U2 und U7: Zugausfälle, Unterbrechungen und Verzögerungen

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Per Webcam telefonieren ist normalerweise eine tolle Sache. Ein Wiesseer missbrauchte diese Technik nun auf übelste Weise.

Schockierender Fall am Amtsgericht: Einer davon war erst 13 Jahre alt

Wiesseer (41) hat Webcam-Sex mit hunderten Buben

Bad Wiessee – Per Video-Chat schaffte es ein Wiesseer über Jahre in hunderte Kinderzimmer - nackt und sich selbst befriedigend. Viele Buben machten mit. Und dann wurde es noch abscheulicher.

Es macht sprachlos, was am Mittwoch bei einer Verhandlung am Miesbacher Amtsgericht ans Licht kam. Und das ganze Ausmaß ist nach dem ersten Verhandlungstag noch längst nicht klar. Ein heute 41-jähriger Wiesseer saß wegen Missbrauchs von Kindern mit Verbreitung und Besitz von pornografischen Schriften auf der Anklagebank. Zum Vorwurf wollte der gebürtige Saarländer keine Angaben machen, die dreistündige Verhandlung über saß er schweigend neben seinem Verteidger Dr. Alexander Betz.

Dem Wiesseer war jedoch anzusehen, dass er sich schämte. Auf der Internetseite www.schwulejungs.de, einer Community, die zum Chatten für homosexuelle Jugendliche gedacht ist, hat sich der 41-Jährige im Jahr 2011 angemeldet und suchte den Kontakt. Als er mit einigen Jugendlichen ins Gespräch kam, ging er immer nach dem gleichen Prozedere vor – bis zum Jahr 2014. Zunächst verlagerte er den Chat mit den offensichtlich meist noch nicht Volljährigen von besagter Internet-Plattform auf Skype. Ein Dienst, der nicht nur anbietet, miteinander zu schreiben. Per Webcam können sich die Chattenden im Live-Bild sehen. Darauf gingen auch viele Opfer des Angeklagten ein.

Die Polizei hat die Chats des Angeklagten sichergestellt. Die verlesenen Protokolle ließen nicht nur die Zuhörer im Gerichtsaal erschauern: Immer wieder stellte der Wiesseer demnach seinen jungen Gegenübern die gleiche Frage: „Wie alt bist Du?“ Meist waren die Jugendlichen zwischen 14 und 16 Jahre alt, seltener 17 oder 18. Einmal lautete die Antwort: „Ich bin 13.“

Spätestens an dieser Stelle hätte der Wiesseer den Kontakt abbrechen müssen. Hat er aber nicht. Im Gegenteil: Der 41-Jährige zog sich aus, verrichtete laut Chat-Protokoll sexuelle Handlungen an seinen Genitalien – alles live in die Kinderzimmer seiner Gegenübers übertragen. Nachdem sich der Wiesseer schon erregt und entblößt vor der Webcam befand, forderte er die Jugendlichen auf, es ihm gleich zu tun. Manchen ging das zu weit, aber nicht allen. Einige zogen sich aus, spielten an ihrem Geschlechtsteil herum. Dass der Angeklagte in diesem Moment Kinder missbrauchte, war ihm anscheinend völlig egal.

Und das war noch nicht alles: Als die Jungen sich splitternackt vor der Kamera präsentierten, drückte der Wiesseer auf die Screenshot-Taste auf der Tastatur seines Laptops, hielt den Moment in einem Bild fest. Die Bilder speicherte er dann jedes Mal in einem eigens dafür angefertigten Ordner auf seinem Laptop oder auf seiner externen Festplatte.

Was bei der forensischen Auswertung durch einen Sachverständigen auf den beiden Geräten zu finden war, schockte auch erfahrene Prozessteilnehmer: 1013 über Skype aufgenommene Bilddateien, die nackte Kinder und Jugendliche zeigen. Zudem verschickte der 41-Jährige via Skype über 50.000 Textnachrichten an die Teenager.

Ein Urteil fällte Amtsgerichtsdirektor Klaus-Jürgen Schmid noch nicht. Zur endgültigen Aufklärung des Falls sind weitere Zeugenstimmen nötig. Nur soviel vorweg: Der Angeklagte ist bereits vorbestraft - ebenfalls wegen sexuellem Missbrauchs von Minderjährigen.

hph

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