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Das alte Haus Ursula soll abgerissen werden. An seiner Stelle kommt ein modernes Wohn- und Geschäftshaus.

Gemeinderat Bad Wiessee 

Die schwere Geburt der neuen Ursula

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Die Neubaupläne anstelle des Haus Ursula am Lindenplatz sorgen im Wiesseer Gemeinderat für Gesprächsstoff. Auch die siebte Plan-Variante des Wohn- und Geschäftshauses sorgt für Kritik.

Bad Wiessee– Der Neubau, der an Stelle des jetzigen Haus Ursula am Wiesseer Lindenplatz entstehen soll, ist eine schwere Geburt. Im Gemeinderat präsentierte Bauamtsleiter Helmut Köckeis jetzt die mittlerweile siebte Plan-Variante – doch auch die passierte das Gremium nicht reibungslos. Nach einigen Änderungen wurde der Bebauungsplan für das Grundstück aber dann doch genehmigt.

„Wir haben unermüdlich an einer Lösung gebastelt“, erklärte Köckeis. Wie berichtet, war das geplante Wohn- und Geschäftshaus Ende 2016 erstmals Thema in einer öffentlichen Sitzung. Die damals vorgelegte Planung des Eigentümers, der Firma Bavaria Wohnbaupartner aus Ottobrunn, lehnte das Gremium aber als zu massiv ab. In der Sitzung Anfang April dieses Jahres schien es dann so, als sei nach vielen Diskussionen und Änderungen ein für alle zufriedenstellender Kompromiss gefunden. Das Modell eines 37 Meter langen Gebäudes mit Querbau wurde nach einigen Korrekturen abgesegnet. Zudem legte der Gemeinderat eine maximale Geschossflächenzahl von 2200 Quadratmetern fest (wir berichteten).

Als es nun in der jüngsten Sitzung galt, das Vorhaben in einem Bebauungsplan festzuzurren, gab’s erneut Irritationen im Gremium. Klaudia Martini (SPD) störte sich an einem Erker, der auf früheren Plänen nicht zu sehen war und sich auf den neuesten Zeichnungen an den erdgeschossigen Anbau anschloss. „Das sieht aus wie eine Dachterrasse“, stellte Martini fest. Tatsächlich hatte der Investor angefragt, ob er an dieser Stelle im Erdgeschoss eine Wohnung verwirklichen dürfe, da ein Laden auf dieser Höhe wohl kaum funktionieren würde. Städteplaner Eberhard von Angerer hatte daraufhin die Zeichnung entsprechend abgeändert. „Das war ein Wunsch des Antragstellers, wir müssen das aber nicht so machen“, stellte er klar. Der Erker – von Markus Trinkl (Wiesseer Block) als „komischer Rucksack“ geschmäht – wurde schließlich gestrichen. Eine Wohnung darf in diesem Bereich aber dennoch entstehen.

Auch bei den erdgeschossigen Anbauten, die zu beiden Seiten des südlichen Gebäudeteils entstehen sollen, musste der Städteplaner noch einmal Hand anlegen. Sie waren zum Missfallen des Gemeinderats nicht symmetrisch. Angerer zog auf der Skizze noch während der Sitzung neue Gebäudegrenzen. Dass durch diese neuerliche Umplanung der Investor nicht mehr ganz auf die 2200 Quadratmeter kommt, die ihm an Geschossfläche zustehen würden, nahm der Gemeinderat in Kauf. „Das ist doch eh ein Riesenkasten“, meinte Ingrid Versen (CSU). Und Martini erklärte: Jeder dürfe Geld verdienen – „aber wir sind als Gemeinde nicht für Gewinn-Maximierung zuständig“. Der Bebauungsplan wurde schließlich ohne Gegenstimme auf den Weg gebracht.

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