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Wiesseer Kindergarten nicht mehr zu retten - wie geht‘s nun weiter?

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Von: Gabi Werner

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Zu klein und marode: Der Kindergarten Maria Himmelfahrt in Bad Wiessee muss abgerissen werden. In einer Klausur will der Gemeinderat darüber beraten, wo ein neuer Kindergarten entstehen könnte. © Thomas Plettenberg

Der Kindergarten Maria Himmelfahrt in Bad Wiessee ist ein Fall für die Abrissbirne. Das hat ein Gutachten ergeben. Mit der Frage, wie es nun weiter geht, befasst sich der Gemeinderat in einer Klausur.

Bad Wiessee – Das Gutachten, das der TÜV im Auftrag der Gemeinde über den Zustand des katholischen Kindergartens Bad Wiessee erstellt hat, spricht eine deutliche Sprache. Das 1974/75 errichtete Gebäude an der Hagngasse hat seine zu erwartende Lebensdauer erreicht oder sogar schon überschritten. Eine Sanierung lohnt nicht mehr. Mit „sehr großer Wahrscheinlichkeit“ sei es wirtschaftlicher, das komplette Gebäude abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen, heißt es in dem Gutachten, das Bauamtsmitarbeiter Thomas Holzapfel den Gemeinderäten in der jüngsten Sitzung präsentierte. Zumal das Gebäude auch zu klein ist und erweitert werden müsste. 

Damit stellt sich für Bad Wiessee die grundsätzliche Frage, wie sie die Kinderbetreuung im Ort künftig organisieren möchte. Schließlich ist auch die benachbarte Kinderkrippe im Schulhaus mittlerweile zu klein geworden. Sie bekommt als Notlösung vorläufig einen Container-Anbau, braucht aber eine dauerhafte Erweiterung. Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block) wäre es am liebsten, wenn die Betreuungsangebote gebündelt würden und an dieser zentralen Stelle verbleiben könnten. „Wir sollten hier etwas Zukunftsweisendes für die nächsten Jahrzehnte schaffen“, meinte er. Kindergarten, Krippe, Grundschule und Hort – in Bad Wiessee liegt das bisher nah beisammen.

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Auch CSU-Gemeinderat und Bürgermeisterkandidat Florian Sareiter ist daran gelegen, dass das so bleibt. „Wir haben die geballte Bildung an einem Ort – das ist sehr, sehr gut“, sagte er. Im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten sollte die Gemeinde hier „etwas Schönes kreieren“. Um keine Zeit zu verlieren, schlug Sareiter eine gemeinsame Sondersitzung von Gemeinderat und den jeweiligen Trägern der Einrichtungen – der Evangelischen und Katholischen Kirche – vor. Höß ging sogar noch einen Schritt weiter und regte eine Klausurtagung an.

Eine solche Sitzung müsse aber gut vorbereitet sein, so der Hinweis von Bernd Kuntze-Fechner (SPD). Sein Gemeinderatskollege Markus Trinkl (Wiesseer Block) gab ihm recht und schlug vor, sich einen Architekten an Bord zu holen, der sich explizit mit dem Bau von Kindergärten auskennt und verschiedene Vorschläge erarbeitet. „Sonst bringt das nix“, betonte Trinkl.

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Der Gemeinderat war einverstanden und fixierte dieses Vorgehen in einem einstimmig gefassten Beschluss. Demnach soll die Rathaus-Verwaltung im Vorfeld der Klausur ein Fachbüro damit beauftragen, für das Gelände beim Schulhaus planerische Konzepte zu erarbeiten. Die verschiedenen Alternativen sollen dann bei der Klausur vorgestellt werden. Denn eines ist für Bürgermeister Höß klar: Angesichts steigender Geburtenraten und der neuen Hotel-Ansiedelungen, die auch neues Personal – sprich Familien – nach Bad Wiessee bringen, werde der Bedarf bei der Kinderbetreuung weiter wachsen.

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