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Neuer Anlauf für Nahwärmeversorgung in Bad Wiessee: Realisierung bis spätestens 2026

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Von: Gabi Werner

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Karl Schönbauer Grünen-Gemeinderat
Karl Schönbauer, Grünen-Gemeinderat © THOMAS PLETTENBERG

Bad Wiessee will sich den Herausforderungen der Energiewende stellen. Bis 2026 soll in der Gemeinde zumindest eine Heizzentrale mit Nahwärmenetz in Betrieb sein. Der Anstoß kam von den Grünen-Vertretern Karl Schönbauer und Johannes von Miller.

Bad Wiessee - Für Bad Wiessee ist es der zweite Anlauf, ein Nahwärmenetz im Ort zu realisieren. Schon einmal gab es Pläne, auf einem Grundstück hinter dem Badepark ein Hackschnitzel-Heizwerk zu bauen. Das Projekt wurde jedoch im Frühjahr 2019 unter anderem wegen fehlender Wirtschaftlichkeit vom Gemeinderat gecancelt. Seinerzeit hatten sich zu wenige große Abnehmer gefunden. Zudem gab es massive Proteste der Anwohner.

Karl Schönbauer legt in neuer Funktion nach

Schon damals war es Schönbauer gewesen, der mit viel Enthusiasmus für das Wiesseer Heizwerk geworben hatte. Damals noch als Sprecher des Arbeitskreises Tegernseer Tal Energie und Klimaschutz (ATTEK). Nun brachte er das Thema erneut auf den Tisch – diesmal in seiner Funktion als Gemeinderat. „Wir stecken mitten in der Energiewende, zwischenzeitlich sogar in einer Energiekrise“, schickte Schönbauer dem Antrag voraus. Gemeinsam mit Kollege von Miller schlug er folgende Marschrichtung vor: Zunächst müsse die Gemeinde einen geeigneten kommunalen Standort fürs Nahwärmenetz und Heizzentralen ermitteln.

Standortanalyse und Kundenakquise

Zudem sei ein Fachmann einzuladen, der im Gemeinderat über mögliche Betriebsstrukturen, regionale Verfügbarkeiten von Energieträgern sowie über das EU-weite Ausschreibungsverfahren referiere. Auf Grundlage dieser Ergebnisse sei eine aktuelle Standortanalyse zu beauftragen sowie eine Abnehmerabfrage zur Kapazitätsauslegung durchzuführen. „Da müssen wir eine saubere Kundenakquise betreiben“, forderte Schönbauer, der die Vorteile einer solchen Nahwärmeversorgung aufzählte. So greife man nicht nur auf regenerative und CO2-neutrale Energieträger zurück. Die Wertschöpfung bleibe zudem aufgrund der Verfügbarkeit von Hackschnitzeln großteils in der Region. Betrieben werden könnten die Netze sinnvollerweise durch einen externen Betreiber.

Florian Sareiter (CSU) plädiert für Energiemix

Zustimmung zu dem Antrag kam von CSU-Sprecher Florian Sareiter. Die Gemeinde müsse sich energietechnisch neu aufstellen. „Der Antrag stützt das.“ Dabei könne ein solches Heizwerk nur ein Baustein von mehreren sein, meinte Sareiter. „Das Entscheidende ist der Energie-Mix.“ Auch wenn ihm der Zeitplan recht sportlich vorkomme, so könne seine Fraktion dem Antrag doch vollumfänglich zustimmen.

Auch Wolf-Hagen Böttger lobte die „sehr gute Ausarbeitung“ des Grünen-Antrags und bezeichnete ihn als „wunderbaren Vorschlag“. „Wir sollten unseren Ort fit machen für die Zukunft“, fand Böttger und kündigte die Zustimmung der SPD-Fraktion an. Mit 17:0 Stimmen wurden Antrag und Beschlussvorschlag der beiden Grünen-Gemeinderäte schließlich angenommen.

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