Geschlossener Badepark in Bad Wiessee
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Gähnende Leere herrscht derzeit im Badepark. Er wurde mit Beginn der Corona-Krise geschlossen und seither nicht mehr geöffnet.

Virtueller Rundgang mit Rathaus-Chef Kühn

Bürgerentscheid zum Badepark: Jetzt gibt's auch ein Youtube-Video

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
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Neubau oder nicht? Am 27. September entscheiden die Wiesseer über das Schicksal ihres Badeparks. Um den Bürgern einen Eindruck vom maroden Zustand zu vermitteln, führt Rathaus-Chef Robert Kühn jetzt sogar per Youtube durchs Bad.

  • Am 27. September gibt es in Bad Wiessee einen Bürgerentscheid zur Zukunft des Badeparks
  • Die Gemeinde möchte die Bürger aufklären und mobilisieren
  • Bürgermeister Robert Kühn hat jetzt sogar ein Youtube-Video gedreht

Bad Wiessee – Eigene Beiträge im Bürgerboten, Bürger-Dialoge im Rathaus – und jetzt eben auch die Internet-Plattform Youtube: Um die Wiesseer in Sachen Badepark aufzuklären und zu mobilisieren, will Rathaus-Chef Robert Kühn auch die digitalen Möglichkeiten nutzen. „Es geht darum, alle Generationen zu erreichen“, sagt er.

Deshalb nimmt Kühn die Internet-Nutzer ab sofort mit auf einen virtuellen Rundgang durch den Badepark. Wer auf der Video-Plattform Youtube das Stichwort „Badepark 2020“ eingibt, landet bei dem Filmbeitrag der Gemeinde. Kühn persönlich führt in dem knapp achtminütigen Video bis in die Katakomben der Einrichtung – und präsentiert unter anderem technische Ausstattung aus grauer Urzeit. Die Gefahr eines plötzlichen Ausfalls, so macht Kühn im Laufe des Rundgangs deutlich, sei immens hoch.

Neuer Badepark soll maximal 30 Millionen Euro kosten

„Das Thema bewegt die Wiesseer sehr“, erklärt Kühn auf Nachfrage. Wenn er durch den Ort gehe, werde er häufig auf den Badepark angesprochen. Und Kühn glaubt, bereits ein Stimmungsbild ausgemacht zu haben. „Ich meine, dass es sehr viel Zustimmung zu den Neubauplänen gibt“, sagt der Rathaus-Chef vorsichtig.

Kühn will Neutralität wahren, klar ist aber auch: Es gibt bereits eine Grundsatzentscheidung des Vorgänger-Gemeinderats, die altersschwache Einrichtung abzureißen und an ihrer Stelle ein multifunktionales Hallenbad hinzustellen. Der neue Gemeinderat will sich für diese Marschrichtung nun die Rückendeckung der Bevölkerung holen. Die Frage des Bürgerentscheids am 27. September lautet daher: „Möchten Sie, dass der Badepark abgerissen wird und auf demselben Grundstück schnellstmöglich der Neubau eines Bades entsteht, welches mindestens die momentan vorhandenen Nutzungsmöglichkeiten beinhaltet?“ Für das neue Bad stehen Kosten von maximal 30 Millionen Euro im Raum. Stimmen die Bürger mehrheitlich mit Nein, soll der jetzige Badepark – vorausgesetzt die anderen Talgemeinden unterzeichnen eine Defizitvereinbarung – seinen Betrieb wieder aufnehmen. Sollte dann die Technik plötzlich nicht mehr mitspielen, komme es zu einer „unkontrollierten Schließung“, macht Kühn deutlich. Die wohl schlechteste aller Lösungen.

Bürgermeister lässt sich bei Video-Dreh auf Tier in Kinderbecken fotografieren

Bei aller Ernsthaftigkeit des Themas ist Kühn der Sinn für Humor noch nicht abhanden gekommen. Beim Dreh des Youtube-Videos krempelte der Bürgermeister spontan die Hosenbeine hoch, zog die Schuhe aus und nahm auf dem im Kinderbecken montierten „Garfield“ Platz. Das Foto diente kurzzeitig sogar als sein Profilbild auf Facebook. „Als wir an dem Tier vorbeikamen, konnte ich nicht widerstehen und habe mich draufgesetzt“, erzählt Kühn schmunzelnd. Er wolle das Thema keinesfalls ins Lächerliche ziehen, aber ein wenig Humor könne ja nicht schaden, meint er.

Humor bewiesen: Rathaus-Chef Robert Kühn nahm beim Video-Dreh auf einem der Tiere im Kinderbecken Platz.

Neben dem virtuellen Rundgang auf Youtube will die Gemeinde ihren Bürgern übrigens auch die Möglichkeit für reale Besichtigungen des Badeparks bieten. Vier Termine mit Betriebsleiter Karl Maurer sind geplant: am 10. und 17. September jeweils von 16 bis 18 Uhr sowie von 18 bis 20 Uhr. Die Rundgänge finden unter Einhaltung der Corona-Hygieneregeln statt. Wer teilnehmen möchte, wird gebeten, sich im Rathaus unter Telefon 08022/8602-20 anzumelden. Sollte das Interesse groß sein und diese vier Termine nicht ausreichen, „so werden wir das Angebot erweitern“, versichert Kühn. Am Donnerstag, 3. September, ist zudem ein weiterer Bürger-Dialog im Rathaus mit dem Schwerpunkt-Thema „Badepark“ geplant. Am 19. September geht dann ein Infobrief mit allen Fakten an die Haushalte raus.

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