Das Jodschwefelbad hat mit Helmut Karg einen neuen Geschäftsführer. Der steinerne Kopf neben ihm zeigt den Quellenentdecker Adrian Stoop. Die Statue wurde im Fundus entdeckt und jetzt prominent platziert.
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Das Jodschwefelbad hat mit Helmut Karg einen neuen Geschäftsführer. Der steinerne Kopf neben ihm zeigt den Quellenentdecker Adrian Stoop. Die Statue wurde im Fundus entdeckt und jetzt prominent platziert.

Wechsel der Geschäftsführung

Neuer Schub fürs Wiesseer Jodschwefelbad erhofft

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Mehr Auslastung, mehr Umsatz: Um das zu erreichen, hat die Gemeinde Bad Wiessee Helmut Kargs Unternehmen HKH Management mit der Geschäftsführung des Jodbads beauftragt.

  • Jodbad-Geschäftsführung: Gemeinde schließt Management-Vertrag mit Helmut Kargs Firma HKH
  • Umstrukturierung und Personalschulung
  • Größere Auslastung ist das Ziel

Bad Wiessee – Der Gmunder Helmut Karg (55) hat viel Erfahrung darin, Bäder aus dem Tief in die Erfolgszone zu führen. Am Tegernsee aufgewachsen, war der studierte Betriebswirtschaftler viele Jahre lang für die Bäderkönig-Familie Zwick tätig. Es galt, Betriebe der Unternehmensgruppe Johannesbad nach der Gesundheitsreform wieder in die schwarzen Zahlen zu bringen. Karg war viel unterwegs und zog 2014 einen Schlussstrich. Nach einem Jahr Auszeit – unter anderem wanderte er mit seiner Frau vom Tegernsee nach Venedig – gründete Karg mit einem Ex-Kollegen 2015 die HKH Management GmbH. Das Unternehmen führt zum Beispiel die Geschäfte der Therme 1 in Bad Füssing. Seit 2017 berät Karg auch die Gemeinde Bad Wiessee und leitete den Arbeitskreis für die Entwicklung des Badeparks. Vor knapp zwei Wochen überraschte die Gemeinde mit der Nachricht, dass Karg ab 1. Oktober als Nachfolger von Renate Zinser die Geschäftsführung des Jodschwefelbads übernehmen wird. Dabei bleibt Karg selbstständig, die Gemeinde hat einen Managementvertrag mit der HKH geschlossen.

„Im Jodbad müssen sich die Prozesse noch einspielen“, erklärt Karg. Das 7,6 Millionen Euro teure Gebäude steht bestens da, aber das Team muss zum Teil noch geschult und auf ein Niveau gebracht werden. Nicht nur Karg hatten gestern seinen ersten Arbeitstag im Jodbad. Auch zwei frühere Mitarbeiterinnen des jetzt geschlossenen Badeparks waren zum ersten Mal im Dienst. Die Gemeinde ist bestrebt, ehemaligen Angestellten des Badeparks im Jodbad eine neue berufliche Perspektive anzubieten. „Wir sind dabei, umzustrukturieren und Personal aufzubauen“, meint Karg. Etwa 20 Mitarbeiterinnen sind aktuell im Jodschwefelbad beschäftigt. Wie viele es am Ende sein werden, lasse sich derzeit noch nicht sagen, erklärt Karg.

Die Selbstzahler im Blick

Gesetzt ist, dass sich der Service für den Gast noch erhöhen soll. Denn der zahlt meist selbst für die Behandlung im heilsamen Wasser und hat entsprechend hohe Erwartungen. „Dieses Anspruchsdenken versuchen wir weitgehend zu erfüllen“, meint der neue Geschäftsführer. Zunächst gilt es, die Privatzahler in weitem Umkreis auf das neue Edel-Bad aufmerksam zu machen. In Kooperation mit der Tegernseer Tal Tourismus GmbH wird die HKH das Marketing fürs Bad verstärken. Die zuvor mit dieser Aufgabe betraute Werbeagentur Hirschfänger ist derzeit nicht mit im Boot.

Aktuell liegt die Auslastung des Bads – gemessen an der Raumkapazität – nur bei etwa 20 Prozent, was im Gemeinderat zuletzt für ein Stimmungstief sorgte. Aufs Personal bezogen liege die Auslastung aber deutlich höher, merkt Karg an. Er peilt auf längere Sicht eine Auslastung von etwa 60 Prozent an. „Das Badehaus kann wirtschaftlich betrieben werden“, ist er überzeugt.

Noch 150 Quadratmeter frei

Derzeit sind im Badehaus noch Räume frei, insgesamt 150 Quadratmeter. Eigentlich hätte sich dort ein Ärztezentrum ansiedeln sollen. Im ersten Anlauf zerschlugen sich die Gespräche, aktuell laufen neue Gespräche. Alternativ könne die Gemeinde den Raum auch selbst für Therapien oder Medical Wellness nutzen, meint Karg.

Für den Experten ist klar: Auf die Zukunft gerichtet, sollten das Jodschwefelbad und der noch zu planende Badepark-Neubau eine Einheit werden. Das Badehaus wäre dann ein Teil des Komplexes mit Schwimmbad, Sauna und Gastronomie. „Idealerweise hält sich der Gast den ganzen Tag dort auf“, meint Karg. Dies sei auch der Hebel für den wirtschaftlichen Erfolg.

Gereift sind diese Erkenntnisse bei den Berechnungen zum Badepark-Neubau. Wie die nächsten Schritte nach dem Bürgerentscheid aussehen, ist derzeit noch in der Überlegung. Der Zeitplan ist eng: 2024 soll der neue Badepark stehen. Karg weiß: „Wir werden Gas geben müssen.“

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