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So soll das neue Gesundheitshotel von SME aussehen

Überraschend wenig Kritik

Kurviertel den Bürgern vorgestellt: Viel Applaus, wenig Fragen

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Präsentiert wurden die Projekte, die Wiessee verändern werden: Luxushotel mit Medizinzentrum, neues Jodbad. Fragen gab’s bei der Bürgerversammlung kaum - dafür Applaus für die Planer.

Bad Wiessee – Smart und selbstbewusst: So trat der Schweizer Investor Florian Kamelger, Chef der Sports Medicine Excellence Group (SME), ans Mikrofon. Bad Wiessee werde der Fixstern am Gesundheitshimmel Deutschlands, verhieß er seinen Zuhörern bei der gut besuchten Bürgerversammlung im Saal des Gasthofs zur Post. Er sei „sehr überzeugt“, nicht nur eine überragende Hotellerie zu schaffen, sondern auch eine nie da gewesene, innovative Medizin des Bewegungsapparates. SME habe sich einen sportlichen Zeitplan gesetzt und werde diesen weiterhin einhalten. Heißt: Baubeginn im Frühjahr 2018, Eröffnung Anfang 2020.

Die Detail-Präsentation der Pläne überließ Kamelger seinem Experten-Team, wie schon bei der Vorstellung im Gemeinderat (wir berichteten). Architekt Alexander Meissl, Landschaftsarchitekt Johannes Cox und Chief Hospitality Officer Felix Penner – ihn stellte Kamelger als seine rechte Hand vor – erläuterten die zur Genehmigung eingereichte Planung mit vielen Bildern. 119 Zimmer sind vorgesehen, dazu kommt das medizinische Zentrum, ein ausgedehnter Spa-Bereich und edle Gastronomie, alles eingebettet in sorgsam gestaltetes Grün. Der Gemeinderat hatte den Entwurf begeistert gebilligt, nur Ingrid Versen (CSU) lehnte ab. Ihr gefallen die Holzlamellen an der Fassade nicht.

In der Bürgerversammlung hingegen schien die Architektur des Mailänder Büros Matteo Thun gut anzukommen. Zumindest gab’s keine Kritik, sondern immer wieder Applaus. Als Bürgermeister Peter Höß die Zuhörer aufforderte, ihre Fragen an den Investor zu stellen, hob sich erst keine Hand. Es war Steffi Erlacher, Betreiberin eines Gästehauses, die schließlich das Wort ergriff. Sie vermisse das heilsame Jodschwefelwasser im Konzept von SME, merkte Erlacher an. Gäste, die es nutzen wollen, müssten dazu eigens ins neue Badehaus gehen, also über die Straße.

SME werde seine Gäste gerne auf das schöne Badehaus hinweisen und es auch bewerben, entgegnete Kamelger. Nach langer Überlegung habe das Unternehmen aber erkannt, dass sich das Jodschwefelwasser nicht in den Betrieb integrieren lasse. Der Grund: Das Wasser riecht nach Schwefel, was die Gäste für gewöhnlich nicht angenehm finden. „Das Hotel Terrassenhof hat damit keine guten Erfahrungen gemacht“, erinnerte Bürgermeister Höß.

Und noch eine Frage kam auf: Was passiert, wenn es im OP-Trakt des Medizinzentrums zu einem Narkosezwischenfall kommt? Muss dann der Hubschrauber den Patienten eine Münchner Klinik bringen? Oder entsteht in Wiessee ein voll ausgestattetes Krankenhaus mit Akutbereich und Intensivstation?

Kamelger, selbst Facharzt für Unfallchirurgie, verneinte das. Komplikationen ließen sich zu einem großen Teil durch die sorgsame Auswahl der Patienten vermeiden. Wer etwa ein Problem mit der Hüfte oder dem Knie habe, sei nicht krank und in einem ambulanten Zentrum gut aufgehoben. Anders sehe es mit wirklich Kranken aus. „Die gehören ins Krankenhaus.“ Für Zwischenfälle, die dennoch bei Operationen auftreten können, gebe es Notfallpläne. Die würden mit allen Ämtern abgestimmt: „Das ist übliche Praxis in Europa und der Welt.“

Zum geplanten Badehaus haben die Gäste von SME einen kurzen Weg. Es entsteht gegenüber, gleich neben dem Badepark. Bau und Betrieb stemmt die Gemeinde mit einer eigenen Gesellschaft selbst. Als Berater hat sie Gesundheitsfachmann Helmut Karg engagiert, der seine Strategie – wie schon im Gemeinderat und bei einer Pressekonferenz – nun auch in der Bürgerversammlung darlegte. Karg predigt eine klare Markt-Positionierung. Das heißt: ein Bekenntnis zum Thema Gesundheit. Zielgruppe sind die Gäste ab 50, mit gut gefülltem Geldbeutel. Er empfiehlt nicht nur, das Badehaus rasch zu realisieren, sondern auch den Badepark aufzuhübschen, der ansonsten wie ein alter Schuppen wirken würde. Die Basis für den Start in den Gesundheitshimmel ist ihm zufolge gegeben: „Bad Wiessee ist ein Wahnsinns-Standort.“

jm

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