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Die Zeiselbach-Winterstube von innen.

Heftige Debatte im Gemeinderat Bad Wiessee 

Kräftige Hiebe wegen Holzfällermuseum

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Bad Wiessee - Es ging ums Holzfällermuseum – und am Ende hackten die Wiesseer Gemeinderäte kräftig aufeinander ein. Mühsam gelang schließlich der Beschluss, man werde die Museumsidee nicht verfolgen.

Es war ein Artikel in unserer Zeitung, der im Februar für Aufruhr bei der Wiesseer CSU sorgte. Zu lesen war dort, dass aus der Zeiselbach Winterstube ein Holzfällermuseum werden soll. Im Auftrag der Gemeinde brachten Petra Wagner und Maria Huber, Frau von Vize-Bürgermeister Robert Huber, die Hütte auf Vordermann, befassten sich aber auch mit der Historie und dachten über die Präsentation der Ausstellungsstücke nach. 

Für CSU-Chef Kurt Sareiter und sein Team eine Überraschung. Als dann im Haushalt 2016 die stolze Summe von 56 445 Euro für die Zeiselbach Winterstube auftauchte, hakte die CSU ein: Ein Holzfällermuseum im Wald könne doch nicht funktionieren (wir berichteten). Im Nachgang stellte die Fraktion den Antrag, das Projekt Holzfällermuseum zu stoppen. Dieser Antrag war jetzt im Gemeinderat Thema – und ließ dort die Emotionen hochkochen. Irritiert war Kurt Sareiter vor allem über die Aussage von Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block), es sei nie ein Holzfällermuseum geplant gewesen, weshalb der CSU-Antrag ins Leere laufe. „Eine andere Ausrede ist Ihnen wohl nicht eingefallen“, meinte Kurt Sareiter. Auch Florian Sareiter (CSU) schüttelte den Kopf: „Die Nicht-Kommunikation schreit zum Himmel.“ 

Es sei ja nicht falsch gewesen, was die Tegernseer Zeitung berichtet habe, räumte Geschäftsleiter Michael Herrmann ein. Doch letztlich wollte niemand jemals das Projekt Holzfällermuseum angestoßen haben. Auch Vize-Bürgermeister Huber nicht, der aber immerhin einräumte, dass er eine Zeitlang die Bauleitung inne hatte. „Im guten Glauben“ habe er etwas auf den Weg gebracht, damit man die Hütte auch herzeigen könne, erklärte Huber. „Es tut mir unendlich leid, dass da ein falscher Zungenschlag hineingekommen ist.“ Unterdessen erinnerte sich Bernd Kuntze-Fechner (SPD) mit Groll an die harten Worte von Ingrid Versen (CSU) zum Thema Holzfällermuseum bei der Haushaltsdebatte. Kuntze-Fechner hatte daraufhin öffentlich in einem offenen Brief eine Entschuldigung verlangt, was Versen wiederum zum Anlass für einen geharnischten Brief zur aktuellen Gemeinderatssitzung genommen hatte. 

Versen selbst fehlte diesmal, als es in der Sitzung ums Museum ging. Kuntze-Fechner machte seinem Zorn trotzdem Luft. Es gehe nicht an, dass Versen Personen am Ratstisch verunglimpfe, meinte er. Die Mitglieder der CSU-Fraktion sollten bitte mäßigend auf Versen einwirken. Unterdessen übte sich Bürgermeister Höß in Geduld und versuchte, die CSU dazu zu bewegen, den Antrag auf Stopp des Museums zurückzuziehen. Schließlich gebe es nichts zu stoppen. Aber so leicht ließ Kurt Sareiter nicht locker, verwies immer wieder auf unseren Artikel vom Februar. 

Nach hitziger Debatte einigte man sich auf die Formulierung, die Idee Holzfällermuseum werde nicht verfolgt. Der Beschluss dazu fiel einstimmig. Zustimmung fand auch der CSU-Vorschlag, bald eine Ortsbesichtigung der Zeiselbach Winterstube für den gesamten Gemeinderat anzusetzen. Für die künftge Nutzung der Hütte im Wald entwickelt die Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) laut Geschäftsleiter Herrmann schon Pläne. Eignen würde sich die Hütte zum Beispiel für Firmen, die ihren Mitarbeitern einen besonderes Miteinander anbieten wollen: einen Tag ohne Strom und Handyempfang.

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