+
Das alte Jodbad muss weg. Geht alles nach Plan, beginnen die Abbrucharbeiten im Januar. Die Gemeinde muss der Investorenfirma SME das blanke Grundstück übergeben. Nur die denkmalgeschützte Wandelhalle bleibt.

Gemeinde Bad Wiessee muss Gebäude bis zum Jahresende räumen 

Jodbad: Im Januar kommt das Abriss-Kommando

  • schließen

Bad Wiessee - Das alte Wiesseer Jodbad wird bald Geschichte sein: Im Januar soll der Abriss beginnen. „Wir müssen das Gebäude bis zum Jahresende räumen“, erklärt Bürgermeister Peter Höß.

Am 23. Dezember werden die letzten Jodbäder im alten Haus verabreicht. Großes Ziel der Gemeinde ist ein nahtloser Umzug ins Übergangsquartier im Badepark. „Aber ich weiß noch nicht, ob wir das schaffen“, erklärt Höß. 

Die Gemeinde investiert rund 170 000 Euro, um leer stehende Räume im Obergeschoss des Badeparks für die Jodbad-Anwendungen zu nutzen. Eine Übergangslösung, die verhindern soll, dass die kurende Kundschaft Bad Wiessee den Rücken kehrt. Das neue Badehaus mit 14 Wannen wird frühestens im Mai 2018 zur Verfügung stehen. Klar ist: Der Badebetrieb läuft bis dahin auf Sparflamme. Im Badepark werden sechs Wannen für die Anwendungen zur Verfügung stehen. Auch Sprüh- und Augenbäder sind dort möglich. 

„Auf uns kommt jetzt viel Arbeit zu“, meint Renate Zinser, Geschäftsführerin des Jodbads. Im Badepark müsse das Team mit wenig Raum zurecht kommen. „Aber wir sind sehr froh, dass es eine Übergangslösung gibt“, erklärt Zinser.

Sollte der Badbetrieb nach Weihnachten Pause machen müssen, wäre das Höß zufolge aber verschmerzbar. Schließlich sei das Bad in früheren Zeiten von Dezember bis März immer geschlossen gewesen. Bis zum Frühjahr werde die Pause aber keinesfalls dauern, versichert Höß. Aber nicht nur die Wannen ziehen um. Auch eine Arztpraxis kann Höß zufolge in Räume des Badeparks ausweichen. Der größte Teil der riesigen Immobilie steht ohnehin leer. Oder fast leer. „Wir müssen schon noch entrümpeln“, berichtet Höß. Und neue Unterstellmöglichkeiten für Dinge suchen, die im Jodbad gelagert werden. 

Auf dem Jodbad-Gelände bleibt nur die Wandelhalle stehen. Auf dem Areal errichtet die Sports Medicine Excellence Group (SME) ein Gesundheitshotel mit 110 Zimmern. Im Sommer soll der Bau beginnen. Den Abriss hat noch die Gemeinde Bad Wiessee zu finanzieren. „Wir müssen das Gelände blank übergeben“, erklärt Höß. Wie teuer der Abbruch komme, lasse sich jetzt noch nicht sagen. Die Firma SME hole gerade erst Angebote ein. Dauern dürfte der Abriss etwa drei Monate. Schließlich ist es nicht damit getan, das Gebäude niederzuwalzen. „Es muss alles sortiert werden“, meint Höß. 

Nachdem die Abbrucharbeiten im Winter stattfinden, außerhalb der Tourismus-Saison, sollte die Belastung für den Ort nicht allzu groß sein. Im Sommer allerdings dürfte sich das Areal in eine Großbaustelle verwandeln. Noch liegt im Wiesseer Rathaus allerdings kein Bauantrag der SME vor. Diesen will SME-Chef Florian Kamelger bis zum Jahresende einreichen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Vorerst ohne Förderung: E-Werk Tegernsee legt los
Eine Förderzusage gibt’s noch nicht. Trotzdem packt das E-Werk Tegernsee jetzt an. Anfang September wird eine Stromtankstelle neben dem Unternehmenssitz stehen. Ein …
Vorerst ohne Förderung: E-Werk Tegernsee legt los
Zwei Falken landen auf Vogel-Todesfalle
Sie suchten nur einen sicheren Landeplatz - einem Turmfalken kostete das das Leben, ein anderer kämpft ums Überleben. Eigentlich dürfte so etwas gar nicht mehr passieren:
Zwei Falken landen auf Vogel-Todesfalle
Dieser Kreuther Weg kommt wahnsinnig gut an
Eigentlich ist es ein ganz normaler Weg an einem Bach entlang, gut es ist die Weißach, aber abgesehen davon gibt‘s das doch oft im Tal, oder? Warum dieser Weg trotzdem …
Dieser Kreuther Weg kommt wahnsinnig gut an
Tag der Blasmusik mit neun Kapellen auf Gut Kaltenbrunn
Brotzeit, Bier und Blasmusik: Die drei großen Bs unter den bayerischen Traditionen vereint der Tag der Blasmusik. Am Sonntag, 3. September, füllen neun Kapellen den …
Tag der Blasmusik mit neun Kapellen auf Gut Kaltenbrunn

Kommentare