Auf dem gemeindeeigenen Areal der Grundschule soll das neue Kita-Zentrum mit Kindergarten und Krippe entstehen. Damit sind Schule, Hort- und Kinderbetreuung weiterhin an einem Platz gebündelt. Foto: Thomas Plettenberg
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Auf dem gemeindeeigenen Areal der Grundschule soll das neue Kita-Zentrum mit Kindergarten und Krippe entstehen. Damit sind Schule, Hort- und Kinderbetreuung weiterhin an einem Platz gebündelt.

Kita-Neubau in Bad Wiessee: Debatte um Trägerschaft

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
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Die neuen Krippe und Kindergarten in Bad Wiessee sollen in einem Schwung errichtet werden. Eine Diskussion entspann sich über die Trägerschaft für den Kindergarten. Nicht alle wollten hier automatisch auf die Katholische Kirche setzen.

Bad Wiessee – Die Krippe ist zu klein, der Kindergarten marode. Vor diesem Hintergrund hat der Gemeinderat Bad Wiessee im Juni beschlossen, ein Verfahren für den Neubau eines Kita-Zentrums auf dem Areal der Schule in Gang zu setzen (wir berichteten). Maximal drei gleich große Baukörper für Krippe und Kindergarten können hier in Modulbauweise laut einer städtebaulichen Studie entstehen. Um Synergien zu nutzen und Kosten zu sparen, beschloss der Gemeinderat nun, zwei Module gleichzeitig zu bauen. 48 Krippenplätze und bis zu 100 Kindergartenplätze sollen auf diese Weise entstehen. Hinzu kommen etwa zehn bis 20 Personalwohnungen im Dachgeschoss. Gesamtkosten: rund 9,4 Millionen Euro.

Nachdem der Kindergarten unter Trägerschaft der Katholischen Kirche steht, hatte Bürgermeister Robert Kühn (SPD) bei einem Termin im Erzbischöflichen Ordinariat bereits abgeklopft, wie man dort zu dem gemeindlichen Vorhaben steht. „Die waren sehr glücklich über die Planungen, die wir ihnen vorgestellt haben“, berichtete Kühn dem Gemeinderat. Zudem habe man bei dem Zusammentreffen bereits die feste Absicht bekundet, die Trägerschaft des Kindergartens in der Hand der Katholischen Kirche zu belassen, teilte der Rathaus-Chef mit – und traf damit offenbar einen wunden Punkt.

„Es ist unbestritten, dass wir einen neuen Kindergarten brauchen und bauen müssen“, meldete sich Johannes von Miller (Grüne) zu Wort. Was die Trägerschaft anbelangt, wollte sich Miller aber nur ungern schon jetzt festlegen. „Wir sollten da auch links und rechts schauen“, meinte er. Die Trägerschaft durch die Katholische Kirche sei in der Vergangenheit „sehr problematisch“ gewesen, erklärte der Gemeinderat, der früher auch einmal Elternbeiratsvorsitzender war. Konkreter wurde Miller nicht. Auf Nachfrage erklärt er aber, dass die Katholische Kirche als Träger des Wiesseer Kindergartens bis heute bei vielen Eltern umstritten sei.

Der Grünen-Gemeinderat schlug daher vor, den Beschluss zu splitten: einmal die Entscheidung zum Neubau, einmal zur Trägerschaft. Dieses Vorgehen lehnte der Gemeinderat jedoch mit 11:8 Stimmen ab. Demnach wurde im Beschluss verankert, dass man auch künftig auf die Trägerschaft durch die Katholische (Kindergarten) und die Evangelische Kirche (Krippe) setze.

Eine Lanze für die Teams in beiden Einrichtungen hatte zuvor CSU-Sprecher Florian Sareiter, Vater zweier kleiner Töchter, gebrochen. „Wir haben da tolle Mitarbeiter“, erklärte Sareiter und riet eindringlich dazu, auch künftig mit den bewährten kirchlichen Betreibern zusammenzuarbeiten. „Das sind tolle und auch kostenunintensive Trägerschaften.“

Trotz der unterschiedlichen Meinungen zur Trägerschaft fiel der Beschluss zum Bau von Kindergarten und Krippe in beschriebener Modulbauweise am Ende ohne Gegenstimme. Die Verwaltung soll nun als ersten Schritt die europaweite Ausschreibung in die Wege leiten. Ziel ist es, Anfang bis Mitte nächsten Jahres dem Gemeinderat ein Ergebnis der Ausschreibung präsentieren zu können.

Angesichts der Baukosten sprach Sareiter von einer „gewaltigen Summe“. Rathaus-Geschäftsführer Hilmar Danzinger rechnet mit einer Förderung in Höhe von etwa 30 Prozent des Gesamtbetrags.

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