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Die Pläne fürs neue Badehaus beschäftigen Jodbad-Geschäftsführerin Renate Zinser sehr. Im neuen Besprechungsraum im Keller des Badeparks wird derzeit oft getagt. Der Bau wird jedoch länger dauern als erwartet.

Eröffnung erst Mitte 2019

Jodbad: Noch ein Jahr im Übergangsquartier

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Das neue Jodbad wird langsamer aus dem Boden wachsen als gedacht. Erst Mitte 2019 ist mit der Einweihung zu rechnen. Geschäftsführerin Renate Zinser und ihr Team bleiben noch über ein Jahr im Übergangsdomizil.

Bad Wiessee Die Keimzelle liegt im Keller. In den Katakomben des Badeparks hat die Gemeinde einen Besprechungsraum einrichten lassen. Hier hängt der Plan des Badehauses, auf dem Boden stapeln sich Fliesen-Muster. „Im Moment befassen wir uns mit der Inneneinrichtung“, sagt Jodbad-Geschäftsführerin Renate Zinser.

Der Bau des Badehauses hat längst begonnen (wir berichteten). Trotzdem ist der ursprüngliche Zeitplan nicht zu halten. 2018 eröffnet das Bad nicht, aktuell rechnet Zinser mit der Eröffnung erst Mitte 2019. „Die Technik ist so aufwendig“, begründet sie die lange Bauzeit.

Gedanklich ist der Neubau für Zinser schon sehr präsent. 14 Wannen wird das vom Büro Matteo Thun entworfene Jodbad haben. Eine an der Realität orientierte Zahl, meint Zinser. Auch wenn im alten Jodbad 24 Wannen für die Kundschaft bereitstanden und der Betrieb wachsen soll. Aber damals waren die Öffnungszeiten ja auch knapp bemessen.

Das hat Zinser schon im Übergangsquartier geändert. In den Räumen im ersten Stock des Badeparks gibt es nur sechs Wannen, trotzdem ist die Zahl der Anwendungen in etwa konstant geblieben. Genaue Zahlen hat Zinser nicht: Die Jahresbilanz steht noch aus. Zufrieden ist Zinser allemal: „Die Kundschaft fühlt sich wohl.“

Fürs Jodbad-Team war es kein leichtes Jahr. „Am Anfang haben wir sehr mit der Technik gekämpft“, erinnert sich Zinser. Mal tröpfelte das Wasser nur in die Wanne, mal war es zu heiß, dann wieder zu kalt. Den Gästen sollten die technischem Turbulenzen verborgen bleiben, was dem Team – zwölf Frauen, drei Männer – viel abverlangte. Der Kraftakt beförderte das Miteinander. „Auch durch die räumliche Nähe ist das Team sehr zusammengewachsen“, meint Zinser. Eine neue Erfahrung: Im alten Jodbad war so viel Platz, dass jede Badefrau ein Reich für sich hatte.

Inzwischen läuft’s rund im Übergangsdomizil. Hier länger zu bleiben als erwartet, schreckt Zinser nicht. Eine Behelfslösung bleibt es dennoch. Mit viel Einsatz sorgen Zinser und ihr Team trotzdem für eine Wohlfühlatmosphäre.

Am Zukunftskonzept fürs neue Haus tüftelt die Jodbad-Mannschaft nicht alleine. Die Gemeinde hat Helmut Karg von HKH Management als Projektentwickler ins Boot geholt, zudem ist ein Arbeitskreis von Gemeinderäten eingebunden. Dabei geht es auch um die Entwicklung des Badeparks – und die Frage, ob und wie Jodbad und Badepark verschmelzen können. „Aber da stehen wir noch ganz am Anfang“, berichtet Zinser. Baulich gab’s bisher nur eine kleine Planänderung: Das Badehaus wird so gedreht, dass ein Verbindungsgang zum Badepark realisierbar wäre.

Der neue Besprechungsraum wird derzeit viel genutzt. Es gibt unzählige Details zu erörtern – und eben auch das große Ganze. Neue Kooperationen zum Beispiel mit Kassen oder Kliniken sind im Gespräch, maßgeschneiderte Angebote. Es soll bekannter werden, was Jodbäder bewirken – und wem sie helfen. „Das Spektrum reicht vom sehr kranken Menschen bis zum Wellnessgast“, sagt Zinser.

Das sei auch bei Gedankenspielen zur Verschmelzung von Jodbad und Badepark zu bedenken. Viele Gäste des Jodbads schätzten die Intimität: Sie gehen angezogen in die Bade-Kabine und kommen so auch wieder heraus. Vor allem Patienten mit Hautkrankheiten wollten auf keinen Fall im Bademantel von einer großen Umkleide durch den Verbindungsgang bis zur Wanne marschieren, macht Zinser deutlich. Dessen ungeachtet, gebe es sicher Möglichkeiten, Badepark-Gästen den Besuch des Jodbads nahe zu bringen und umgekehrt: „Im Moment sondieren wir, wie das gehen kann.“

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