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An Nachwuchs mangelt es beim Wiesseer Trachtenverein - hier bei einem Heimatabend im Gasthof Zur Post - nicht. Allerdings muss eine neue Führungsriege gefunden werden.

Mitglieder treffen sich zu Diskussionsabend

Hat der Wiesseer Trachtenverein eine Zukunft?

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Der Wiesseer Trachtenverein blickt in eine ungewisse Zukunft. Bei den Neuwahlen am 4. März wird die  bisherige Vorsitzende nicht mehr zur Verfügung stehen. Sterben, so viel ist klar, soll der Verein aber nicht. 

Bad Wiessee Wie kann die Zukunft des Wiesseer Trachtenvereins aussehen? Eine Frage, die nicht von ungefähr kommt. Am Sonntag, 4. März, sind im Rahmen der Jahreshauptversammlung Neuwahlen angesetzt. Bekannt ist: Die Vorsitzende Uschi Fischbacher, 2006 als erste Frau im Oberlandler Gauverband an die Spitze gewählt, will sich aus dem Amt verabschieden. Auch ihr Stellvertreter Franz Erlacher tritt nicht mehr an. Wer die Nachfolge übernimmt, ist offen. Vor diesem Hintergrund hatte Wolfgang Schäffler, Vorsitzender der Trachten-Gaugruppe Tegernseer Tal, die Wiesseer Trachtler zu einem Diskussionsabend in die Vereinshütte eingeladen. Die Resonanz: vielversprechend.

Rund 45 Mitglieder kamen, um unter der Moderation des Irschenbergers Josef Grundbacher zu erörtern, wie die Gemeinschaft ihren Verein in die Zukunft führen kann. „Wir sehen es als Herausforderung, Bestehendes zu reflektieren, zu diskutieren und für das Heute zu formulieren“, machten Schäffler und Grundbacher deutlich. Seit der Gründung des Vereins habe sich viel verändert. „Früher waren die Trachtenvereine oft die einzige Möglichkeit, das Tanzen zu erlernen und als Jugendlicher fortzukommen“, erinnerte Schäffler. Auf der anderen Seite ist es für einen Verein aufwendiger geworden, etwas auf die Beine zu stellen. „Viele Aufgaben und Veranstaltungen werden von Gesetzes wegen stark reglementiert.“

Was auf dem Spiel steht, ließ Grundbacher bei einem Streifzug durch die Vergangenheit aufleuchten. Er versetzte die Anwesenden in die Gründerzeit zwischen 1950 und 1970. Geselligkeit stand auf der Prioritätenliste immer oben. Gebildet hat sich der Heimat- und Volkstrachtenverein übrigens 1927 aus der „Wiesseer Zeche“, die in Abwinkl zu Hause war. Diese war aus dem Gebirgstrachtenverein D’Hirschbergler Reitrain hervorgegangen, dem heutigen Patenverein. Das Protokollbuch beginnt am 18. Januar 1933.

In der Diskussion zeigte sich: Keiner der Anwesenden will auf den Verein verzichten. Er steht für Tradition, Brauchtum, Geselligkeit und Lebensfreude. Wer künftig die Führung übernehmen könnte, kristallisierte sich noch nicht heraus. „Es wäre ein Weg, die Aufgaben des Vorstands aufzusplitten“, meinte Schäffler. So würde sich die Arbeit verteilen und müsste nicht von wenigen bewältigt werden.

Die Zukunftsdebatte soll nicht die einzige ihrer Art bleiben. Wie von Mitglied Andreas Berghammer angeregt, so Schäffler, wolle er gemeinsam mit Grundbacher auch weiterhin Impulse geben, um das Vereinsleben zu unterstützen.

jm

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