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In der Wandelhalle fand der erste Neujahrsempfang für alle Wiesseer statt. Bürgermeister Peter Höß (M.) sprach über die Pläne auf dem Jodbad-Gelände.

Neujahrsempfang in Bad Wiessee

Jodbad-Pläne: Mit Zuversicht gegen den Zweifel

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Bad Wiessee  - Wenn alles so kommt wie erhofft, war es der erste und letzte Neujahrsempfang in der Wandelhalle.  Viele waren gekommen, um Konkretes  über die Jodbad-Pläne zu hören. 

Ein traumhafter Wintertag, es lockten Pisten und Loipen. „Es freut mich riesig, dass trotzdem so viele gekommen sind“, strahlte Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block). Erstmals hatte die Gemeinde zu einem Neujahrsempfang für alle Bürger eingeladen. Während die Gemeinde bis 2016 zum Jahresbeginn ausgesuchten Vereinsvertretern ein Drei-Gänge-Menü auftischte, will sie nun alljährlich einen Empfang für alle ausrichten. Um der Kommunikation willen und fürs Gemeinschaftsgefühl.

Das kann nicht schaden, denn gerade jetzt kocht die Gerüchteküche heiß. Ist der Sports Medicine Excellence Group (SME) als Investorin fürs geplante Luxus-Gesundheitshotel überhaupt zu trauen? Und wie sieht es mit dem neuen Badehaus aus, das die Gemeinde neben den Badepark stellen will? Wie berichtet, billigte der Gemeinderat die Kostenrechnung nur mit hauchdünner Mehrheit.

Von Zweifel war in der Neujahrsansprache des Bürgermeisters nichts zu spüren. „Wir haben einen Investor, um den uns viele andere Gemeinden beneiden“, versichert er. Der Gemeinderat habe sich im April 2015 für SME entschieden. Seitdem habe das Unternehmen einen siebenstelligen Betrag für die Planung ausgegeben. Das Projekt werde nun solide weiterentwickelt. Und das Grundstück werde erst dann an die SME übergehen, wenn der Kaufpreis bezahlt, die Finanzierung gesichert und die Planung genehmigt seien. Kein Grund zur Sorge also.

Wer allerdings Skizzen des Geplanten erwartet hatte, Fassaden-Entwürfe oder gar Innenansichten, wurde enttäuscht. In knappen Worten schilderte der Rathaus-Chef zum wiederholten Mal, wie der Komplex aussehen soll. Demnach dürfte die Wandelhalle 2018 eine Baustelle sein. Beherbergen soll sie nach Abschluss der Arbeiten ein Restaurant und einen Saal. Um Kältebrücken zu überwinden, werden zwei Elemente in das denkmalgeschützte Gebäude geschoben. Auch auf der riesigen Terrasse sollen die Gäste tafeln können. Das alte Jodbad wird abgerissen, darauf entsteht ein Hotel mit zwei Flügeln und einem Medizinzentrum. Wo sich jetzt die Tennisplätze befinden, wird ein Personalhaus errichtet. Im Besitz der Gemeinde bleibt eine 1,6 Hektar große Fläche, die bebaut werden könnte. Der Wert entspreche dem Preis, den die Gemeinde 2011 für das gesamte Jodbadareal bezahlte habe, erklärte Höß. Das wären zwölf Millionen Euro.

Auch die Finanzierung des Badehauses, das die Gemeinde als Ersatz fürs alte Jodbad neben den Badepark stellen will, scheint nach den Worten des Bürgermeisters unproblematisch. 4,6 Millionen Euro soll der Neubau kosten, mit allem Drumherum wie Quellensanierung und Außenanlagen werden es 8,7 Millionen Euro. Vom Freistaat erwartet die Gemeinde 3,2 Millionen Euro Zuschuss. Über letzteren ist allerdings noch nicht entschieden. Doch könnten angesichts des historisch niedrigen Zinsniveaus die Rahmenbedingungen und der Zeitpunkt für den Bau des Badehauses nicht besser sein, urteilte Höß.

Auf den Umstand, dass die Kalkulation angesichts eines 8:7-Beschlusses des Gemeinderats im Feuer steht, ging Höß nicht ein. Aber er fand ein passendes Luther-Zitat: „Wenn ein Bürgermeister seine Pflicht tut, werden kaum vier da sein, die ihn mögen.“ Manche Vorhaben müsse man einfach durchsetzen. Unterdessen steht eines außer Frage: Bei seiner Klausur am Donnerstag, 2. Februar, hat der Gemeinderat eine Menge Gesprächsstoff.

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