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Renate Zinser hofft, dass sich am Zeitplan nichts mehr ändert. 

Offizielle Eröffnung erst Anfang 2020 

Das Jodbad-Team macht sich bereit für den Neubau 

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Im neuen Jodschwefelbad wird vieles anders. Edles Ambiente, feine Temperierung, längere Öffnungszeiten. Aber an allem will Jodbad-Chefin Renate Zinser nicht rütteln. Die ersten Gäste können Anfang 2020 kommen.

Bad Wiessee– Das Erdgeschoss des neuen Badehauses ist vor dem großen Schneefall fertig geworden. „Hoffentlich ist es auch dicht“, sagt Jodbad-Geschäftsführerin Renate Zinser. Aktuell liegt eine dicke Schneedecke auf derBaustelle neben dem Badepark. Ein Innenausbau ist noch nicht möglich, die Arbeiten ruhen. Das ist nicht ungewöhnlich im Januar. Eigentlich soll es jedoch schon Ende des Monats mit dem Holzbau weitergehen. Ob das möglich ist, hängt von der Wetterlage ab. Zinser hofft, dass der Zeitplan gehalten werden kann. „Wir wissen nicht, ob der Schlechtwetter-Puffer reicht.“

Ein Termin für die Übergabe des Neubaus ist bereits gesetzt: Am 17. Dezember 2019 soll das Badehaus bezugsbereit sein. „Dann können wir mit dem Probebetrieb anfangen“, erklärt Zinser. Dafür nimmt sich das Team Zeit. Schließlich soll alles bestens funktionieren, wenn die ersten zahlenden Gäste ins Bad drängen. Einen Termin für die offizielle Eröffnung gibt es noch nicht. „Irgendwann im ersten Quartal 2020“, meint Zinser.

Der Andrang dürfte groß sein. Nicht nur treue Badegäste fragen immer wieder nach, wann das neue Bad denn fertig ist. Auch Architektur-Interessierte warten gespannt, was das Büro des Stararchitekten Matteo Thun in Bad Wiessee kreiert. „Da gibt’s eine richtige Fangemeinde“, weiß Zinser.

Während die Architekten einen edlen Rahmen schaffen, in dem die uralten Heilquellen ihre Kraft entfalten, befassen sich Zinser und ihr Team mit den Inhalten. „Das erste Halbjahr 2019 verwenden wir darauf, die Planung zu verfeinern“, meint Zinser. Klar ist bereits: Das neue Jodbad wird sieben Tage die Woche geöffnet sein, von 8 bis 20 oder 21 Uhr. Aktuell ist sonn- und feiertags geschlossen. „Wir wandeln uns um in ein modernes Unternehmen“, meint Zinser. „Und wir freuen uns drauf.“

Lesen Sie auch: Sanierung des Badeparks - Diese gewaltige Summe steht im Raum

Die Erweiterung der Öffnungszeiten bedeutet aber auch Schichtdienst und die Notwendigkeit, mehr Personal einzustellen. Drei bis vier Angestellte sollen dazukommen. Im Spätsommer oder Herbst will Zinser mit der Mitarbeitersuche beginnen.

Im zweiten Halbjahr 2019 startet auch die Marketing-Offensive. Um das angestaubte Image loszuwerden, hat die Jodbad-Gesellschaft eine Werbeagentur engagiert, die ihre Arbeit auch schon aufgenommen hat. Sichtbar wurde das neue Selbstverständnis kurz vor Weihnachten, als das Jodbad eine in Handarbeit produzierte Seife vorstellte (wir berichteten). Das gute Stück hat seinen Preis: 21 Euro kostet es. Das Vorgängermodell war für 3,80 Euro zu haben. Der Wechsel der Produktlinie sei dessen ungeachtet gut angekommen, berichtet Zinser. „Wir haben viel positives Feedback bekommen.“ Auch der Umsatz habe gestimmt.

Wie teuer die Anwendungen im Neubau sein werden, ist derzeit noch offen. Derzeit werden ein Wannenbad plus Inhalation oder Augenbad für 36 Euro angeboten. „Der Preis wird steigen, das ist klar“, meint Zinser.

Der teure Neubau – 7,6 Millionen Euro sind jetzt angesetzt – soll die Zukunft des Badeortes Wiessee sichern. Die Hoffnung ist, dass sich die Zahl der Heilbadenden irgendwann verzehnfacht. Eine Verdoppelung hält Zinser bereits im ersten Betriebsjahr für möglich. Raum bietet der Neubau mit seinen 14 Wannen angesichts der langen Öffnungszeiten genug. Im Übergangsquartier im ersten Stock des Badeparks sind es nur sechs.

Zinser ist froh, dass die Zeit im Badepark zu Ende geht. In der ehemaligen Physiotherapie-Praxis ist es eng und für die Angestellten unangenehm heiß. „Aber unsere Badenden brauchen es halt warm“, meint Zinser. Im Neubau lässt sich die Temperatur so regeln, dass es für alle passt. Aber die individuelle Betreuung wird bleiben. Anders als in vielen ähnlichen Einrichtungen hat der Gast seine Kabine eine Stunde lang für sich und wird dort von einer Badefrau betreut. Er zieht sich dort auch um und muss nicht im Bademantel das Gebäude durchwandern. Daran will Zinser nicht rütteln, auch wenn irgendwann eine engere Zusammenarbeit mit dem benachbarten Badepark erfolgen sollte: „Unsere Gäste genießen die Abgeschiedenheit.“

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