Geplatzte Träume: Auf dem alten Jodbadgelände wollte SME eine Klinik mit Hotel errichten.
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Geplatzte Träume: Auf dem alten Jodbadgelände wollte SME eine Klinik mit Hotel errichten.

„Anschuldigungen völlig unbegründet“

Nach Ärger mit Aston Martin in der Schweiz: SME-Investoren wehren sich gegen Vorwürfe

  • Christina Jachert-Maier
    VonChristina Jachert-Maier
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In Bad Wiessee haben Florian Kamelger und Andreas Baenziger von SME verbrannte Erde hinterlassen, aber nicht nur da. Wirklich Ärger gibt es mit Aston Martin. Nun wehren sich die SME-Vertreter gegen die Vorwürfe.

Update vom Freitag, 25. Juni, 14.05 Uhr:

In einer allgemeinen Stellungnahme wehrt sich die Nebula Project AG von Kamelger und Baenziger gegen die Vorwürfe von Aston Martin. Wörtlich heißt es darin unter anderem: „Wir haben in den letzten elf Jahren eine starke Arbeitsbeziehung mit Aston Martin gehabt und waren ein loyaler Partner, der wesentlich zu Aston Martins Umsatz und Gewinn beigetragen hat.“ Man sei davon überzeugt, dass die Anschuldigungen des Automobilherstellers im Zusammenhang mit den Aston Martin Mittelmotorprogrammen „völlig unbegründet sind“. Und weiter: „Wir halten die angebliche einseitige Beendigung des Vertragsverhältnisses mit der Nebula Project AG durch Aston Martin für unrechtmäßig und ungerechtfertigt und sind bereit, die notwendigen Schritte zur Wahrung unserer Rechte zu unternehmen.“

Kein Zusammenhang mit Baustellen-Grundstück in Bad Wiessee?

In einer E-Mail an unsere Zeitung äußern die Schweizer Investoren zudem ihr Unverständnis darüber, dass im Artikel ein Zusammenhang zwischen dem Ärger mit Aston Martin und der Baustellensituation von SME in Bad Wiessee hergestellt worden sei. „Das erschließt sich uns nicht.“ Bekanntlich liegt das Gelände nach dem Abbruch des alten Jodbads brach – im Rathaus hofft man inständig auf einen neuen Investor, der die Hotelpläne doch noch umsetzt. Bisher vergeblich.

Ursprünglicher Artikel vom 24. Juni:

Bad Wiessee – In Bad Wiessee ist man auf Florian Kamelger und Andreas Baenziger nicht gut zu sprechen. Großspurig traten sie mit ihrer Firma Sports Medicine Excellence Group (SME) als Top-Unternehmer auf und versprachen den Bau eines hochklassigen Gesundheits-Resorts auf dem Gelände des alten Jodbads. Die Baustelle steht seit Mai 2019 still, und es ist längst klar, dass die Versprechen von damals nicht eingelöst werden.

Der Groll ist groß, aber noch viel mehr Ärger haben die beiden jetzt in der Schweiz., wie unter anderem auf handelszeitung.ch und lsr-freund.de nachzulesen ist. Dabei geht es nicht um den Bau von Kliniken oder Hotels, sondern um rasante Autos und sehr viel Geld. Den Berichten zufolge hat das Unternehmen Aston Martin Anzeige gegen zwei Vorstandsmitglieder der Firma Nebula Project in Teufen gestellt. Aus Unterlagen und früheren Pressemitteilungen gehe hervor, dass es sich bei den beiden Direktoren von Nebula um Kamelger und Baenziger handle. Sie sollen knapp 13 Millionen Franken an Kundengeldern nicht an den Automobilhersteller weitergeleitet haben.

Anzahlungen für Super-Auto unterschlagen?

Es handelt sich um Anzahlungen für das Prestigeobjekt von Aston Martin, das Hyper-Car „Valkyrie“. Ein Super-Sportwagen, der auf „Valkyrie“ basiert, wird auch im nächsten Bond-Film „Keine Zeit zu sterben“ zu sehen sein. Laut dailysportscar.com wurde der Beginn eines Gerichtsverfahrens mit einer Mitteilung an der Londoner Börse bestätigt. Demnach hat Aston Martin einen Antrag auf strafrechtliche Verfolgung sowie eine parallele Zivilklage gegen die Vorstandsmitglieder der Nebula Project AG eingereicht. Laut den Berichten gehen die Klagen mit der Auflösung des Autohauses Aston Martin St. Gallen einher, das von Kamelger und Baenzinger geführt wurde. Die beiden sind auch Miteigentümer des R-Motorsport-Teams, das die Aston Martin Modelle GT3 und GT4 in einer Reihe von internationalen Rennen eingesetzt hat.

Suche nach neuen Investoren

Auch in Bad Wiessee ist die Situation verfahren. Zuletzt hatte die Denkmalschutzbehörde am Landratsamt SME die Sicherung der denkmalgeschützten Wandelhalle abgerungen, die nach dem Abriss des alten Jodbads auf dem Gelände zurückgeblieben ist. Neue, verlässliche Investoren werden dringend gesucht. Wie Bürgermeister Robert Kühn, derzeit im Urlaub, jüngst erklärte, haben sich schon etliche Interessenten im Rathaus gemeldet. Ernsthafte Kandidaten scheinen aber nicht in Sicht – zumal die Gemeinde auf der genehmigten Planung für Klinik und Hotel besteht.  

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