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Das Polizeiboot hat endlich ein passendes Obdach. 

Illustre Gästeschar

Neues Boothaus der Wiesseer Polizei eingeweiht - Kostenpunkt: 980.000 Euro

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Wenn Innenminister Joachim Herrmann nach Bad Wiessee kommt, um ein Bootshaus einzuweihen, hat das seinen Grund. Für den scheidenden Polizei-Chef Sigel war es ein besonderes Geschenk. 

Bad Wiessee – Wenn Herzog Max in Bayern, Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, Landtagspräsidentin Ilse Aigner und FC Bayern-Chef Uli Hoeneß auflaufen, geht es für gewöhnlich nicht um die Einweihung einer Garage, auch wenn sie für ein besonderes Fahrzeug bestimmt ist. Und doch waren nicht nur die Genannten, sondern noch eine Menge weiterer hochkarätiger Gäste dabei, als die WSP 44, das kleine Schnellboot der Wiesseer Polizei, ihr hölzernes Obdach bekam. Die Größe der Würdigung entsprach allerdings der Länge der Diskussion, die um den Bau eines Bootshauses für die Polizei am Tegernsee geführt wurde. Eingeweiht wurde es nun fensterlos, weil noch immer nicht ganz fertig. Aber Minister Herrmann wollte mit der Übergabe des Neubaus an die Polizeiinspektion Bad Wiessee nicht länger warten.

Neues Bootshaus der Polizei: Einweihung zum Abschied von Willi Sigel

Zur Verabschiedung von Dienststellenleiter Wilhelm Sigel in den Ruhestand, sollte das Bootshaus zur Verfügung stehen. „Das war das Äußerste, was dem Willi zumutbar war“, meinte Herrmann.

Letztlich hat das Bootshaus 980 000 Euro gekostet. Eine Summe, die haarscharf unter der Marke liegt, die dem Staatlichen Bauamt Rosenheim für die Realisierung einer sogenannten „kleinen Baumaßnahme“ gesetzt ist: eine Million Euro.

Für diese Summe ist ein bescheiden wirkender Holzbau entstanden, dessen Stärke unter der Oberfläche liegt. „Das Tegernsee-Ufer ist kein einfacher Baugrund“, erklärte Doris Lackerbauer. Leiterin des Staatlichen Bauamts. Das Bootshaus, 15,5 Meter lang und 7,6 Meter breit, steht auf zwölf Meter langen Pfählen. Den Unterbau zu schaffen, hat gut die Hälfte der Bausumme verschlungen.

Ursprünglich waren die Kosten für ein Bootshaus auf 470 000 Euro kalkuliert worden. Dass dies nicht reicht, zeigte sich schnell. Angesichts der Herausforderungen in Sachen Bodenbeschaffenheit und Optik übergab das Bauamt den Auftrag an die Münchner Architektin Claudia Schreiber. Sie fertigte einen kühnen Entwurf, der an einen Katamaran erinnerte. Doch das schwimmende Bootshaus war innerhalb der Millionengrenze nicht zu realisieren und wurde in der Schublade versenkt.

Polizeiboot am Tegernsee braucht ein „gescheites Bootshaus“

„Aber jetzt ist doch etwas Ordentliches herausgekommen“, stellte Innenminister Herrmann zufrieden fest. Er erinnerte an die zahlreichen Anwürfe, die sich der Freistaat in Sachen Polizei-Bootshaus am Tegernsee gefallen lassen musste. Von einem Prestigeobjekt der Polizei sei die Rede gewesen und davon, dass die Polizei am Tegernsee eigentlich gar kein Boot und damit auch kein Bootshaus brauche. Dabei, so Herrmann, sei auch dieses Projekt für die Sicherheit der Menschen wichtig, dem wichtigsten Anspruch also, den Bürger an einen funktionierenden Staat hätten. Die Wasserschutzpolizei habe hier zwar nicht die gleiche Bedeutung wie dies an der Nordsee oder Ostsee der Fall sei, meinte der Minister. „Aber auch auf den oberbayerischen Seen ist einiges zu tun.“ Dafür müsse die Polizei gerüstet sein. Bereits 2016 habe die Wiesseer Dienststelle deshalb ihr neues Boot WSP 44 bekommen. „Und ein gescheites Boot braucht auch ein gescheites Bootshaus“, machte Herrmann deutlich. Die bisherige Situation sei wegen des langen Anfahrtswegs von der Dienststelle in Bad Wiessee zum alten Bootshaus am Rottacher Schorn unbefriedigend gewesen.

Polizei-Bootshaus am Tegernsee: Herzog Max stellt Standort zur Verfügung

Dass die Polizei für ihr Bootshaus doch noch einen optimalen Standort – nur 600 Meter Luftlinie von der Dienststelle entfernt – gefunden hat, ist Herzog Max in Bayern zu verdanken. Er hat in Absprache mit dem Yachtclub Bad Wiessee das Grundstück an der Breitenbachmündung zur Verfügung gestellt. „Wir danken Ihnen sehr dafür“, sagte Herrmann mit Blick auf den Herzog, der den Neubau wohlwollend begutachtete. Feierlich geweiht wurde das Bootshaus vom katholischen Pfarrer Wieland Steinmetz und seinem evangelischen Kollegen Martin Weber. Fertiggestellt werden Gebäude und Außenanlagen bis Ende September.  

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