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So soll die  neue Klinik aussehen.

Präsentation im Wiesseer Gemeinderat

Jodbad-Areal: Applaus für Hotel-Planung

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Die Pläne, die SME-Chef Florian Kamelger und sein Team am Dienstagabend im Wiesseer Gemeinderat vorstellten, kamen bestens an. Am 22. Mai werden die ausführungsreifen Entwürfe in einer Bürgerversammlung vorgestellt.

Bad Wiessee -  Er wolle die Kritiker Lügen strafen, sagte Florian Kamelger, Chef des Schweizer Unternehmens Sports Medicine Excellence Group (SME). „Ich weiß, dass wir unseren Worten Taten folgen lassen können.“ Wie berichtet, gab’s im Ort viel Gerede. Und Zweifel, ob die Investoren überhaupt die Mittel und Möglichkeiten haben, das versprochene Gesundheitshotel mit Medizinzentrum zu realisieren.

In einem Punkt hat Kamelger bereits Wort gehalten: Wie angekündigt, hat er im Mai 2017 den Bauantrag eingereicht. Vor der Abstimmung im Gemeinderat stellte der SME-Chef mit seinem Team die ausführungsreife Planung des Architekturbüros Matteo Thun vor. Bei der Präsentation in der gut besuchten Sitzung gab’s immer wieder Applaus. Und am Ende ein zustimmendes Votum des Gemeinderats für den Bauantrag: 14:1. Nur Ingrid Versen (CSU) lehnte ab. Ihr missfällt die Lamellen-Konstruktion der Fassade: „Wenn der Gast im Zimmer sitzt, schaut er auf Bretter.“ Ihre Kollegen zeigten sich begeistert. „Hut ab“, kommentierte Markus Trinkl (Wiesseer Block) den Entwurf. Und: „Es wird anders in Bad Wiessee.“ Der Ort bekomme ein schönes Hotel in einer neuen Dimension. 

Das Konzept

Alles dreht sich um die Behandlung des Bewegungsapparats. Dabei verspricht SME Medizin auf dem höchsten Niveau. Es wird operiert, aber auch die Prävention spielt eine große Rolle. Die Patienten heißen hier Gäste und logieren in einem Luxushotel. „Aktivitätshotel“ nennt es Mediziner Kamelger. Es hat 119 Zimmer, davon 30 Suiten. Sie sind in einem Süd- und einem Westflügel untergebracht, beide dreistöckig. Hinzu kommt ein medizinisches Funktionsgebäude mit zwei OP-Sälen und zahlreichen Behandlungsräumen. Das Erdgeschoss des Südflügels beherbergt den Spa-Bereich mit Innen- und Außenpool, Saunen, Kneipp-Anlagen und Ruheräumen. Er steht auch Tagesgästen offen. Im Erdgeschoss des Westflügels sind Räume und Einrichtungen für Training und Physiotherapie angesiedelt. Dazu gehört ein Trainingspool mit Gegenstromanlage. 

Die Gastronomie ist gehoben und steht teils auch Gästen von außerhalb offen. Die Wandelhalle Die denkmalgeschützte Wandelhalle und der zugehörige Turm bleiben dominierend. Die hohe Halle bekommt im Kern eine Zwischenebene, um sie besser nutzbar zu machen. Drei der insgesamt sechs gastronomischen Angebote des Komplexes sind in der Halle angesiedelt. Dazu gehören ein Café mit einer offenen Bäckerei und ein Gourmet-Restaurant. Im Turm entsteht eine Bar mit Vinothek. Die riesige Terrasse wird restauriert und mit viel Grün so gestaltet, dass kleinere Bereiche entstehen, die zum Sitzen einladen. „Die Gastronomie funktioniert, wenn sie voller Leben ist“, erklärte Felix Penner, der als Chief Hospitality Officer der SME-Geschäftsleitung angehört. 

Die Probleme

„Die Bodenverhältnisse sind erwartungsgemäß schlecht bis katastrophal“, meinte Architekt Alexander Meissl. Nicht gerechnet haben die Planer mit einer unterirdischen Felsnase, die sich nicht beseitigen lässt. Sprengungen sind wegen der nahen Jodschwefelquellen nicht erlaubt. Probleme macht auch „drückendes Grundwasser“. Beides hat zur Folge, dass die Neubauten zwischen 70 Zentimeter und 1,10 Meter höher werden müssen als geplant. Allerdings bleiben sie unter der Traufhöhe des Turms. „Wir verneigen uns vor der Geschichte“, machte Meissl deutlich. Die eigentlich geplante zweistöckige Tiefgarage lässt sich nicht realisieren. Um trotzdem 200 Autos unterirdisch unterbringen zu können, wird es neben der üblichen Parkebene eine Box geben, in denen Autos automatisch gestapelt werden. In der Region sei das vielleicht nicht üblich, räumte Meissl ein. „Aber in Städten wie Monaco ist das gang und gäbe.“ Hotel-Chef Penner sieht darin durchaus Vorteile. Mit dem Stapelsystem könne man die Autos der Gäste gut und sicher wegpacken, merkte er an. Die den Bodenproblemen geschuldeten Umplanungen machten eine Änderung des Bebauungsplans nötig. Sie wurde vom Gemeinderat mit 14:1 Stimmen befürwortet.

Der Garten

Für die Gestaltung des Grüns hat SME mit Johannes Cox einen bekannten Landschaftsarchitekten engagiert. „Es wird sehr ruhig, sehr schön und sehr hochwertig“, versprach Cox, der in vielen Bildern zeigte, wie er sich die Bepflanzung vorstellt. Es wird viel Neues gepflanzt, die alten Kastanien bleiben erhalten. Viele Gedanken hat sich der Planer über die Abgrenzung des Hotelbereichs zum Kurgarten gemacht. Ergebnis: Es entsteht eine Mauer, maximal zwei Meter hoch, die aber dank üppiger Bepflanzung kaum auffallen soll. Einen stimmigen Übergang vom Hotel- zum Kurgarten zu schaffen, betrachte der Investor als seine Aufgabe, meinte Cox. Ob nicht ein bepflanzter Erdwall schöner wäre, fragte Florian Sareiter (CSU). Ein Wall verbrauche zu viel Fläche, setzte Cox entgegen. Die Abgrenzung solle schlank sein: „Wir wollen filigran bleiben.“ Das überzeugte. „Die Mauer fasst das Ganze gut ein“, meinte Klaudia Martini (SPD). Dies sei auch für die Sicherheit wichtig. 

Der Zeitplan 

Der Abriss des alten Jodschwefelbads soll im Oktober beginnen. Der Baubeginn ist im Frühjahr 2018 geplant. Läuft alles wie vorgesehen, ziehen die Gäste Anfang 2020 ein. Wie viel Geld die SME für den Bau in die Hand nimmt, gibt Kamelger nicht preis. Aber er lässt keinen Zweifel aufkommen, dass er das Projekt realisieren wird. SME habe in die Planung schon einen siebenstelligen Betrag investiert. „Das macht man doch nicht, wenn man kein Ergebnis will.“

Bürgerversammlung 

Um allen Interessierten die Planung vorzustellen, lädt die Gemeinde am Montag, 22. Mai, um 20 Uhr zur Bürgerversammlung ins Hotel Zur Post ein. Dort wird auch das Nahwärmekonzept Thema sein.

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