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Ein völlig neues Gesicht soll die Wiesseer Seepromenade bekommen. Das alte Hotel Lederer (im Vordergrund) soll ebenso wie das Haus des Gastes im Herbst abgerissen werden. 

Strüngmann-Planung unter Verschluss:

Das lange Warten auf den großen Wurf

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Einen „Ort zum Wohlfühlen“ will die Familie Strüngmann an der Wiesseer Seepromenade schaffen. Aber wie sieht er aus? Darüber kann immer noch nur gerätselt werden. 

Bad WiesseeAb dem Spätherbst dürfte es Schlag auf Schlag gehen: Abriss des alten Hotels Lederer, des Haus des Gastes und des Hotels Wittelsbach. Kaum sind die Mauern abgetragen, sollen 2018 auch schon die Bauarbeiten für den großen Wurf an der Seepromenade beginnen. Eine Skizze stellte Strüngmanns Familienbüro Athos vor genau einem Jahr vor. Dreh- und Angelpunkt ist ein Luxushotel mit 210 Betten im Vier- oder Fünf-Sterne-Bereich, dazu Läden, Büros und Wohnungen. Den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan hätte der Wiesseer Gemeinderat gern schon im Januar diesen Jahres gefasst. Das geschah nicht. Wie berichtet, erklärte Rathaus-Chef Peter Höß nun bei der Bürgerversammlung, er hoffe auf eine Präsentation von Strüngmanns Plänen noch vor der Sommerpause.

Ob es die geben wird, ist weiter offen. Dabei versichert Athos-Sprecher Andreas Göbel, das Unternehmen wolle den Wiesseern die Detailplanung sehr gerne noch vor den Sommerferien zeigen. „Aber es gibt noch keinen Termin.“ Angesichts der Bedeutung des Projekts treibe Athos es „sehr gewissenhaft“ voran. Am strammen Zeitplan halte das Unternehmen aber fest. Der Abriss des Hotels Lederer erfolge wie geplant, meint Göbel. Dass der frühere Hotel-Eigentümer Josef Lederer (77) dort noch ein Nebengebäude bewohnt und gegen den Abriss kämpft, ändere daran nichts: „Wir werden uns sicher einigen.“

Den Kurs für die Ausrichtung des Hotels definiert Göbel nur vage. Nur so viel: „Es soll nicht wie ein Solitär dastehen, sondern sich gut in die Gemeinde eingliedern.“ Das Thema Gesundheit, dem sich Bad Wiessee mit dem Jodbad-Projekt verschrieben hat, dürfte aber nicht im Mittelpunkt stehen. „Es wird ein Ort zum Wohlfühlen, das ist ja auch gesund“, meint Göbel. Athos sei mit vielen Fachleuten im Gespräch. Es gebe „gute Leute“, die sich dafür interessieren, das Hotel zu betreiben. Wer von den Interessenten letztlich einsteigt, wird wohl noch länger offenbleiben. „Im Frühsommer werden wir noch keinen Betreiber nennen können“, erklärt Göbel.

Kopfzerbrechen dürfte auch die Planung der „flankierenden Bebauung“ bereiten, also der Wohnungen und Läden. Welche Geschäfte haben Aussicht auf Erfolg, was müssen sie bieten? Das zu erkunden, ist Inhalt eines Einzelhandelsgutachtens, das die Gemeinde nach einer Ausschreibung in Auftrag gegeben hat. „Das läuft noch“, erklärt Bürgermeister Höß. Er rechne erst im Herbst mit einem Ergebnis. Wichtig sei die vom Freistaat geförderte Analyse nicht nur für das Strüngmann-Projekt, sondern für den ganzen Ort. Auch wenn Prognosen schwierig seien, müsse die Gemeinde doch alles daran setzen, Entwicklungen möglichst genau abzuschätzen: „Amazon will ja jetzt sogar verstärkt Lebensmittel liefern.“

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