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Außerhalb der Baulinie: Hier, im Hang hätte die öffentliche Toilettenanlage entstehen sollen.

Antrag des Hotels Terrassenhof

Öffentliche Toilette: Gemeinde nimmt Geschenk nicht an

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Alwin Gericke, Geschäftsführer des Hotel Terrassenhof, dachte, er würde im Bauausschuss auf offene Ohren stoßen - ein Irrglaube. Das Problem: Man würde einen Präzedenzfall schaffen. 

Bad Wiessee– Öffentliche Toiletten sind an der Seepromenade im Bereich des Wiesseer Hotels Terrassenhof Mangelware. Wer mal muss, dem bleibt nur die mehr als 200 Meter entfernte Anlage am Badepark. Umso mehr hatte Alwin Gericke, Geschäftsführer des Hotels, gehofft, mit seinem Antrag zum Bau einer öffentlichen Toilettenanlage im Wiesseer Bau- und Umweltausschuss offene Türen einzurennen. Vergebens: Mit 6:3 Stimmen lehnte das Gremium ab.

Entstehen sollte die Anlage auf dem Hotelgrundstück, schräg gegenüber der Bootshütte neben der großen Lärche. Und zwar im Hang, sodass das Gebäude lediglich seeseitig zu sehen gewesen wäre. Dass der Bedarf für eine solche Anlage gegeben ist, das stellte Kurt Sareiter (CSU) klar. „Eine öffentliche Toilette würde nicht schaden.“ Mit dem Ort konnte er sich allerdings nicht anfreunden.

Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block) missfiel, dass das Gebäude außerhalb der vereinbarten Baulinie stehen würde. „Das passt nicht zum Flächennutzungsplan.“ Für Gericke nicht nachzuvollziehen, schließlich befänden sich die öffentliche Toilette in der Ortsmitte und die hoteleigene Tiefgarage ebenfalls außerhalb der Baulinie. „Die wurde damals auch genehmigt“, sagt der Geschäftsführer auf Nachfrage.

Florian Sareiter (CSU) verwies auf den Nutzen, den die Gemeinde aus dem Antrag ziehen könne: Die Familie biete eine öffentliche Toilette an, und man wisse ja, wie teuer die sind. „Ich halte den Antrag für genehmigungsfähig, wenn wir den Zweck sehen.“ Klaudia Martini (SPD) äußerte Bedenken, eine Zustimmung könne einen Präzedenzfall schaffen, weshalb sie ablehnen werde. „Wir können nicht bei Betroffenheiten alles über Bord werfen“, appellierte sie an ihre Kollegen, die ihr bei der abschließenden Abstimmung größtenteils Folge leisteten.

Zum Unverständnis von Gericke, der der Gemeinde damit, die Toiletten öffentlich zugänglich zu machen und das Gebäude in den Hang zu bauen, aus seiner Sicht in gleich zwei Punkten entgegengekommen war. Als während der Sitzung mit dem Beschlussvorschlag der Hinweis verlesen wurde, die Hotel Terrassenhof GmbH habe ohne Genehmigung ein Gebäude an der Südostecke des Grundstücks errichtet und dieses trotz Aufforderung nicht zurückgebaut, platzte dem Geschäftsführer der Kragen.

„Das ist eine unverschämte Unterstellung“, schimpft Gericke auf Nachfrage. Zum einen sei in dem Hinweis die falsche Firma genannt, zum anderen falle das Gebäude durch seine geringe Größe nicht unter die Genehmigungspflicht. Er habe zu einem Schreiben des Landratsamtes Stellung bezogen und seitdem nichts mehr gehört. Nun, so der Geschäftsführer, werde er versuchen, eine andere, genehmigungsfähige Lösung zu finden.

hb

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