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Der Neubau punktet mit hoher Qualität und schmucker Optik. 14 Wohnungen für Jung und Alt sind an der Dr. Scheid-Straaße 27 entstanden. 

Mehrgenerationenhaus Bad Wiessee ist fertig 

Startschuss für eine neue Wohnform

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Schmuck steht es da, das Wiesseer Mehrgenerationenhaus. Nach einjähriger Bauzeit ist das Haus mit 14 Wohnungen nun fertig. Es gibt einem besonderen Konzept Raum.

Bad Wiessee Die ersten beiden Familien sind eingezogen. Die nächsten Mieter folgen im Lauf des Monats. „Immer zwei Parteien an einem Wochenende“, sagt Patrik Zeitler, Vorstand des Kommunalunternehmens Bad Wiessee. Der Einzug ins Mehrgenerationenhaus an der Dr. Scheid-Straße 27 soll behutsam erfolgen. Ärger zum Start wäre dem Konzept des Miteinanders nicht förderlich. Und der entsteht, wenn man sich gegenseitig die Parkplätze wegnimmt und Umzugshelfer im Hausflur aufeinanderprallen.

Wer einziehen wird, steht seit Februar fest. Für die Auswahl hat sich das gemeindliche Unternehmen viel Zeit genommen. Denn damit die Idee einer Hausgemeinschaft von Alt und Jung aufgeht, muss die Chemie stimmen. Ein Vergabeausschuss nahm die Bewerber unter die Lupe. Etwa 40 waren es für die 14 Wohnungen. „Für die, die nicht zum Zug gekommen sind, war es natürlich schmerzhaft“, weiß Zeitler.

Dass die Nachfrage deutlich größer war als die Zahl der Wohnungen, wundert nicht. „Die Qualität ist sehr hoch“, sagt Bürgermeister Peter Höß nach einem Rundgang. Nicht nur, was die Ausstattung angeht, sondern auch aus dem energetischen Aspekt. „Da werden nicht viele Heizkosten anfallen“, ist Höß sicher. Und die Miete ist mit 9,90 Euro pro Quadratmeter deutlich geringer als bei vergleichbaren Objekten auf dem freien Markt.

Drei Millionen Euro hat der Neubau gekostet. Die Zuschüsse summieren sich auf 240 000 Euro, zudem wurde ein zinsverbilligtes Förderdarlehen in Höhe von 1,6 Millionen Euro gewährt.

23 Menschen ziehen nun ein. Kleinkinder und Hochbetagte, Singles und Familien, durchwegs Einheimische. Sie kennen sich bereits. Wie berichtet, hat das Kommunalunternehmen die Bewerber schon im Vorfeld zu Treffen eingeladen. Zeitler stellte das Konzept vor, das ein enges nachbarschaftliches Miteinander vorsieht. So gibt es einen Gemeinschaftsraum und auch ein gemeinsames Gästezimmer. Aber keinen Hausmeister. Wie Aufgaben rund ums Haus verteilt werden, wer wen wie unterstützt, das entwickeln die Bewohner selbst.

Viele von ihnen sind Rentner, nicht wenige Hochbetagt. In neun Wohnungen ziehen Senioren ein, drei gehen an Familien und Alleinerziehende mit insgesamt fünf Kindern, zwei an junge Singles. Vier der Senioren haben schon zuvor in Wohnungen des Kommunalunternehmens gelebt. Eine Wohnform für Betagte zu schaffen, war auch der Schwerpunkt des Projekts. Zeitler hat viel Geduld und Einfühlungsvermögen darauf verwendet, die über 80-Jährigen von den Vorzügen eines Umzugs zu überzeugen. „Es freut uns, wenn Menschen sich auf den Weg machen“, sagt er. Im hohen Alter noch einen Umzug zu wagen, eine zu groß gewordene und marode Wohnung gegen ein neues Zuhause zu tauschen, wirke verjüngend. Das gehe aus Studien zu diesem Thema hervor und sei auch sein Eindruck.

Einige der Mieter des Mehrgenerationenhauses haben zuvor im Haus Dr. Scheid-Straße 7 gelebt. Es ist so stark sanierungsbedürftig, dass es abgerissen wird. Eine einzige Mieterin bleibt nun in Haus Nr. 7 zurück. Sie konnte sich mit dem Konzept des Mehrgenerationenhauses nicht anfreunden. Das Kommunalunternehmen hat ihr eine andere Wohnung angeboten. Zeitler ist es wichtig, keinen Druck zu erzeugen. Die Mieterin entscheide selbst über ihren Auszug. Einen Zeitrahmen für den Abriss hat er deshalb nicht gesetzt. Aber es ist klar, dass auf den Abriss ein Neubau folgen wird: Das Kommunalunternehmen plant schon das nächste Haus.

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