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Hell geflieste Badekabinen erwarten den Gast im Obergeschoss des Badeparks. Renate Zinser ist mit dem Betrieb im Übergangs-Domizil bislang zufrieden.

Die sechs Wannen sind fast immer voll ausgelastet

Behelfs-Jodbad: Kaum freie Wannen im Übergangs-Quartier

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Bekommt Bad Wiessee bald sein neues Jodbad nach den Plänen Matteo Thuns? Während die geplante Nobel-Therme im Kurort heiß diskutiert wird, hat sich der Betrieb im Übergangsquartier recht gut eingespielt.

Bad Wiessee – Anfang Februar ist das 13-köpfige Jodbad-Team endgültig aus dem alten Jodschwefelbad ausgezogen und hat seine Zelte im ersten Obergeschoss des Wiesseer Badeparks aufgeschlagen. Eine Übergangslösung, die so lange herhalten soll, bis das neue Badehaus auf dem daneben liegenden Grundstück fertig gestellt ist. Angedacht sind etwa zwei Jahre.

Eine Nutzung darüber hinaus sei nicht möglich – das wollte Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block) bei der jüngsten Gemeinderatssitzung noch einmal klargestellt wissen. Er berichtete von einer guten Belegung der Übergangs-Bäder: „Wir sind fast täglich voll.“ Allerdings hätten die Mitarbeiter in dem Provisorium auch mit erschwerten Rahmenbedingungen zu kämpfen, berichtete Höß.

Aussagen, die Jodbad-Chefin Renate Zinser (54) auf Nachfrage der Tegernseer Zeitung bestätigt. Insgesamt sei die Stimmung unter den Mitarbeitern und den Gästen sehr gut. Zumal das Team aufgrund der kompakteren Räumlichkeiten im Badepark noch enger zusammengewachsen sei. „Die Mitarbeiter können sich jetzt besser unter die Arme greifen, wenn in einer Abteilung mal viel los ist“, erklärt die Geschäftsführerin.

Mitarbeiter müssen Technik-Mängel ausgleichen

Es gebe aber auch Einschränkungen. So sei die Technik in den Übergangs-Räumlichkeiten längst nicht ausgereift, immer wieder hake es an der einen oder anderen Stelle. „Unsere Mitarbeiter müssen dann ausgleichen, was die Technik nicht hergibt“, sagt die 54-Jährige. Ein Mehraufwand ergebe sich etwa bei den Badekabinen, die nicht mehr – wie im alten Jodbad – übersichtlich in einer Reihe liegen, sondern sich über mehrere Gänge verteilen. „Da ist jetzt mehr Laufarbeit nötig.“

Die Gäste jedenfalls, die auf die Wirkung des Jodschwefelwassers setzen, sind dem Bad auch nach dem Ortswechsel treu geblieben. „Die sechs Wannen sind während der Öffnungszeiten eigentlich immer ausgebucht“, berichtet Zinser. Im Grunde eine erfreuliche Entwicklung. Allerdings hätten Besucher, die ohne Termin vorbeikommen, nun kaum noch eine Chance darauf, sofort eine Anwendung zu erhalten. Zum Vergleich: Im alten Gebäude waren bis zu 15 Wannen für die heilenden Jodbäder zur Verfügung gestanden.

Künftig ist auch samstags geöffnet

Um die Nachfrage dennoch decken zu können, sollen die Badezeiten nun ausgeweitet werden. „Ab Ostern werden wir auch samstags geöffnet haben“, sagt Zinser. Ob darüber hinaus auch die Öffnungszeiten unter der Woche ausgedehnt werden, sei derzeit noch in der Diskussion. Momentan hat das Jodbad Montag bis Freitag von 8 bis 13 Uhr geöffnet, Dienstag und Donnerstag zusätzlich von 15 bis 19 Uhr.

Dass die Räume im Badepark nur eine Interimslösung sein können, daran besteht auch für Zinser kein Zweifel. „Das ist ja alles so konzipiert, dass es maximal zwei Jahre hält.“ So würden etwa die teils alten Leitungen dem Schwefel gar nicht länger standhalten.

„Andere würden sich die Finger danach lecken“

Die Geschäftsführerin ist überzeugt davon, dass die Gemeinde mit ihrem geplanten Badehaus auf dem richtigen Weg ist. „Ich finde das wahnsinnig positiv“, meint sie. Und es sei der richtige Zeitpunkt für ein solches Projekt: Schließlich gebe es in der Gesellschaft ein neues Bewusstsein dafür, dass man in seine Fitness und Gesundheit investieren müsse. Was Bad Wiessee hier mit seinem Jodschwefelwasser zu bieten habe, sei einzigartig und kostbar. „Andere würden sich die Finger danach lecken.“

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