+
Die Fahnen am Klinik-Parkplatz dürfen bleiben, obwohl sie der Gestaltungssatzung nicht entsprechen.

Wiesseer Ortsplanungsausschuss 

Neue Satzung, damit die Fahnen wehen 

  • schließen

Bad Wiessee - Vor der Klinik im Alpenpark wehen vier Fahnen, was der Wiesseer Ortssatzung widerspricht. Die Fahnen dürfen trotzdem bleiben: Die Satzung wird geändert.

Rund zehn Millionen Euro hat die Eigentümerfamilie Klitzsch in ihre Klinik im Alpenpark investiert. Seit der feierlichen Wiedereröffnung im Juli empfangen vier stolze Fahnen die Gäste. Doch die widersprechen der Wiesseer Gestaltungssatzung: Die Masten sind zu hoch, das Tuch breit, die Aufschrift zu gleichartig. 

Letzteres ist bedeutsam, weil es sich laut Satzung um eine „störende Häufung“ handelt. Für Wiessees Bauamtsleiter Helmut Köckeis war somit klar: Die Fahnen müssen weg. Seiner Empfehlung nach hätte der Ortsplanungsausschuss des Wiesseer Gemeinderats den förmlichen Bauantrag des Klinikbetreibers ablehnen sollen. Aufgestellt hatte dieser die Fahnen ohne Genehmigung. Klitzsch zu zwingen, die Fahnenreihe wieder abzubauen, ging Kurt Sareiter (CSU) aber gehörig gegen den Strich. Schließlich ließen alle großen Hotels und Kliniken Fahnen wehen, führte er an. Die Klinik Jägerwinkel habe gleich fünf aufgestellt, und die seien auch noch rot. 

Die sanierte Klinik im Alpenpark sei „ein sehr, sehr schönes Haus“ und eine Bereicherung für Bad Wiessee. Auch wenn die Klinik genau genommen zum Gemeindegebiet Kreuth gehöre und nur der Parkplatz, auf dem die Masten stehen, zu Bad Wiessee. „Aber da wäre ich nicht so kleinlich.“ Kleinlich? Das hörte Bauamtsleiter Köckeis nicht gern. Seine Aufgabe sei es, die Einhaltung der Satzung zu überwachen, machte er deutlich. Dies habe er getan. Die Entscheidungen treffe allein der Gemeinderat. Und der könne die Satzung auch ändern. 

Genau dazu entschloss sich das Gremium dann auch. Obwohl Bernd Kuntze-Fechner (SPD) davor warnte, einen Flaggenwald entstehen zu lassen. „Für mich ist das schon sehr massiv“, meinte Kuntze-Fechner zum Fahnenquartett. Der Gemeinderat habe sich doch viele Gedanken zur Gestaltungssatzung gemacht, erinnerte er. Es verblüffe ihn, dass Gemeinderatskollegen dies nun völlig anders sähen. „Und es ist nicht in Ordnung, dass jetzt die Verwaltung angeschossen wird.“ 

Die strenge Wiesseer Satzung, meinte auch Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block), habe doch eine wohltuende Wirkung auf das Ortsbild. Aber wer solle sich schon an den Alpenpark-Fahnen stören, fragte Markus Trinkl (Wiesseer Block) in die Runde am Ratstisch. „Die sind doch nicht schiach.“ Letztlich entschied der Ausschuss einstimmig, die Satzung so zu ändern, dass die Fahnen genehmigt werden können. Heißt: Der Bauantrag wird aktuell nicht befürwortet – aber Klitzsch muss die Fahnen auch nicht demontieren.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Die AfD und ihr dubioser Politiker-Prinz vom Tegernsee
München - Mit Constantin Leopold Prinz von Anhalt-Dessau aus Tegernsee zieht die AfD in die Wahl. Ein Politiker-Prinz für Oberbayern? Schöne Geschichte für die Partei - …
Die AfD und ihr dubioser Politiker-Prinz vom Tegernsee
Das sagt der Experte zur Bodenbeschaffenheit am Tegernsee
Tiefgaragen, die Bebauung des Leebergs, der Krater in der Lindenstraße: Der Ingenieur Rasso Bumiller (47) ist Bodengutachter und spricht im Interview über brisante …
Das sagt der Experte zur Bodenbeschaffenheit am Tegernsee
Perronstraße: Sanatoriums-Projekt kommt voran
Das einstige Erholungsheim der Unicredit an der Perronstraße wird derzeit abgerissen. An seiner Stelle sollen ein Sanatorium und eine Klinik entstehen. Das Vorhaben …
Perronstraße: Sanatoriums-Projekt kommt voran
In Bad Wiessee an Bayerns Spitze gepokert
Beim Finale der 4. Poker-Meisterschaft der Spielbanken Bayern erwiesen sich zwei Gäste der Spielbank Bad Wiessee als beste Spieler.
In Bad Wiessee an Bayerns Spitze gepokert

Was denken Sie über diesen Artikel?

Kommentare