Schauspieler Dieter Bellmann verstorben

Schauspieler Dieter Bellmann verstorben
Auf eine Baugrube blicken die Gäste vom Gästehaus Lingl in Bad Wiessee, wenn sie auf dem Balkon der Ferienwohnung stehen. Für die Vermieterin eine unangenehme Sache.

Keine schönen Aussichten für die Nachbarn

Projekt auf Edelweiß-Areal gerät ins Stocken

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Bad Wiessee - Wo früher das Hotel Edelweiß in Bad Wiessee stand, klafft eine Baugrube. Auf dem Grundstück soll ein Wohnprojekt für Senioren entstehen - doch so schnell wird daraus nichts werden.

Wenn die Gäste von Renate Lingl auf dem Balkon ihrer Ferienwohnung stehen, blicken sie direkt auf eine Baustelle. Bis vor kurzem befand sich auf dem Grundstück ein unschönes Wasserloch. Zumindest das wurde mittlerweile trocken gelegt. Trotzdem: „Das sieht einfach unmöglich aus“, sagt Renate Lingl, die in ihrem Gästehaus an der Dr.-Scheid-Straße drei neu eingerichtete, adrette Ferienwohnungen vermietet und den Urlaubern seit Dezember nur noch diese Aussicht bieten kann.

Das hat Folgen: Es gab schon Gäste, die ihr wegen der Baustelle in direkter Nachbarschaft wieder abgesprungen sind. „Das ist eben nicht das, was sich die Urlauber vorstellen“, seufzt die Vermieterin. Sie hofft, dass auf dem Grundstück bald etwas passiert. Die Eigentümer, so Lingl, könnten wenigstens eine Wiese auf der Fläche ansäen.

Das Hotel Edelweiß mit seiner schmucken Fassade stand einst auf dem Grundstück direkt an der Bundesstraße. Es wurde mittlerweile abgerissen.

Geplant ist allerdings etwas anderes. Die Bayreuther Firma SeniVita, der das 4136 Quadratmeter große Areal seit 2013 gehört, will hier ein Seniorenwohnprojekt realisieren. Die Rede war von einem dreigeschossigen Bau, der seniorengerechtes Wohnen, häuslichen Pflegedienst und Tagespflege vereint. „Wir hatten das Projekt recht früh auf der Agenda“, erklärt Uwe Seifen, Vorstandsmitglied von SeniVita, auf Anfrage der Tegernseer Zeitung.

Überraschend ist das Projekt nun aber ins Stocken geraten. Aus zwei Gründen. Zum einen hat das Unternehmen nach dem Abriss des Edelweiß Heizöl im Untergrund vorgefunden und musste erstmal den verseuchten Boden sanieren. „Das war nicht gerade preiswert“, sagt Seifen. Und hat zudem alles Weitere verzögert. Zum anderen spielt die Gemeinde Bad Wiessee bei den aktuellen Planungen nicht mehr mit.

„Wir sind nicht ganz eins mit dem Gemeinderat, was die Nutzung und Gestaltung betrifft“, berichtet Seifen, dessen Unternehmen zuletzt Mitte Juni im Gemeinderat – in nicht-öffentlicher Sitzung – vorstellig geworden war. Gerade eben habe er den ablehnenden Bescheid auf den Schreibtisch bekommen. Und wie geht’s jetzt weiter? Die Nachricht sei noch sehr frisch, meint Seifen. „Wir müssen jetzt erstmal überlegen, was wir machen.“

Dabei hat man im Rathaus grundsätzlich nichts einzuwenden gegen das Senioren-Projekt, das die Verantwortlichen schon im April 2013 zum ersten Mal vorgestellt hatten. Aber bei der nun eingereichten Bauvoranfrage präsentiere sich das Gebäude gegenüber früheren Planungen um einen Meter höher, berichtet Bauamtsleiter Helmut Köckeis. Zudem würden Grenzabstände zu den Nachbargrundstücken unterschritten. „Das kann so nicht funktionieren“, macht Köckeis deutlich.

Auch habe der Eigentümer – anders als von der Gemeinde gefordert – noch keine Aussagen über die künftige Fassadengestaltung getroffen. „Wir wollen hier zur Bundesstraße hin keine 08/15-Fassade“, sagt der Bauamtsleiter.

Ein weiterer Knackpunkt ist die Nutzung: Das Gebäude sei ursprünglich überwiegend als Wohnprojekt für Senioren geplant gewesen, weiß Köckeis. „Jetzt will der Antragsteller mehr in Richtung Pflege gehen.“ Weil die Gemeinde mit dem Vorhaben so nicht einverstanden ist, lehnte sie die nötige Änderung des Bebauungsplans, der noch auf den Plänen des früheren Eigentümers basiert, erst einmal ab. Der Antragsteller muss nachbessern. „Jetzt liegt der Ball wieder bei SeniVita im Feld“, so Köckeis.

Leidtragende der ganzen Verzögerungen sind die Nachbarn, unter denen etliche Vermieter sind. Nicht nur die verschandelte Sicht, auch der Lärm auf der Baustelle macht ihnen zu schaffen. „Da bebt manchmal das ganze Haus“, erzählt Lingl.

gab

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