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Eine offene Tür will Pfarrerin Sabine Arzberger den Mitgliedern ihrer Gemeinde anbieten. Sie tritt ihr Amt am 1.November an.

Amtseinführung am 8. November

Wie der Vater,so die Tochter: Die neue Pfarrerin von Bad Wiessee heißt Arzberger

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Sabine Arzberger (54) wird neue Pfarrerin von Bad Wiessee. Sie tritt damit eine Stelle an, die auch ihr Vater schon innehatte - und kommt mit neuen Ideen  in die alte Heimat. 

Bad Wiessee– Es ist ein Neubeginn und auch eine Heimkehr. Sabine Arzberger (54) wird neue Pfarrerin in Bad Wiessee. Zum 1. November zieht sie von München ins schmucke evangelische Pfarrhaus. „Der Blick aus dem Fenster ist unglaublich“, sagt sie. Er ist ihr vertraut. Ihr Vater Eckhard Arzberger hatte von 1979 bis 2003 die Stelle inne, die seine Tochter jetzt übernimmt. Der Senior – nun 80 Jahre alt – lebt und wirkt als Ruheständler auch heute noch in Bad Wiessee.

Wie Dekan Martin Steinbach mitteilt, hat der Kirchenvorstand Sabine Arzberger vor Kurzem einstimmig für das Amt ausgewählt. Sie tritt damit die Nachfolge des Pfarrerehepaars Martin und Tanja Voß an. Wie berichtet, hat sich das Paar Ende April na

ch neun Jahren Pfarrers-Dasein in Bad Wiessee in seine fränkische Heimat verabschiedet. Martin Voß ist seit Mai Seelsorger in Prichsenstadt (Unterfranken).

Abschied von der Stephanusgemeinde in München

„Ich freue mich, freue mich, freue mich“, sagt sie enthusiastisch. Dabei hat sie sich in der Stephanusgemeinde in München/Nymphenburg immer wohlgefühlt. Dort ist sie seit fast 20 Jahren als geschäftsführende Pfarrerin tätig. „Mich treibt von da nichts weg“, sagt Arzberger. Aber Pfarrerin in Bad Wiessee werden zu dürfen, das bewegt sie zum Umzug.

Dass es einmal so kommen würde, hätte sich Arzberger 1979 nicht vorstellen können. Sie war 14 Jahre alt und wenig begeistert von der Entscheidung ihrer Eltern, vom fränkischen Hof an den Tegernsee zu ziehen. Es fiel ihr schwer, die Freunde und die vertraute Schule zurückzulassen, um im Tal neu anzufangen. „Es hatte was von Kulturschock“, erinnert sie sich. Sie machte ihr Abitur am Tegernseer Gymnasium und ließ das Tal danach erst einmal hinter sich. Aber sie kam wieder. Vor allem mit den beiden Söhnen besuchte sie ihre Eltern in Bad Wiessee oft. „Je älter ich geworden bin, desto stärker ist meine Bindung geworden“, sagt Arzberger.

Neubeginn in der alten Heimat

Als bekannt wurde, dass die Pfarrstelle in Bad Wiessee neu zu besetzen ist, überlegte Arzberger nicht lange. „Das ist meine Chance“, dachte sie und bewarb sich. Bad Wiessee soll nun ihre letzte Pfarrstelle sein, bevor der Ruhestand beginnt. Und diesmal zieht Arzberger sehr gerne nach Bad Wiessee. Nicht nur, weil hier ihre Eltern leben, sondern weil der Ort über die vielen Jahre hinweg Heimat geworden ist.

Eine Heimat, in der die Pfarrerin viel bewegen will. Sie kommt mit vielen Ideen in die Kirchengemeinde, wo rund 1000 Protestanten leben. Sie möchte Aufbruchstimmung erzeugen und Neues anpacken. Einmal dort Pfarrerin zu werden, wo der Vater Seelsorger war, hat sich Arzberger lange nicht vorstellen können, auch wenn er ihr ein Vorbild ist. „Aber jetzt ist genug Zeit vergangen.“

Endlich ein richtig schönes Dirndl

Die Theologin ist auch als Klinik-Seelsorgerin und in Supervision ausgebildet. Sie arbeitet gern im Team und hat es in ihrer jetzigen Position verstanden, viele Unterstützer für die Gemeindearbeit zu gewinnen. Der Termin für ihre Amtseinführung in Bad Wiessee steht schon fest: Sie findet am 8. November, statt. Zum Neustart gönnt sie sich privat aber auch ein Festtagsgewand, wie sie verrät: „Ich habe endlich einen Anlass, mir ein richtig schönes Dirndl zu kaufen.“

Lesen Sie auch: Ehepaar Voß verabschiedet sich aus Bad Wiessee

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