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Das alte Jodbad soll abgerissen werden.

Sieben Millionen Euro sind fällig

Mit dem Jodbad-Abriss kommt der Zahltag

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Noch wartet Investor SME auf die Baugenehmigung für das Luxushotel mit Medizinzentrum. Sie dürfte in den nächsten Wochen eintreffen. Dann sind sieben Millionen Euro an die Gemeinde fällig.

Bad Wiessee– Das Jodbad soll bald Geschichte sein. Für den Start der Abrissarbeiten gibt es schon einen Termin: 16. Oktober. Aber noch wartet Florian Kamelger, Chef der Firma Sports Medicine Excellence Group (SME) auf die Baugenehmigung für das Luxushotel mit ambulantem Medizinzentrum. „Ich habe Signale, dass der Bescheid in den nächsten Wochen kommt“, meint Kamelger.

Mit der Baugenehmigung naht der Zahltag. Sieben Millionen Euro muss die SME an die Gemeinde überweisen. Bürgermeister Peter Höß rechnet damit, das Geld im Herbst zu bekommen. „Aber das geht gleich an die Bank.“ Die Gemeinde muss Kredite tilgen. Zwölf Millionen Euro hatte sie 2011 aufbringen müssen, um das Jodbad-Gelände zu bekommen. An SME ist nur ein Teil veräußert. Auf dem verbliebenen Gelände wäre der Bau von Wohnungen möglich. Die Gemeinde will aber darauf verzichten.

Zur Gänze fließen die sieben Millionen Euro nicht in die Schuldentilgung. Die Gemeinde muss für die Kosten des Jodbad-Abrisses aufkommen. Der Betrag dürfte etwas unterhalb einer Million Euro liegen, meint Höß.

Nur zu gerne hätte die Gemeinde mit den Bauarbeiten fürs Jodbad auch gleich den Bau eines Nahwärmenetzes verbunden. Bei der Finanzierung setzt sie auf die Bereitschaft von Großkunden, sich anzuschließen. Dazu gehört SME. Aber für Kamelger, der schon eine Energieplanung hat, passt das Konzept nicht. „Dabei finde ich es sehr gut“, sagt Kamelger. Das Problem sind die Kosten. „Mich kommt das um Ecken teurer. Und die Ecken sind sehr groß.“ Grundsätzlich sei er angetan von der Idee der nachhaltigen Energieversorgung durch ein mit Hackschnitzeln befeuertes Heizwerk. Aber es könne nicht im Sinn der Gemeinde sein, dass ein Investor wegen der Kosten in die Klemme gerate. Um das Nahwärmenetz zu installieren, brauche es den politischen Willen, meint Kamelger. „Der muss sich auch monetär ausdrücken.“

Im Klartext: Für die Nahwärme soll die Kommune zuschießen. „Aber das dürfen wir gar nicht“, meint Bürgermeister Höß. Er hat Verständnis für die Haltung Kamelgers: „Das Projekt Nahwärme kam für SME zu spät.“ Deren Planung sei zu weit fortgeschritten. Begraben wird die Gemeinde das Heizwerk-Projekt nicht. Denn das Interesse der Besitzer von Häusern mit sanierungsbedürftigen Heizungen sei groß. Wie berichtet, würde der Bau eines Heizwerks mit Ringleitung sechs Millionen Euro kosten. An die Leitung könnten Hausbesitzer im ganzen Kurviertel anschließen.

Ein weiterer Großkunde, der dem Projekt zur Realisierung verhelfen könnte, ist die Firma Athos der Familie Strüngmann. Sie plant ein Luxushotel sowie fünf Wohn- und Geschäftshäuser. Zuvor muss die Firma die Hotels Lederer und Wittelsbacher sowie das Haus des Gastes abreißen. Ob das heuer noch erfolgt, ist offen. Noch steht das Ergebnis eines Gutachtens aus, das sich mit einer Fledermaus-Population im Hotel Lederer befasst. Auftraggeber ist die Gemeinde. „Wegen der Neutralität“, erklärt Höß. Wenn Athos die Untersuchung angewiesen hätte, könnte der Eindruck eines Gefälligkeitsgutachtens entstehen. Die Gemeinde stelle den Betrag in Rechnung.

Dass die Fledermäuse den Abriss aufhalten können, scheint unwahrscheinlich. Höß zufolge hat der Gutachter durchblicken lassen, ein Aufschub sei nicht nötig. Schriftlich liegt die Stellungnahme aber noch nicht vor. christina Jachert-Maier

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