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Hier könnten sie sein: Josef Lederer vor dem Unterschlupf der Fledermäuse. 

Um den Abriss seines Hotels zu verhindern 

Josef Lederer setzt auf Fledermäuse und den Denkmalschutz

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Josef Lederer (77) kämpft weiter gegen den Abriss seines ehemaligen Hotels am Tegernsee.  Helfen sollen ihm Fledermäuse und der Denkmalschutz. Der Wiesseer hat zwei Anträge ans Landratsamt gestellt. 

Bad Wiessee – Vielleicht sind ja die Fledermäuse die Rettung. Sie haben ihre Kinderstube über der Wohnung von Josef Lederer (77). Sagt der Wiesseer Ex-Hotelier, der viel Hoffnung auf die Tierchen setzt. Sie könnten den Abriss seines alten Hotels verhindern, glaubt er. Seine Überlegungen hat er in ein Schreiben an das Landratsamt als Untere Naturschutzbehörde gefasst. „Ich beantrage, dass zum Schutz der Tiere ein Abbruch des Gebäudes nicht genehmigt wird“, heißt es in dem Brief.

Es sind nicht nur die Fledermäuse, deren Heimat Lederer bedroht sieht. Auch er selbst wohnt dort. Die Uhr tickt: Wie berichtet,

plant die Familie Strüngmann als Eigentümerin den Abriss des seit Jahren leer stehenden Hotels im Herbst. Auf dem Gelände soll ein Neubau entstehen. Mit dem Beginn der Arbeiten ist 2018 zu rechnen.

Um das zu verhindern, setzt Lederer nicht nur auf Fledermäuse. Auch Kreisbaumeister Werner Pawlovsky hat von Lederer Post bekommen. In diesem Schreiben beantragt Lederer Denkmalschutz für das fast 100 Jahre alte Haus. Es habe volkskundliche Bedeutung und sei ein Teil der deutschen Geschichte. Vor allem die historische Bedeutung – 1934 wurde SA-Führer Ernst Röhm in dem Hotel verhaftet – verbiete einen Abriss.

Viel Erfolg dürfte Lederer mit den Anträgen nicht haben. „Beide Briefe enthalten Forderungen, die zu früherer Zeit schon von Herrn Lederer geäußert worden sind“, erklärt Birger Nemitz, Pressesprecher des Landratsamtes. Im Fall der Forderung nach Denkmalschutz liege schon eine Antwort der Fachbehörde vor. Dort sei Lederer laut Oberkonservator Burkhard Körner bereits im Dezember 2016 vorstellig geworden. Ergebnis: Es erfolgt kein Eintrag in die Denkmalliste. Die Bauphase der 1930er-Jahre sei kaum mehr erhalten, der Ort des Geschehens nicht mehr ablesbar.

Mit der Fledermaus-Population werde sich die Untere Naturschutzbehörde noch befassen, so Nemitz. Es sei ein Gutachten nötig. Sollten die Tiere dort leben, müsse der Bauherr den Abbruch aber lediglich auf eine bestimmte Jahreszeit legen.  jm

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