Erleichtert: Zwar muss Nina Alessa Selmani mit der Wiedereröffnung ihres Friseurbetriebs noch bis zum 1. März warten, aber sie kann endlich wieder Termine vergeben.
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Erleichtert: Zwar muss Nina Alessa Selmani mit der Wiedereröffnung ihres Friseurbetriebs noch bis zum 1. März warten, aber sie kann endlich wieder Termine vergeben.

Interview mit Nina Alessa Selmani aus Bad Wiessee

Friseurin sieht wieder Perspektive: „Ich bin froh, dass es endlich ein Datum gibt“

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Ab 1. März dürfen die Friseure wieder öffnen. Wir haben mit Nina Alessa Selmani aus Bad Wiessee über das Ende einer schwierigen Zeit gesprochen.

Bad Wiessee – Nina Alessa Selmani (35), Mutter eines dreijährigen Sohnes, führt seit elf Jahren einen Friseurbetrieb in Bad Wiessee mit sechs Mitarbeiterinnen. Ihr Telefon steht nicht mehr still: Die Kundschaft will einen Termin. Am besten gleich für den ersten Öffnungstag am 1. März.

Frau Selmani, wann kamen die ersten Anrufe?

Gleich nach der Pressekonferenz von Frau Merkel. Und seitdem hat das Telefon nicht aufgehört zu klingeln. Ich bin auch sehr glücklich darüber. Wir freuen uns, nach zweieinhalb Monaten Schließzeit endlich wieder ein Datum zu haben, an dem wir wieder aufmachen können. Lange hat uns eine Perspektive gefehlt. Jetzt bin ich erleichtert.

Hinter Ihnen liegt eine schwierige Zeit.

Absolut. Wir haben zwei Monate lang überhaupt keine Hilfen vom Staat bekommen. Ich musste im Januar die Gehälter meiner Mitarbeiterinnen aus eigener Tasche vorstrecken. Beantragen konnten wir die Hilfe übrigens erst jetzt am Mittwoch. Bekommen werden wir maximal 90 Prozent der Betriebskosten. Das deckt längst nicht alles ab. Ich finde die Regelung ungerecht. Betriebe, die nicht erst wie wir am 16. Dezember, sondern schon im November schließen mussten, bekommen stattdessen noch 75 Prozent des Vorjahresumsatzes. Es ist doch nicht richtig, dass man Ersparnisse angreifen muss, die man zum Beispiel für die Altersversorgung zurückgelegt hat.

Ist der 1. März für Sie ein guter Zeitpunkt?

Wir würden eigentlich gerne schon zwei Wochen früher aufmachen. Aber trotzdem: Ich bin jetzt einfach froh, dass wir wieder loslegen dürfen und es ein festes Datum gibt. Mein Betrieb wird die Krise überstehen, auch wenn wir nicht reinholen können, was wir durch die Schließung verloren haben. Ich habe auch immer versucht, meinen Mädels Sicherheit zu geben und das Team zusammengehalten. Wir bleiben weiter positiv.  

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