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Senioren dürfen in Bad Wiessee ab 2020 die Busse des RVO zum Nulltarif nutzen. 

Chipkarte kann schon bald im Rathaus beantragt werden

Ab 2020 fahren die Wiesseer Senioren gratis Bus - ziehen die anderen Tal-Gemeinden nach?

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Die Entscheidung wurde im Gemeinderat als „Meilenstein“ gerühmt: Ab 2020 dürfen in Bad Wiessee alle Senioren ab 65 gratis Bus fahren. Ob nun auch die anderen Tal-Gemeinden auf den Zug aufspringen?

Bad Wiessee – Die Grundsatzentscheidung hatte der Wiesseer Gemeinderat schon in seiner Juni-Sitzung getroffen. Damals wurde Rathaus-Geschäftsleiter und Ideengeber Hilmar Danzinger damit beauftragt, mit dem Regionalverkehr Oberbayern (RVO) die Rahmenbedingungen für ein Senioren-Ticket auszuhandeln. Die Idee dahinter: Um den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu stärken, solle die Gemeinde künftig allen Senioren die kostenlose Nutzung der RVO-Linien ermöglichen – ganz nach dem Vorbild der GästeCard, die Urlaubern diesen Service längst bietet. Was bei den Verhandlungen herauskam, lobte SPD-Gemeinderätin Klaudia Martini nun in der Sitzung am Donnerstagabend als „hervorragende Leistung“.

Der Vertrag, gültig zunächst für ein Jahr, sieht Folgendes vor: Das Seniorenticket ermöglicht allen Bürgern, die ihren Erstwohnsitz in Bad Wiessee haben und zum 1. Januar 2020 65 Jahre oder älter sind, ganzjährig kostenlose Fahrten im Tarifgebiet „Oberland“ des RVO. „Damit kann man bis nach Garmisch fahren“, machte Danzinger deutlich.

Abgerechnet wird nach Einzelfahrten, wobei die jährlichen Kosten für die Gemeinde auf 40.000 Euro gedeckelt sind – alles was darüber liegt, übernimmt der RVO. Die elektronisch einzulesende Karte aus Kunststoff wurde laut Danzinger in Zusammenarbeit mit der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) entwickelt. „Die TTT bestellt jetzt mal 1000 Karten – die Senioren können quasi schon in den nächsten Wochen ins Rathaus kommen und ihren Antrag stellen“, freute sich der Rathaus-Geschäftsleiter und fügte hinzu: Die Gemeinde schaffe sich mit dem Senioren-Ticket ein „Alleinstellungsmerkmal mit toller Außenwirkung“.

Lesen Sie hier: Landkreis Miesbach: Schüler fahren künftig kostenlos Bus

Diese Meinung wurde im Gremium durchweg geteilt. „Das ist ein schöner Tag für uns“, meinte Florian Sareiter, Gemeinderat und CSU-Bürgermeisterkandidat. Er rief die Wiesseer Senioren eindringlich dazu auf, das Angebot zu nutzen, damit es auch übers Jahr 2020 hinaus aufrecht erhalten werden könne. Auch die parteifreie Beate Meister, Seniorenbeauftragte der Gemeinde, würdigte die Einführung der Gratis-Karte als „sehr gut und sehr mutig“.

Klaudia Martini sprach von einem „klugen und weitsichtigen Beschluss“. Sie sah die Entscheidung auch vor dem Hintergrund anderer Beschlüsse, für die der Gemeinderat in jüngster Zeit teils herbe Kritik hat einstecken müssen. So hatte Bad Wiessee zuletzt eine saftige Erhöhung der Parkgebühren beschlossen – und dies auch damit begründet, den ÖPNV stärken zu wollen. „Das ist nun ein Meilenstein in diesem Gesamtpaket“, erklärte Martini mit Blick auf die Seniorenkarte.

Einstimmig segnete der Gemeinderat letztlich die Einführung der Karte unter genannten Bedingungen ab. In der Novembersitzung 2020 will das Gremium ein Fazit ziehen und darüber entscheiden, ob und in welcher Form das Angebot weitergeführt wird.

Ob auch die anderen Tal-Gemeinden auf den Zug aufspringen, ist noch unklar. In jedem Fall wurde der Wiesseer Bürgermeister damit beauftragt, das Thema bei einer Dienstbesprechung mit seinen Amtskollegen erneut auf den Tisch zu bringen, um gegebenenfalls zu erreichen, dass das Angebot der Seniorenkarte aufs gesamte Tal ausgeweitet wird.

gab

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