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Seine Tage sind gezählt: Das einstige Gästehaus Rheinland, das zuletzt als Flüchtlingsunterkunft diente, ist zu marode, um es zu sanieren. 

Wieder schlägt in Bad Wiessee die Abrissbirne zu

Nach Auszug der Flüchtlinge: Gemeinderat besiegelt Schicksal von Haus Rheinland

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Wieder verschwindet in Bad Wiessee ein markantes Gebäude: Der Gemeinderat hat den Abriss des „Haus Rheinland“ besiegelt. Im Dezember waren die jungen Flüchtlinge dort ausgezogen - ein schmerzlicher Prozess.

Bad Wiessee – Nur schweren Herzens haben die jungen Geflüchteten im Dezember das Haus Rheinland in Bad Wiessee verlassen. Das Gebäude, zuletzt als Asylunterkunft genutzt, ist vom Schimmel befallen, eine Wohnnutzung war laut Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block) nicht länger vertretbar. Auch sonst ist das Haus, das die Gemeinde 2014 gekauft hat, in einem maroden Zustand. Folglich hat der Gemeinderat nun den Abriss besiegelt.

Lesen Sie hier: Schimmel im Flüchtlingsheim: Haus Rheinland schließt zum Jahresende

Dass das Gebäude an der Ortsdurchfahrt nicht mehr zu retten ist, hatte ein Gutachter bereits im Sommer vergangenen Jahres festgestellt. „Wir hätten das Haus den Jugendlichen gerne länger zur Verfügung gestellt“, betonte Bürgermeister Höß im Gemeinderat. Die jungen Flüchtlinge hätten allesamt Ausbildungsstellen in der Umgebung gefunden, entsprechend bitter sei die Zeit der Räumung gewesen, berichtete der Rathaus-Chef. Zu vermeiden war sie allerdings nicht. Setzungen hatten beträchtliche Schäden an dem Gebäude mit seiner markanten Wandmalerei verursacht.

Haus Rheinland in Bad Wiessee: Angst vor Eindringlingen und Randalen

Im Gemeinderat ging es jetzt um die Frage: Gebäude einfach leer dastehen lassen oder abreißen? Rolf Neresheimer (ranBW) war für Ersteres. Er sei gegen den Abriss, da der Ort damit nur eine weitere Leerfläche erzeuge. „Eine solche Brache halte ich nicht für nötig. Ich sehe da jetzt keinen Handlungsbedarf“, meinte Neresheimer.

Hier finden Sie den Bericht: Flüchtlinge im Haus Rheinland: Blick hinter die Kulissen

Dass es den offenbar doch gibt, machte Sissi Mereis von der Rathaus-Verwaltung deutlich. Bleibe das Haus einfach stehen, laufe man Gefahr, „dass hier Schindluder getrieben wird“. Es sei bereits vorgekommen, dass Unbekannte in das Gebäude eingedrungen seien. Thomas Holzapfel vom Bauamt pflichtete seiner Kollegin bei. Das Risiko sei groß, dass hier Partys gefeiert sowie Scheiben und Türen eingeschlagen werden. „Das schaut nicht lange so aus“, prophezeite er mit Blick auf den jetzt noch ganz ansehnlichen Zustand des Hauses. Stattdessen schlug er vor, die Fläche nach einem Abriss mit einem Magerrasen zu begrünen.

Haus Rheinland: Zukunft des Areals noch ungewiss

Letztlich sprach sich der Gemeinderat mit 11:2 Stimmen für den Abbruch aus. Wie die Zukunft des Grundstücks aussieht, ist noch offen. In direkter Nachbarschaft liegt das sogenannte Grühn-Areal, auf dem das einstige Hotel Ritter steht. Die Erben des Grundstücks wollen seit Langem verkaufen, ein möglicher Investor war bereits gefunden, ist zwischenzeitlich aber wieder abgesprungen. Eine Verschmelzung der beiden Grundstücke würde sich theoretisch anbieten. Doch wie Bürgermeister Höß auf Nachfrage von CSU-Gemeinderat Florian Sareiter erklärte, gebe es vom Grühn-Areal noch nichts Neues zu berichten.

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