Mit einem ganzheitlichen Konzept will Geschäftsführer Helmut Karg (l.) das Jodschwefelbad attraktiver machen. Als Leiter des Therapieteams hat er Markus Pelzer engagiert.
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Mit einem ganzheitlichen Konzept will Geschäftsführer Helmut Karg (l.) das Jodschwefelbad attraktiver machen. Als Leiter des Therapieteams hat er Markus Pelzer engagiert.

Therapieleiter Markus Pelzer

Neuer Kurs im Jodschwefelbad: Massagen, Physio- und Osteopathie in Bad Wiessee

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Eine Massage, Physiotherapie oder osteopathische Behandlung: Das ist gefragt. Im Wiesseer Jodschwefelbad gibt es deshalb mit Markus Pelzer einen neuen Therapieleiter.

Bad Wiessee – So wohltuend das schwerelose Bad im warmen Jodschwefelwasser auch sein mag: Viele Gäste wünschen sich mehr. Auch in der Vergangenheit konnten Massagen gebucht werden. Dem neuen Geschäftsführer Helmut Karg war das zu wenig. Er engagierte den Physiotherapeuten, Osteopathen und Naturheilkundler Markus Pelzer als fachlichen Leiter des bestehenden Therapieteams im Jodschwefelbad. Seit Jahresbeginn ist er im Dienst. Mit dem Start könnte Karg nicht zufriedener sein: „Herr Pelzer ist immer ausgebucht.“

Neue Kombination: Bäder und Therapien

Vorausgegangen war eine Grundsatzentscheidung. Wie berichtet, waren in dem 7,6 Millionen Euro teuren Neubau der Gemeinde Bad Wiessee Räume frei geblieben. Etwa 150 Quadratmeter sollten verpachtet werden, an Ärzte oder auch Physiotherapeuten. Es gab etliche Verhandlungen mit Interessenten, doch letztlich kam Karg zu dem Schluss: Auch aus wirtschaftlicher Sicht ist es besser, das gesamte Gebäude in eigener Regie zu bespielen. So bleibt Raum, um Therapien in Kombination mit den Heilbädern anzubieten. „Das ist der Hebel“, ist Karg überzeugt.

Als medizinische Einrichtung trotz Lockdown geöffnet

In einer Sondersitzung des Gemeinderats legte der Bäder-Experte vor Weihnachten seine Überzeugung dar und fand Zustimmung. Damit ist klar: Ins Jodschwefelbad wird keine Arztpraxis integriert. Die gemeindliche Gesellschaft wird alle Räume selbst nutzen. Dazu wird sie in die Ausstattung investieren. Es ist ein Start in schwieriger Zeit. Als medizinische Einrichtung hat das Jodschwefelbad auch während der Pandemie geöffnet. Aber die Kundschaft braucht eine ärztliche Verordnung. „Das ist ein gewisser Umstand“, weiß Karg. Zumal die Kosten der Anwendungen in den meisten Fällen von den Gästen selbst zu tragen sind. Karg hatte wegen Corona und der erschwerten Bedingungen einen Umsatzrückgang von 80 Prozent erwartet. Doch er irrte sich. „Wir haben dreimal so viel, wie ich dachte“, berichtet Karg. Die Termine füllten auch in der Pandemie meist drei Tage die Woche. „Ich dachte, wir kriegen nur einen Tag voll.“

Hygienemaßnahmen verstärkt

Die Zukunft des Jodschwefelbads sieht Karg in der Positionierung als ganzheitliches Gesundheitszentrum. Mit Markus Pelzer könne das Bad das Leistungspaket rund um die Themen Physiotherapie und Naturheilkunde ergänzen, meint der Geschäftsführer. Mit seiner serviceorientierten Persönlichkeit bereichere Pelzer das Team. Um den Erfordernissen der Pandemie Rechnung zu tragen, wurden die Hygienemaßnahmen im Bad noch verstärkt. Anwendungen sind so terminiert, dass schon bei der Anmeldung am Empfang ein Kontakt zu anderen Gästen vermieden wird. Zudem werden nicht nur die Kabinen nach jedem Gast gereinigt und desinfiziert, sondern auch die öffentlichen Bereiche mehrmals täglich gesäubert und desinfiziert. Inhalationen, Sprühbäder und Aerosol-Augenbäder werden derzeit nicht verabreicht.

Die Öffnungszeiten wurden den aktuellen Umständen angepasst. Das Wiesseer Jodschwefelbad ist nach Terminvereinbarung wie folgt geöffnet: montags und freitags von 14 bis 20 Uhr, dienstags bis donnerstags von 9 bis 15 Uhr. Samstags, sonn- und feiertags ist das Jodbad geschlossen.

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