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Nur eine Leihgabe: Der Rettungswagen, den die Schnelleinsatzgruppe Tegernseer Tal derzeit nutzt, muss durch ein neues Fahrzeug ersetzt werden.

Trotz Beeinträchtigungen nach Brandkatastrophe in Wiessee

Zahl der SEG-Einsätze am Tegernsee massiv gestiegen

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Der Brand des Rettungszentrums in Bad Wiessee hat die Schnelleinsatzgruppe des BRK schwer getroffen. Dennoch ist die Zahl der SEG-Einsätze im ersten Halbjahr 2017 deutlich gestiegen.

Tegernseer Tal – Immer dann, wenn die Fahrzeuge des Regelrettungsdienstes bereits ausgelastet sind, kommen die ehrenamtlichen Helfer der Schnelleinsatzgruppe (SEG) Tegernseer Tal zum Einsatz. Im ersten Halbjahr 2017 war dies besonders oft der Fall, wie SEG-Leiter Stephan Vogl berichtet. Allein im Juni hat die integrierte Leitstelle in Rosenheim Vogls Mannschaft neun Mal alarmiert. Insgesamt registrierte die SEG in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 26 Einsätze zur Unterstützung des Regelrettungsdienstes. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es gerade einmal 16. Dabei, so berichtet Vogl, war die Einheit nach der Brandkatastrophe in Bad Wiessee am 13. Februar zunächst für acht Wochen nur eingeschränkt handlungsfähig. Dann wurde der SEG leihweise ein „Interimsfahrzeug“ bereitgestellt.

Der Tag der Katastrophe in unserem News-Ticker zum Nachlesen:

News-Ticker: Explosion in Bad Wiessee - neuer Alarm am Mittwoch

Doch wie kommt’s, dass die Einsatzzahlen dennoch so deutlich gestiegen sind? „Das hat mehrere Gründe“, meint Vogl. Zum einen habe am Tegernsee im Juni aufgrund des sommerlichen Wetters Hochsaison geherrscht. Und mehr Leute bedeuten eben auch mehr Einsätze. Zum anderen greife die Leitstelle vermehrt auf die ehrenamtlichen Kollegen der SEG zurück, „weil wir im Vorjahr eine verlässliche Arbeit geleistet haben“.

Für Vogl und sein Team geht es nun vorrangig darum, das gemietete Übergangsfahrzeug durch einen neuen Rettungswagen zu ersetzen. Die Finanzierungslücke, die der BRK-Kreisverband nach dem Brand insgesamt zu stopfen hat, beträgt satte 300.000 Euro. Das hatte Bürgermeister Peter Höß kürzlich bei der Bürgerversammlung bekannt gegeben. Laut Vogl entfallen dabei allein rund 180 .000 Euro auf das Rettungsfahrzeug der SEG. Das finanzielle Loch resultiert aus der Tatsache, dass die Versicherung nur den Restwert der verbrannten Fahrzeuge erstattet.

Der Kreisverband des Roten Kreuzes hat daher kürzlich eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Die sei zufriedenstellend angelaufen, teilt BRK-Kreisgeschäftsführer Robert Kießling auf Nachfrage mit. „Es gibt eine tolle Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung“, sagt er. Trotzdem werde der fehlende Betrag durch Einzelspenden wohl nicht zu decken sein. „Wir haben daher auch bei der Politik angeklopft und um Hilfe gebeten“, sagt Kießling.

Mittlerweile ist auch die genaue Schadenssumme bekannt, die das verheerende Feuer am Rettungszentrum angerichtet hat. Sie beläuft sich auf drei Millionen Euro. Das Hilfeleistungszentrum war ja bekanntlich nahezu komplett ein Raub der Flammen geworden. Lediglich zwei Seitenwände und die Bodenplatte mit der darunter liegenden Heizungsanlage blieben verschont.

Nun geht’s an den Wiederaufbau, der – wie berichtet – durch die Versicherungen finanziert wird. „Im Spätsommer oder Herbst werden die Hallen wieder stehen“, hofft der Geschäftsführer. Und dann sollen auch der zerstörte Einsatzleitwagen sowie der Rüst- und Gerätewagen der Einheit „SEG Behandlung“ ausgeliefert sein.

gab

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