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Alles auf die Zehn: Antje Schura, Direktorin der Spielbank Bad Wiessee, feiert an diesem Freitag nicht nur das zehnjährige Bestehen des Casino-Neubaus, sondern auch ihr Dienstjubiläum.

Direktorin Antje Schura schaut zurück - und nach vorne

Neue Spielbank Bad Wiessee feiert Zehnjähriges

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Bad Wiessee  - Seit zehn Jahren rollen die Kugeln in der neuen Spielbank Bad Wiessee. Auch wenn der große Casino-Boom vorbei scheint: Die Atmosphäre gehört zu Wiessee wie die Chips zum Poker.

Die Diskussion, ob man im Casino reich werden kann, ist so alt wie das Glücksspiel selbst. Wiessees Bürgermeister Peter Höß lässt es gar nicht darauf ankommen. „Meistens schaue ich nur zu“, erzählt er über seine Erlebnisse in der neuen Spielbank Bad Wiessee, die an diesem Freitag ihr zehnjähriges Jubiläum feiert. „Und wenn es mich doch mal juckt, höre ich schnell wieder auf“, verrät er schmunzelnd. Bis jetzt seien seine Versuche beim französischen Roulette aber immer pari-pari ausgegangen. Das sei auch gut so, meint Höß, denn mehr als die Jagd nach den Jetons habe ihn seit jeher die einzigartige Casino-Atmosphäre fasziniert.

Damit dürfte der Bürgermeister nicht allein sein – auch wenn in den vergangenen zehn Jahren sicher nicht jeder Besucher mit unverändertem Kontostand die Spielbank verlassen hat. Dass dabei auch der eine oder andere prominente Gast sein Glück versucht hat, ist kein Geheimnis. Die Namen dafür umso mehr, wie Spielbank-Direktorin Antje Schura betont: „Der Spielerschutz hat bei uns oberste Priorität.“ Eine der wenigen Konstanten in der durchaus wechselvollen Geschichte des Glücksspiels in Bad Wiessee.

Das nahm am 4. Juni 1957 – fast auf den Tag genau 48 Jahre vor der Eröffnung der neuen Spielbank – seinen Anfang. Nachdem die Gemeinde lange um eine Lizenz gerungen hatte, wurde im Café Bauer an der Münchner Straße mit viel Prominenz das erste Casino am Tegernsee eröffnet. Schauspielerin Marianne Koch hatte die Ehre, die erste Kugel zu werfen. Unzählige Gäste taten es ihr gleich. Die Spielbank erlebte so viel Zuspruch, dass sich die Gemeinde zu einem modernen Neubau am Seeufer entschied. Doch auch das am 11. März 1969 neben dem Hotel Lederer eingeweihte Gebäude wurde bald zu klein. Beschwerden der Nachbarn taten ihr übriges. Sein endgültiges Zuhause bezog das Wiesseer Glücksspiel trotzdem erst am 5. Juni 2005.

Nach einer Bauzeit von zwei Jahren nahm das bis heute größte und modernste bayerische Casino am nördlichen Ortseingang seinen Betrieb auf. Die Adresse „Winner 1“ stammt übrigens nicht vom englischen Wort für „Sieger“, sondern vom Winnerhof, der früher auf der Anhöhe über dem See stand. Heute warten acht Roulette-, drei Black-Jack- und zwei Pokertische sowie 200 Automaten auf einer Gesamtfläche von 600 Quadratmetern auf die spielfreudigen Gäste. Diese werden von 140 Mitarbeitern betreut. Für die Spielbank-Direktorin ist das Firmenjubiläum zugleich ein persönliches. Schura, die vorher beim Bayerischen Finanzministerium tätig war, wechselte mit dem Neubau an die Spitze der Wiesseer Spielbank.

Und auch aus Casino-Sicht sind die Würfel in den vergangenen zehn Jahren nicht immer günstig gefallen, erklärt Schura. „Aktuell befinden wir uns auf einem schwierigen Weg.“ So hätten etwa der ungebremste Boom der Spielhallen, das gesetzliche Rauchverbot sowie das illegale Glücksspiel im Internet die Spielbanken in Schieflage gebracht. Kamen 2006 noch 245 500 Gäste ins Casino, waren es 2014 gut 85 000 weniger. Der jährliche Bruttospiel-Ertrag habe sich immerhin mit 18,5 Millionen Euro wieder auf dem Stand vor der Neubau-Eröffnung eingependelt, so Schura. Auch, weil die Spielbank mit einem attraktiven Veranstaltungsprogramm in der Winner’s Lounge und Willkommensangeboten für Erstbesucher vermehrt jüngere und auch ausländische Gäste anlocke.

All das lässt die Spielbank-Direktorin optimistisch in die Zukunft schauen: „Wir setzen weiterhin auf ein seriöses Spielangebot und unvergessliche Events“, verspricht sie. Das hört auch Bürgermeister Höß gerne. Und das nicht nur, weil die Spielbank in zehn Jahren rund 34,8 Millionen Euro an die Gemeinde abgeführt hat. „Die einzigartige Atmosphäre“, sagt Höß, „gehört einfach zu unserem Ort.“

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