CSU-Gemeinderätin Ingrid Versen fordert Unterlagen per Boten

Nach spätem Besuch: Versens Info-Problem gelöst

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Die Wiesseer CSU-Gemeinderätin Ingrid Versen sieht sich ausgebremst. Kollegen, die über ihr Tablet am Ratsinformationssystem teilhaben, erhalten mehr Informationen. Versen will kein Tablet, es kam zum Konflikt - den Geschäftsleiter Danzinger mit einem späten Besuch gelöst hat. 

++++ Aktualisierung 7. Juni 10.45 Uhr

Ingrid Versen nimmt nun auch am Ratsinformationssystem teil. Geschäftsleiter Hilmar Danzinger hat ihr am Mittwochabend noch einen Besuch abgestattet, um das Problem zu erörtern. Dabei wurde eine Lösung gefunden: Versen nutzt kein Tablet, sondern erhält über ihren PC einen Zugang zum System. Ein Techniker der Gemeinde hat den Zugang am Donnerstagmorgen eingerichtet. 


Bad Wiessee– Um Vergaben bis zu einer Gesamtsumme von 10,3 Millionen Euro fürs Jodbad soll es am Donnerstagabend im Wiesseer Gemeinderat gehen. Der Platz von Ingrid Versen (CSU) wird wohl leer bleiben. Ein Akt des zornigen Protests. „Ich kann mich nicht vorbereiten“, erklärte sie am Mittwoch. Anders als ihre Kollegen habe sie die Unterlagen zur Sitzung nicht erhalten. Und dies, obwohl sie mehrmals im Rathaus nachgehakt habe. „Man verweigert mir mein Handwerkszeug“, meint Versen. Dabei bereite sie sich stets gründlich auf die Sitzungen vor und opfere hierfür ihren Sonntag.

Ingrid Versen lehnt das Tablet ab.

Was Versen von ihren Kollegen unterscheidet: Sie nimmt nicht am Ratsinformationssystem teil. Schon im Juni 2014 beschloss der Gemeinderat, die Papierflut durch Tablets zu ersetzen. Versen lehnte ab. „Wenn ich auf ein Tablet schaue, bekomme ich Kopfweh“, sagt sie. Darum lässt ihr die Gemeinde alle Unterlagen ausgedruckt per Boten zustellen. Bei der jüngsten CSU-Fraktionssitzung stellte Versen allerdings fest, dass ihre Kollegen tiefergehende Informationen hatten. Dies deshalb, weil die Gemeinderäte über das interne System neuerdings weitreichendere Unterlagen zu den einzelnen Punkten der nicht öffentlichen Tagesordnung erhalten, erklärt Geschäftsleiter Hilmar Danzinger. Diese diene der Transparenz. Ausdrucken und im Briefkasten deponieren wolle und dürfe die Verwaltung diese geheimen Unterlagen aber nicht: „Das ist auch mit der Kommunalaufsicht geklärt.“

Eine Erklärung, die Versen nicht akzeptiert. Sie stellte Danzinger am Mittwoch ein Ultimatum, verlangte die Zustellung bis 15 Uhr. Danzinger bot seinen persönlichen Besuch an: Er komme mit seinem Tablet vorbei, Versen könne sämtliche Anlagen durchlesen. Versen lehnte ab. Es sei ihr gutes Recht, alle Unterlagen schriftlich zu bekommen, beharrt die Gemeinderätin. Offenbar wolle man ihr Informationen vorenthalten.

Dem sei nicht so, versichert Danzinger. Darum habe die Gemeinde Versen Unterlagen oft nicht nur einmal, sondern mehrmals bringen lassen. Immer wieder seien offenbar Umschläge aus Versen Briefkasten verschwunden. „Wir haben deshalb beim Einwerfen schon Fotos gemacht“, berichtet Danzinger. Auch diesmal müsste Versen alle Unterlagen zur öffentlichen Sitzung erhalten haben. Sollte Versen heute Abend fehlen, gilt dies im Übrigen als unentschuldigt. Dafür kann ein Ordnungsgeld erhoben werden, so Danzinger: „Darüber hat der Gemeinderat zu entscheiden.“

Rubriklistenbild: © pixabay

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