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Neuer Polizei-Chef von Bad Wiessee: „Das war für mich ein Glücksmoment“

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Von: Gabi Werner

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Leitet seit Kurzem die Polizeiinspektion Bad Wiessee: Thomas Heinrich. © tp

Die Polizeiinspektion Bad Wiessee ist wieder in „festen Händen“: Polizeihauptkommissar Thomas Heinrich (52) leitet die Dienststelle. Wir haben mit ihm gesprochen.

Bad Wiessee –  Polizeihauptkommissar Thomas Heinrich (52) leitet ab sofort die Dienststelle am Hügelweg und hat damit die Nachfolge von Interims-Chefin Veronika Reitschuh angetreten. Zuvor hatte Wilhelm Sigel viele Jahre den Posten des Polizeichefs am Tegernsee inne – er verabschiedete sich im August 2019 in den Ruhestand. Wir sprachen mit Nachfolger Heinrich – Familienvater aus Rottach-Egern – über seinen neuen Posten, über die besonderen Herausforderungen im Einsatzgebiet rund um den Tegernsee und darüber, warum er sein bisheriges Wirkungsfeld in Kreuth mit einem weinenden Auge verlassen hat.

Herr Heinrich, seit wenigen Tagen sitzen Sie nun an Ihrem neuen Schreibtisch in der Polizeiinspektion Bad Wiessee. Schon zwischen 1991 und 2010 haben Sie hier als Polizeibeamter Ihren Dienst verrichtet. Wie fühlt sich die Rückkehr an?

Ich habe Respekt vor der neuen Aufgabe, freue mich aber auch sehr darauf, in einer der schönsten Regionen Deutschlands der Leiter der zuständigen Polizeidienststelle zu sein. Die Verantwortung, die hinter dieser Position steckt, ist mir völlig bewusst. Die letzten Jahre war ich als Dienststellenleiter der Grenzpolizeistation Kreuth tätig. Das Aufgabenfeld war natürlich ein ganz anderes. Der neuen Herausforderung stelle ich mich aber gerne. Ich bin neugierig, was mich alles erwartet.

Sie sind sowohl beruflich als auch privat im Tegernseer Tal verwurzelt. Sicher ein Vorteil für Ihre künftige Tätigkeit hier, oder?

Ich wohne im Tegernseer Tal und war fast 20 Jahre lang nach meiner Ausbildung bei der Polizei Bad Wiessee tätig – ich habe dort sozusagen das „polizeiliche Laufen“ gelernt. Die Dienststelle und auch den Dienstbereich mit all seinen Besonderheiten kenne ich daher gut. Gerade deshalb liegt mir die Dienststelle so am Herzen. Dass ich hier lange Jahre in unterschiedlichen Funktionen Dienst verrichtet habe, kommt mir sicher entgegen. Ich muss mir aber sicherlich neues, verändertes Wissen aneignen. In den zehn Jahren meiner Abwesenheit hat sich natürlich vieles weiter entwickelt.

Zum Beispiel?

Zum einen hat sich technisch viel getan, man denke nur an die Body-Cams. Aber auch das polizeiliche Einsatzspektrum wandelt sich ständig. Leider mangelt es manchmal an Respekt vor den ehrenamtlichen Einsatzkräften und den eingesetzten Kollegen. Besonders weh tut es mir, wenn freiwillige Mitglieder von Hilfsorganisationen von den Leuten beleidigt oder angegriffen werden.

Zuletzt haben Sie acht Jahre lang die Polizeistation Fahndung Kreuth sehr erfolgreich geleitet. Ist Ihnen der Abschied nicht schwer gefallen?

Es war sicherlich ein Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Meine Zeit in Kreuth war hochinteressant. Bei meinem Antritt 2012 wurde ich komplett ins kalte Wasser geworfen – bis dahin war ich ja „nur“ den normalen uniformierten Dienst bei den Polizeiinspektionen gewohnt. Bei der Fahndung und späteren Grenzpolizeistation Kreuth bekam ich es mit völlig anderen, mindestens ebenso spannenden Fällen zu tun: von Eigentums- über Urkunden- bis hin zu Drogendelikten. Das Auffinden von versteckten Drogen im Kilobereich war immer wieder ein Highlight. Die Mitarbeiter waren alle hoch motiviert. Aber auch meine anderen, temporären Tätigkeiten, unter anderem beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd, waren für mich immer wieder etwas Neues.

