Netto-Markt am Wiesseer Rathausweg.
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Inzwischen geschlossen: der Netto-Markt am Wiesseer Rathausweg.

Pläne problematisch

Neuer Netto in Bad Wiessee? Bauausschuss erteilt Absage

Ein neuer Netto-Markt für Bad Wiessee: Damit musste sich nun der Bauausschuss beschäftigen. Das Ergebnis: eine Absage.

Bad Wiessee – Mit der Schließung des Netto-Markts am Wiesseer Rathausweg haben viele Bürger ihre Einkaufsmöglichkeit in unmittelbarer Nähe verloren. Gerade ältere Menschen und Azubis hätten den kleinen Supermarkt genutzt, hatte Bürgermeister Robert Kühn (SPD) angesichts der Schließung erklärt. Nun klafft für sie eine Versorgungslücke. Grund für die Schließung waren wohl mangelnde Rentabilität innerhalb der Unternehmensstruktur, aber auch einige Baustellen, die die Kundenfrequenz hatten sinken lassen (wir berichteten). In der jüngsten Sitzung des Bau-, Umwelt- und Landschaftsausschusses stand nun eine Alternative zur Debatte.

Netto war mit einer formlosen Anfrage an die Gemeinde herangetreten, die den Neubau eines – freilich größeren – Lebensmittel-Discountmarktes auf dem Areal zwischen Sanktjohanser- und Hubertusstraße ins Spiel bringt. Anfang August hatte Vize-Bürgermeisterin Birgit Trinkl (FWG) bereits Gespräche mit Vertretern des Unternehmens geführt, sagte Bauamtsleiter Anton Bammer. Die Fläche umfasst insgesamt 6080 Quadratmeter, als Bauland sind aber lediglich drei auf der Südseite liegende Grundstücke ausgewiesen, erläuterte er. Für diese gelte eine Ergänzungssatzung zum angrenzenden Wohngebiet „Im Sapplfeld“. Die nördliche Seite des Areals, bis 2019 Standort des Maibaums, sei aber nicht als Bauland ausgewiesen. Daher müsste sich die Dimensionierung des potenziellen Neubaus innerhalb der bereits ausgewiesenen Grenzlinie bewegen.

Bammer beurteilte die von Netto vorgeschlagenen Pläne als problematisch, sowohl wegen der möglichen Größe eines entsprechenden Gebäudes als auch wegen der Lage. Das Areal habe optisch eine „besondere Bedeutung für das Ortsbild“. Ein weiterer kritischer Punkt sei auch die Frage nach der Notwendigkeit eines zusätzlichen Supermarktes in der südlichen Ortshälfte, führte der Bauamtsleiter aus.

Unter dem Gesichtspunkt der Ortsplanung sei die Gemeinde sowohl im südlichen, wie auch im nördlichen Ortsbereich mit Einkaufsmöglichkeiten „gut versorgt“. Lediglich durch den Wegfall des Netto-Ladens hinter dem Rathaus klaffe hier eine Versorgungslücke, die aber durch die Installation eines neuen, zusätzlichen Netto-Marktes im Süden nicht behoben würde. Der Bauausschuss folgte schließlich der kritischen Beurteilung. Die Anfrage von Netto wurde einstimmig abgewiesen.

Stefan Gernböck

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