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Im Sommer 2010 unternahm Innenminister Joachim Herrmann eine Rundfahrt mit dem Wiesseer Polizeiboot. Jetzt hat er zugesagt, für Ersatz zu sorgen.

Zusage vom Innenminister steht

Polizei bekommt ein neues Boot

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Bad Wiessee - Braucht die Wiesseer Polizei ein eigenes Boot? Das Thema hatte 2015 für Diskussionen gesorgt. Jetzt steht fest: Sie braucht ein Boot, und sie bekommt sogar ein neues.

Im vergangenen Herbst wurden Fakten geschaffen: Bei einer Einsatzfahrt ging das alte Polizeiboot kaputt. „Wir hatten einen Motorschaden“, berichtet der Wiesseer Polizei-Chef Wilhelm Sigel. „Wir haben alles überprüfen lassen, doch die Reparatur wäre unverhältnismäßig teuer gekommen.“

Also begann die Diskussion um einen Neukauf. Immerhin hat das Boot bereits 25 Jahre auf dem Buckel. Das Gespräch mit Innenminister Joachim Herrmann in Sachen Personalaufstockung der Inspektion Bad Wiessee verlief für Sigel dann in zweifacher Hinsicht erfolgreich. Die Inspektion bekam nicht nur einen Mann zusätzlich ab 1. März zugesprochen (unsere Zeitung berichtete), sie erhielt auch die Zusage für ein neues Polizeiboot.

„Wir bekommen ein Boot, das unseren Anforderungen entspricht“, sagt Sigel. Es werde sich um ein etwa sechs Meter langes, leichtes, modernes Aluboot mit einem 150 PS starken Motor handeln. Obwohl es eine niedrigere Motorleistung hat wie das bisherige Boot mit 222 PS, werde es ausreichend schnell sein. „Das alte Boot war ein Glasfaserkunststoff-Boot und damit viel schwerer als das neue sein wird“, weiß Sigel.

Die Ausschreibung laufe bereits, Ende April oder Anfang Mai werde es am Tegernsee seinen Einsatz aufnehmen. Was die Kosten betrifft, so könne er keine konkrete Summe nennen. Man gehe aber von einem Betrag um die 60.000 Euro aus, so Sigel.

Dabei war von einem neuen Boot in der Vergangenheit öffentlich nie die Rede. Im Fokus der Debatte stand vielmehr die grundsätzliche Frage, warum die Polizei überhaupt ein Boot auf dem Tegernsee brauche. Vor allem der Tegernseer Bauausschuss hatte kein Blatt vor den Mund genommen. Mit DLRG, Wasserwacht und Feuerwehr seien genügend Rettungsboote vorhanden, Polizeipräsenz sei auf dem See nicht erforderlich, so die Meinung der Tegernseer.

Sigel verteidigt das Boot, damals wie heute: Die Polizei überwache damit den Schiffsverkehr, den Umweltschutz und sei bei Strafverfolgung und Rettungseinsätzen aktiv. Ausgelöst hatte die Debatte um die Notwendigkeit des Polizeiboots eigentlich die Suche nach einem neuen Bootshaus. Der bisherige Standort am Schorn in Rottach-Egern sei zu weit weg von der Inspektion und in einem schlechten Zustand. Die Bezeichnung vom „Saloon am Schorn“ machte die Runde. Nach langem Hickhack fand sich im Frühjahr 2015 eine Lösung für ein schwimmendes Bootshaus am Wiesseer Yachthafen, auf einem Grundstück, das Herzog Max in Bayern gehört.

Die Stadt Tegernsee, in deren Hoheitsgebiet der See liegt, und der Wiesseer Bauausschuss stimmten bereits zu. Seitdem haben sich die Wogen geglättet. In trockenen Tüchern ist der Neubau allerdings noch nicht: „Die Angelegenheit liegt immer noch im Ministerium“, berichtet Sigel. Wenn das neue Boot im Frühjahr kommt, dann muss es mit der alten Hütte am Schorn Vorlieb nehmen.

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