War es trotzdem immer Ihr Wunsch, die Inspektion in Bad Wiessee zu leiten?

Nachdem ich hier in der Region aufgewachsen bin und das Tegernseer Tal mein Lebensmittelpunkt ist, war es eigentlich schon immer mein Wunsch, die dafür zuständige Dienststelle zu leiten. Dass sich dieser Wunsch erfüllt hat, war für mich schon ein besonderer Glücksmoment.

Das Tegernseer Tal mit Waakirchen ist sicher kein einfaches Einsatzgebiet. Wo sehen Sie die Besonderheiten?

Es erwartet mich – zusammen mit meinen Mitarbeitern – die ganze Breite des polizeilichen Einsatzspektrums, garniert mit ein paar Besonderheiten. Zum Beispiel die wasserschutzpolizeilichen Aufgaben auf dem Tegernsee und die mit dieser Urlaubs- und Naherholungsregion erster Güte verbundenen Ereignisse: Seien es die Festlichkeiten, Veranstaltungen, aber leider auch damit verbundene Unglücksfälle. Herausfordernd wird auch die immer wieder kehrende Anwesenheit nationaler und internationaler Prominenz aus Politik, Wirtschaft, Sport und Gesellschaft sein. Dies alles erfordert entsprechendes professionelles, taktisches und mit Feingefühl gespicktes polizeiliches Handeln.

Hinzu kommen oft spektakuläre Fälle vom Raubüberfall bis hin zum Mord, die überregional für Schlagzeilen sorgen.

Natürlich kommt es zu solchen, leider tragischen Ereignissen. Das sind aber Einzelfälle. Alle diese spektakulären Fälle wurden aber durch die professionelle Arbeit der einschlägigen Fachdienststellen aufgeklärt. Und es steht fest: Der Dienstbereich der Polizei Bad Wiessee ist nachweislich eine der sichersten Regionen in Deutschland.

In der Vergangenheit wurde unter den Tal-Bürgermeistern immer wieder der Ruf nach einer Aufstockung des Personals in der Wiesseer Inspektion laut. Sehen Sie sich mit Ihrem Mitarbeiter-Stamm gut gerüstet?

Meine Mitarbeiter sind hoch motiviert und engagiert. Dieser Eindruck hat sich bereits nach den ersten Tagen bestätigt. Wir haben eine Vielzahl von Aufgaben zu erledigen. Wie in allen Bereich des öffentlichen Dienstes würde ich mich einer Personalzuteilung nicht verschließen.

Wo wollen Sie als neuer Polizeichef vom Tegernsee Ihre Schwerpunkte setzen? Was liegt Ihnen besonders am Herzen?

Am Herzen liegen mir insbesondere die ortsansässigen Bürger des Tegernseer Tals. Die Menschen hier haben Anspruch auf eine gut funktionierende Polizei – das wollen wir weiterhin leisten. Die hervorragende Arbeit meiner Vorgänger möchte ich gerne fortführen. Mir wurde eine intakte Dienststelle mit engagierten Mitarbeitern übergeben. Dafür möchte ich an dieser Stelle auch Danke sagen. Gemeinsam mit meinem Stellvertreter Andreas Loeffler möchte ich das so fortführen. Wir freuen uns beide auf diese Aufgaben.

Was glauben Sie: Wird Bad Wiessee die letzte Station Ihrer Laufbahn sein?

Jetzt muss ich hier erst einmal richtig ankommen und die Abläufe kennenlernen. Auch wenn ich hier in der Vergangenheit schon Dienst verrichtet habe, ist dies Position wieder etwas Neues. Natürlich blicke ich interessiert in die Zukunft und werde mich ihrer auch nicht verschließen. Zunächst hat aber selbstverständlich die PI Bad Wiessee oberste Priorität.

Die Situation in Kreuth

Nach dem Weggang von Thomas Heinrich aus Kreuth ist der Posten des Leiters der Grenzpolizeistation derzeit nur kommissarisch besetzt. „Das Bewerbungsverfahren läuft noch“, teilt eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd auf Nachfrage mit. Es sei aber in naher Zukunft mit einer Nachbesetzung zu rechnen.

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