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Leerstand im Neubau : Der Bauherr will die Gewerbeflächen in Wohnungen umwandeln. Der Bauausschuss des Gemeinderats hat das abgelehnt. 

Neubauten hinter Wiesseer Rathaus

Leere Läden, heftige Vorwürfe

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Bad Wiessee - Eine Fehlplanung sei das, ein ewiges Sorgenkind, und das gleich hinter dem Wiesseer Rathaus. In dem Neubau stehen Läden leer. Sie in Ferienwohnungen umzuwandeln, lehnte der Bauausschuss rundweg ab.

 Da habe sich wohl einer verspekuliert, merkte Robert Huber (SPD) süffisant an: „Da ist die Gewinnmaximierung nicht so rausgegangen.“ Aber nun könne es nicht Aufgabe der Gemeinde sein, die „Mistplanung“ zu korrigieren, setzte Fritz Niedermaier (FWG) hinzu. Gemeint sind zwei Wohn- und Geschäftshäuser hinter dem Wiesseer Rathaus, die seit Jahren strittig sind. Einmütig verweigerte der Bauausschuss des Gemeinderates dem Eigentümer, der Münchner Tria Ena GmbH, den Wunsch, vier leer stehende Läden in Ferienwohnungen umzuwandeln. Aber das Gremium sucht das Gespräch mit dem Bauherrn-Vertreter Günther Hagen. „Dazu bin ich gern bereit“, meinte Hagn am Mittwoch auf Nachfrage unserer Zeitung. Vor der Unterredung wolle er sich jedoch zu dem Thema nicht öffentlich äußern.

Bekannt ist, dass Hagen eigentlich keine Läden bauen wollte, sondern ausschließlich Wohnungen. Darum kam es im August 2013 zu einem Ortstermin des Bayerischen Verwaltungsgerichts. Anlass war das Begehren der Tria Ena, statt der seit 2011 genehmigten beiden Wohn- und Geschäftshäuser nurmehr zwei Wohnhäuser zu bauen. Hagen konnte sich nicht durchsetzen – und so entstanden die beiden Neubauten zwischen Rathaus-Parkplatz und Netto-Markt sowie eine Tiefgarage mit 30 Plätzen. Allerdings lief dabei laut Bauamtsleiter Helmut Köckeis einiges schief. Bei den Arbeiten kämpfte die Mannschaft mit schwierigen Bodenverhältnissen, und letztlich reichte der Platz für die Zufahrten zum hinterliegenden Haus 2 nicht. „Da gab es totale Planungsfehler“, erklärte Köckeis im Bauausschuss. Weil auch in der Tiefgarage einiges nichts so ausgeführt worden sei wie gefordert, habe das Landratsamt den Ausbau von Haus 2 eingestellt. Dort waren zwei Läden und drei Wohnungen geplant. Der Bauherr habe dann aber Elemente verbunden, weshalb es nun nur zwei Wohnungen gebe.

Der Antrag der Tria Ena bezog sich auf die vier Läden in Haus 1. Die sollten zu vier Ferienwohnungen mit je vier Betten werden. „Für die Läden hat sich kein Interessent gefunden, geschweige denn ein Käufer“, erklärte Köckeis. Er empfahl dem Ausschuss, der Umwandlung zuzustimmen. „Sonst haben wir das noch ein, zwei Jahre so vor der Haustür.“

Das Argument zog nicht. Florian Sareiter (CSU) sah in dem Vorgehen eine Salamitaktik. Wenn die Ferienwohnungen genehmigt seien, werde es bald heißen, die ließen sich nicht vermieten. Dann entstünden halt doch Wohnungen, was die Gemeinde habe verhindern wollen. meinte Sareiter. Man wisse ja auch nicht, wie viel Engagement die Eigentümer überhaupt in die Vermietung der Objekte gesetzt habe, meinte Huber. „Vielleicht wird da auch taktiert.“ Wohnungen scheinen gefragt zu sein: Die acht bestehenden in Haus 1 sind verkauft.

Bei dem Gespräch zwischen den Vertretern der Gemeinde und der Tia Ena dürfte auch eine Rolle spielen, was auf dem Nachbargrundstück geschieht. Dort, gleich neben dem Zeiselbach, hat die Gemeinde 2015 das Haus Sanktjohanserstraße 10b gekauft. Es handelt sich um den Teil eines verschachtelten Komplexes mit Läden und Wohnungen, der noch weitere Besitzer hat. Mit der Entwicklung befasst sich eine Arbeitsgruppe. Sie hat erst kürzlich getagt, lässt aber noch keine Ergebnisse verlauten. Klar ist, dass unter anderem auch an einen Anbau des Rathauses gedacht ist: Es platzt aus allen Nähten.

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