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Ein Auge hat der Medical Park auf das Jodbad-Areal in Bad Wiessee geworfen. Das Unternehmen hofft, der SME Group, die ihre Kauf-Option zwar gezogen, den vereinbarten Preis a ber noch nicht überwiesen hat, noch abzujagen.

Spätes Kauf-Angebot an Gemeinde Bad Wiessee

Jodbad-Gelände: Medical Park wittert Chance

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Das Angebot kam etliche Minuten nach zwölf: Das Unternehmen Medical Park will das Jodbad-Gelände kaufen. Dabei hat die Firma SME ihre Kauf-Option gerade gezogen. Aber die Zahlung steht noch aus.

Bad Wiessee„Der Medical Park wäre unsere erste Wahl gewesen“, sagt Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block). Das Unternehmen betreibt zwei erfolgreiche Kliniken in Bad Wiessee: St. Hubertus und Am Kirschbaumhügel. Als sich die Gemeinde Ende 2011 entschloss, das Jodbad-Areal für zwölf Millionen Euro zu kaufen, gab’s auch Gespräche mit der Unternehmensführung des Medical Park, wie Höß erklärt. Als die Ausschreibung des Mega-Projekts lief, beteiligte sich der Medical Park aber nicht. „Wahrscheinlich war die strategische Ausrichtung des Unternehmens gerade anders“, vermutet Höß. Im April 2015 entschied sich die Gemeinde für die Schweizer Firma Sports Medicine Excellence Group (SME) als Investorin.

Aber lange schien nichts voran zu gehen. Das dürfte der Grund sein, warum der Medical Park eine Chance sieht, doch noch einzusteigen. Mit einem schriftlichen Kaufangebot, Datum 15. Januar, warf Dr. Ulrich Mauerer als Vorstandsvorsitzender des Medical Park, den Hut in den Ring. Das Unternehmen habe erfahren, dass SME die Option nicht gezogen und den eigentlich am 12. Januar fälligen Kaufpreis nicht entrichtet habe, heißt es in dem Brief. Der Medical Park sei bereit, das für die SME Group optionierte Grundstück zum mit dieser vereinbarten Kaufpreis zu erwerben. „Wir sind mit Abstand der größte Gesundheitsanbieter vor Ort und verfügen über die notwendige Erfahrung sowie finanziellen Ressourcen, um das Projekt sofort zu übernehmen und in enger Abstimmung mit der Gemeinde den gesamten Gesundheitsstandort Bad Wiessee erfolgreich zu entwickeln“, heißt es in dem Schreiben. Man bitte um einen kurzfristigen Gesprächstermin.

Was Mauerer offenkundig nicht wusste: SME hat die Kaufoption gezogen (wir berichteten). Perfekt ist der Handel damit noch nicht. Das Unternehmen hat den Kaufpreis von sieben Millionen Euro bisher nicht überwiesen. Die Frist hierfür ist aber noch nicht abgelaufen, wie Höß Mauerer in seinem Antwortschreiben mitteilt. Die Gemeinde habe für die Zahlung eine Nachfrist bis zum 15. Februar gesetzt. Die zeitaufwendige Klärung von Fragen zur Baugenehmigung und notarielle Belange hätten zu der Verzögerung geführt. Aufgrund der Gespräche mit der SME-Gruppe gehe die Gemeinde aber davon aus, dass der Kaufpreis im Lauf des Monats Januar überwiesen werde. Vor diesem Hintergrund wolle die Gemeinde derzeit keine Gespräche mit neuen Investoren führen, lässt Höß den Medical-Park-Chef wissen. Sollte der Verkauf an die SME nicht zustande kommen, trete die Gemeinde gerne wieder mit dem Unternehmen in Kontakt.

Warum der Medical Park sich nicht früher als Investor angeboten hat, darüber schweigt sich das Unternehmen aus. Wegen des „laufenden Prozesses“ werde man sich derzeit nicht näher äußern, lässt Mauerer über seine Assistentin ausrichten.

Unterdessen erklärt Bürgermeister Höß, die Gemeinde Bad Wiessee sei vertraglich an SME gebunden und könne keine neuen Verhandlungen führen. Dass der Medical Park nun in die Planung einsteigen wolle, zeige im Übrigen, dass die Gemeinde mit ihrem Projekt auf dem richtigen Weg sei. Zu Beginn, so Höß, hätten viele bezweifelt, dass sich ein Investor für die vom Büro des Star-Architekten Matteo Thun entworfene Planung finde: „Und jetzt haben wir zwei, die sich um das Projekt reißen.“

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