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Das Hotel Ritter soll den Besitzer wechseln. Welche Nutzung auf dem Gelände denkbar wäre, gehört zu den Themen, die bei der Klausur des Gemeinderats besprochen wurden. 

Bürgermeister Peter Höß berichtet

Klausur des Gemeinderats: Wohin geht’s für Bad Wiessee?

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Wie und wo wird sich Bad Wiessee verändern, wie kann die Gemeinde die Entwicklung steuern? Mit diesen Fragen befasste sich der Gemeinderat bei einer Klausur. 

Bad Wiessee – „Ein Drogeriemarkt wäre wichtig“, findet Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Blick). Und Lebensmittelgeschäfte im Ort. Aber wo sind sie am besten angesiedelt, was müssen sie bieten, welche Größe sollen sie haben? Um all das auszuloten, hat die Gemeinde schon vor einiger Zeit ein Einzelhandelsgutachten in Auftrag gegeben. „Daran wird gerade gearbeitet“, sagt Höß.

Die Analyse wird eine Entscheidungshilfe für die weitere Planung sein. Zum einen bei der Ausgestaltung des Laden-Komplexes, der neben einem Luxushotel auf dem riesigen Strüngmann-Grundstück an der Seepromenade entsteht. Zum anderen innerorts. Denn auch dort dürfte sich einiges tun, größere Objekte stehen zum Verkauf.

Um dem Gemeinderat darzulegen, welche Immobilien und Flächen im Feuer stehen, hatte Höß eine Klausur einberufen. Hinter verschlossenen Türen informierte Bauamtsleiter Helmut Köckeis den Gemeinderat darüber, welche Planungswünsche bestehen. „Dann kann man sich schon einmal Gedanken machen und das Ganze im Auge behalten“, meint Höß.

Ein großes Thema war dabei auch das jetzige Hotel Ritter. „Das soll den Besitzer

wechseln“, berichtet Höß. Die Eigentümer-Familie Grühn wolle verkaufen. Welche Nutzung für das Gelände infrage komme, könne jedoch erst entschieden werden, wenn das Ergebnis des Einzelhandelsgutachtens vorliege.

Noch beschäftigen wird den Gemeinderat auch das Haus Ursula am Lindenplatz. Wie berichtet, plant ein Bauträger den Abriss und ein neues Geschäftshaus. Den ersten Bauantrag schmetterte der Gemeinderat im Dezember ab. „Der erste Entwurf war auch mit viel zu heißer Nadel gestrickt“, meint Höß. Überdimensioniert und auch nicht den Vereinbarungen entsprechend geplant. Es sei nun Sache des Bauträgers, Alternativen vorzulegen, meint Höß. Wobei der Neubau durchaus eine stattliche Größe aufweisen dürfe: „Der Lindenplatz muss auch gefasst werden.“

Fest im Visier hat die Gemeinde das Josefsheim, das derzeit noch als Pfarrheim dient. Die Ordensschwestern, denen es gehört, wollen verkaufen. Die Gemeinde hat ihr Interesse angemeldet. Auf dem Grundstück nahe der Schule könnten Wohnungen für Bürger mit kleinem Geldbeutel entstehen. Vor allem will die Gemeinde verhindern, dass ein Bauträger mit maximalem Gewinnstreben das Grundstück bekommt. Allzu viel ist auf der Fläche ohnehin nicht möglich. „Da gibt es nur ein kleines Baufenster“, erklärt Höß. Und zudem eine Kapelle, die unter Denkmalschutz steht.

Noch keine klaren Überlegungen gibt es zum sogenannten Handwerkerhof neben dem Rathaus. Die Gemeinde hat einen Teil des verschachtelten Komplexes gekauft. Auch der Hochwasserschutz ist bei der Planung ein Thema: Hier sprudelt der Zeiselbach. Anbieten würde sich eine Erweiterung des Rathauses, das aus allen Nähten platzt. Zudem werden Parkplätze gebraucht. Wie der Bedarf und die Möglichkeiten in Einklang zu bringen sind, ist offen. Aber bislang, so Höß, gebe es noch keine Entwürfe: „Damit müssen wir uns noch befassen.“

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