athos, dem Büro der Familie Strüngmann. Das Projekt sei aber mitnichten ins Stocken geraten. „Wir nehmen uns die Zeit, die wir brauchen“, erklärt Heller. „Jetzt für eine exzellente Planung. Und später, um das bestmögliche Betreiberkonzept auszuwählen.“

Im Hintergrund, macht Heller deutlich, werde trotz der Pandemie „extrem engagiert“ an dem Projekt gearbeitet. Der finanzielle Einsatz der Familie Strüngmann für den Corona-Impfstoff-Hersteller Biontech wirke sich auf das Wiesseer Projekt übrigens in keiner Weise aus: „Biontech hat nichts mit unserer Entwicklung in Bad Wiessee zu tun.“

Allerdings seien die Herausforderungen durch Corona natürlich „nicht beschleunigend“ für das Projekt gewesen, räumt Heller ein. Ursache der Verzögerung sei aber die intensive Arbeit an der Planung. Denn auch wenn der Bebauungsplan im Grundsatz steht: Zu tun gibt es noch viel.

Feinschliff für die Planung

„Der städtebauliche Entwurf hat alle überzeugt“, erinnert Heller. Doch jetzt gehe es darum, das Konzept im Detail zu vertiefen. Ein Feinschliff, der nicht bedeute, dass am Cervantes-Entwurf gerüttelt wird. „Feinschliff heißt für uns vertiefen, weiterentwickeln, verbessern“, meint der Sprecher. Ziel sei es, das neue Ensemble noch stimmiger in den Ort und an die Seepromenade einzubinden. „Das neue Hotel wird etwas ganz Besonderes, etwas Einzigartiges werden.“ Diese Detailarbeit brauche Zeit, die sich die Planer zum Glück auch nehmen könnten. Er gehe davon aus, dass Athos das Ergebnis der Entwicklungsarbeit der Öffentlichkeit im Frühjahr vorstellen könne.

Mit diesem Kurs befindet sich das Unternehmen im Einklang mit der Gemeinde Bad Wiessee. „Auch im neu gewählten Gemeinderat wird es eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit geben, ebenso wie eine transparente Information der Bürgerschaft“, versichert Bürgermeister Robert Kühn.

Klar ist: Wenn die Bauarbeiten endlich beginnen, wird es an Wiessees Schokoladenseite erst einmal ungemütlich. Für die touristischen Betriebe in der Nachbarschaft bedeuten Lärm, Schmutz und Verkehr eine große Belastung. Darum soll die Bauzeit kurz sein. Die intensive Vorplanung werde helfen, die neuen Gebäude mit Rücksicht auf die Nachbarschaft zügig zu errichten, erklärt Heller: „Wer gut plant, baut schneller.“

Wer das Hotel betreiben wird, ist noch nicht entschieden

Noch völlig offen ist, wer die Hotelanlage betreiben wird. Die Frage nach dem Pächter stehe jetzt auch noch nicht im Vordergrund, meint der Athos-Sprecher. Zumal an Bewerbern kein Mangel herrscht. „Das Interesse an diesem einzigartigen Standort und diesem erstklassigen Konzept ist ungebrochen groß“, lässt Heller wissen. Athos werde erst die Planung abschließen und das Bebauungsplan-Verfahren in aller Ruhe abarbeiten.

Dass es der noblen Anlage nicht an Gästen fehlen wird, davon ist Heller überzeugt: „Auch nach Corona wird der Trend zum Urlaub in der Nähe ungebrochen bleiben.“ Das vergangene Jahr habe gezeigt, wie stark die Nachfrage nach besonderen Angeboten im Tegernseer Tal sei. „Und wir schaffen ein außergewöhnliches Angebot, von dem ganz Bad Wiessee profitieren wird.“

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