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Treten bei der Stichwahl in zwei Wochen noch einmal gegeneinander an: CSU-Kandidat Florian Sareiter (l.) und SPD-Bewerber Robert Kühn.

Florian Sareiter (CSU) und Robert Kühn (SPD) in der Stichwahl

Wiesseer Wahlkrimi geht in die Verlängerung

  • Gabi Werner
    VonGabi Werner
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Es bleibt spannend in Bad Wiessee: Die Entscheidung, wer künftiger Bürgermeister wird, fällt erst bei der Stichwahl in zwei Wochen. Im Rennen sind noch Florian Sareiter (CSU) und Robert Kühn (SPD).

Bad Wiessee – Es war ein Nervenspiel für alle Beteiligten. Erst gegen 19.40 Uhr stand das – sehr knappe – Ergebnis der Bürgermeisterwahl in Bad Wiessee fest. Am Ende hatte CSU-Kandidat Florian Sareiter die Nase vorn: Er brachte es auf 43,42 Prozent der Wählerstimmen verpasste damit aber die nötige absolute Mehrheit. 1006 Wiesseer gaben dem 41-Jährigen ihre Stimme. „Damit kann ich zufrieden sein“, sagte Sareiter in einer ersten Reaktion. Dass es zu einer Stichwahl kommen würde, sei zu erwarten gewesen.

Sein Kontrahent in zwei Wochen wird SPD-Bewerber Robert Kühn sein. 666 Wähler gaben dem 37-jährigen Geschäftsmann ihre Stimme – das sind 28,74 Prozent. Nur knapp dahinter folgt Johannes von Miller mit 645 Stimmen und 27,84 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 56 Prozent.

Nachdem Wahlleiter Thomas Lange das Ergebnis im Sitzungssaal des historischen Rathauses verkündet hatte, gratulierten sich die Kandidaten gegenseitig zu den Ergebnissen. „Wir haben einen wahnsinnig fairen Wahlkampf geführt“, meinte Kühn, der den Wiesseer Wahlkrimi mit wachsender Nervosität verfolgt hatte. Die Bürger hätten dies mit einem knappen Ergebnis honoriert. „Es sind drei gleichstarke Kandidaten angetreten – zwei hatten am Ende eben die Nase vorn“, erklärte der wohl exotischste der drei Kandidaten.

Ein „bisserl enttäuscht“ von seinem Ausscheiden zeigte sich Politneuling Johannes von Miller (57), der quasi als Überraschungskandidat für die Grünen zur Wahl angetreten war. Er trage das Ergebnis aber mit Fassung, betonte von Miller. Wer seinen Hut in den Ring werfe, müsse auch verlieren können. Eines, so zeigte sich der Grünen-Bewerber überzeugt, habe er aber geschafft: Dass es nun zu einer Stichwahl komme, sei seiner Kandidatur zu verdanken.

Der Wahlkampf ist in Bad Wiessee also noch nicht beendet. „Wir werden noch einmal alles geben“, kündigte Sareiter an. Angesichts der Corona-Krise werde man den Wahlkampf aber anpassen und auf Veranstaltungen verzichten. Die Gesundheit der Bevölkerung gehe vor – „da wird vieles online laufen“.

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Ganz entspannt hatte den Wahlsonntag Noch-Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block) verbracht. Gemeinsam mit den Kandidaten, deren Familien und etlichen interessierten Bürgern wartete er das Ergebnis der Auszählung im Rathaus ab. „Heute ist der Bürger der Souverän“, meinte Höß, der am Samstag noch wegen der Corona-Krise Entscheidungen wie die Schließung der Spielarena zu treffen hatte. Am Wahltag selbst unternahm er eine Skitour.

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