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Neues Kita-Zentrum in Bad Wiessee: Klares Ja für großzügige Pläne

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Von: Gabi Werner

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Der Lageplan zeigt, wo was hinkommt: Nördlich des dreiteiligen Gebäudekomplexes ist ein Parkbereich mit Einbahnregelung und Kiss & Ride-Fläche geplant. Grafik: Gemeinde/DaK
Der Lageplan zeigt, wo was hinkommt: Nördlich des dreiteiligen Gebäudekomplexes ist ein Parkbereich mit Einbahnregelung und Kiss & Ride-Fläche geplant. © Gemeinde/dak

Was die Zukunft der Kinderbetreuung betrifft, macht Bad Wiessee keine halben Sachen. Der Gemeinderat hat nun den Bauantrag für das großzügige Kita-Zentrum bei der Grundschule einhellig abgesegnet.

Bad Wiessee – Im Herbst 2019 bekam es die Gemeinde Bad Wiessee per TÜV-Gutachten Schwarz auf Weiß: Der Kindergarten Maria Himmelfahrt, erbaut in den Jahren 1974/75, ist derart marode, dass er nur noch abgerissen werden kann. Seither tüftelte die Gemeinde an den Planungen für ein neues Kita-Zentrum, das – so der Anspruch – ebenfalls auf dem Gelände der Grundschule entstehen soll. Inzwischen sind die Planungen weit vorangeschritten, dem Gemeinderat lag zur jüngsten Sitzung der konkrete Bauantrag vor.

Neues Kita-Zentrum: Krippe, Kindergarten und neun Wohnungen

Geplant ist demnach ein dreiteiliger Baukörper, in dessen Erdgeschoss künftig fünf Krippengruppen beheimatet sein sollen. Im ersten Obergeschoss kommen vier Kindergarten-Gruppen unter (eine davon integrativ), im Dachgeschoss neun Wohnungen. Entstehen werde der Komplex im Bereich des jetzigen Hartplatzes, wie Bauamtsleiter Anton Bammer mitteilte. Für diesen soll später an anderer Stelle ein Ersatz geschaffen werden.

Planung sieht 47 Parkplätze und einen „Kiss & Ride“-Bereich vor

Eine besonders „herausfordernde“ Aufgabe sei es gewesen, die Situation des Hol- und Bringverkehrs in den Griff zu bekommen und darüber hinaus genügend Parkplätze zu schaffen, erklärte Bammer. „Wir haben jetzt rechnerisch sogar mehr, als wir bräuchten“, fügte der Bauamtsleiter hinzu. Will heißen: Vorgeschrieben wären laut Stellplatzschlüssel 37 Parkplätze, tatsächlich werden in der Planung 47 Stück nachgewiesen. Auf der Parkfläche wird es künftig eine Zu- und Abfahrt zur Bundesstraße in Einbahnregelung sowie einen „Kiss & Ride“-Bereich mit drei Längs-Parkplätzen geben, wo die Eltern ihre Kinder auf die Schnelle verabschieden können. Dadurch hofft die Gemeinde, die bisherige – laut Florian Sareiter (CSU) oft chaotische – Situation beim Bringen und Holen der Kinder in den Griff zu bekommen. Entstehen werden darüber hinaus mehrere Freiflächen zum Spielen, ein Nebengebäude für Gerätschaften sowie eine Fotovoltaikanlage auf den südseitigen Dachflächen.

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Großen Diskussionsbedarf zu der Planung gab es in der öffentlichen Sitzung nicht mehr. Lediglich Rolf Neresheimer (Bürgerliste Bad Wiessee) hinterfragte, ob tatsächlich ausreichend Stellplätze berücksichtigt seien. „Wo stehen die ganzen Menschen, die da arbeiten?“, wollte er wissen. Bammer gab Entwarnung: Wenn es eng werde, gebe es Kapazitäten für die Schaffung weiterer Stellplätze, sagte er. Und fügte hinzu: „Wir haben aber wenig Sorge, dass es nicht ausreicht.“

CSU-Sprecher zu den Kosten: „Bad Wiessee wird das schultern können“

CSU-Sprecher Florian Sareiter hatte ausschließlich Lob für das Projekt parat. Es sei weitsichtig geplant und habe auch in dieser Größe seine Berechtigung, sagte er. „Das Bauamt hat hervorragend gearbeitet.“ Die Kosten in Höhe von über 12 Millionen Euro seien zwar enorm – „aber Bad Wiessee wird das schultern können“, sagte Sareiter.

Auch sein Onkel Kurt Sareiter – als älteres Semester bereits bei der Eröffnung des alten Kindergartens im Jahr 1976 mit dabei – freute sich, dass die Gemeinde hier „so großzügig in die Zukunft plant“.

Benedikt Dörder (SPD) sprach von einem „sehr stattlichen“ Kita-Zentrum, dessen Dimension allerdings auf Hochrechnungen über die künftige Bevölkerungsentwicklung in Bad Wiessee beruhe. Die Gemeinde erfülle mit diesem Projekt ihre Pflicht – nun, so Dörder augenzwinkernd, sei es an den Bürgern, „die Statistik mit Leben zu füllen“. Der Baustart fürs Kita-Zentrum ist noch im Frühjahr geplant, die Fertigstellung für 2024.

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