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Das St. Josefsheim am Löblweg dient den Wiesseer Katholiken derzeit noch als Pfarrheim. Doch die Eigentümerinnen wollen das Grundstück verkaufen, es muss zügig ein Neubau her.

Pachtvertrag wurde verlängert - Neubau noch nicht in Sicht

Wiesseer Pfarrei darf vorerst im Josefsheim bleiben

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Erleichterung bei der katholischen Pfarrgemeinde Bad Wiessee: Der Pachtvertrag fürs Josefsheim wurde noch einmal verlängert. Unterdessen sind die Pläne für den Neubau eines Pfarrheims ins Stocken geraten.

Bad Wiessee – Zweimal schon hat die katholische Pfarrei Bad Wiessee von den Eigentümerinnen des Josefsheims, den Schwestern des Dritten Ordens des Heiligen Dominikus aus Speyer, einen Aufschub bekommen. Eigentlich sollte das Gebäude am Löblweg, das die Katholiken als Pfarrheim nutzen, bereits seit vergangenem Sommer geräumt sein. Die Ordensschwestern wollen das Grundstück zu Geld machen. Das gestaltet sich allerdings schwierig. Die Gemeinde nämlich hat sich das Vorkaufsrecht gesichert, und die Preisvorstellungen zwischen der Kommune und den Ordensschwestern gehen weit auseinander. Das hat zur Folge, dass die Wiesseer Pfarrgemeinde das Josefsheim nun doch länger nutzen kann als erwartet.

„Unser Pachtvertrag wurde noch mal um ein halbes Jahr verlängert“, erklärt Wiessees Kirchenpfleger Herbert Stadler auf Nachfrage. Heißt: Noch bis 30. Juni kommenden Jahres hat die Pfarrei hier ein Dach über dem Kopf. „Darüber sind wir sehr erleichtert“, sagt Stadler und lobt die positive Zusammenarbeit mit den Ordensschwestern, die zuletzt im Gemeinderat wegen ihrer Pläne für das Grundstück harsche Kritik einstecken mussten.

Dennoch ist und bleibt das im Jahr 1930 errichtete Josefsheim für die Wiesseer Katholiken nur eine Lösung auf Zeit. Die Pläne für den Neubau eines Pfarrheims auf einem Grundstück an der Dr.-Scheid-Straße sind längst fertig. Das Problem: Die Entwürfe entsprechen bislang nicht den Vorstellungen des Erzbischöflichen Ordinariats, das den Löwenanteil des Neubaus bezahlen muss.

„Wir sollen wesentlich kleiner bauen als geplant“, erläutert der Kirchenpfleger, der die Haltung des Ordinariats nicht nachvollziehen kann. „Wir wollen das Grundstück ja nicht bis auf den letzten Quadratmeter bebauen, aber der Neubau sollte schon auf unsere Bedürfnisse ausgelegt sein.“ Stadler führt als Argumente auch die vielen Übernachtungsgäste ins Feld, die sich in Bad Wiessee aufhalten, und die Kurseelsorge, die man als eine der wenigen Gemeinden am Tegernsee vorhalte. Stadler hofft nun auf einen baldigen Termin im Ordinariat, bei dem die Pfarrei Gelegenheit bekomme, ihre Pläne noch einmal zu erläutern. „Ob das etwas bringt, wissen wir natürlich nicht.“

Auch Ordinariats-Sprecherin Bettina Göbner bestätigt auf Nachfrage, dass in Sachen neues Pfarrheim Bad Wiessee „noch Klärungsbedarf besteht“. Wann also ein neues Pfarrheim für die Wiesseer Katholiken zur Verfügung stehen wird, ist völlig unklar. Stadler glaubt: „Bis dahin vergehen mindestens noch zwei Jahre.“

Umso dankbarer ist er, dass die Katholiken das Josefsheim wenigstens noch bis zum Sommer nutzen dürfen. Was danach ist, kann der Kirchenpfleger nicht sagen. „Dann müssen wir mit unseren Veranstaltungen möglicherweise auf eine Lokalität ausweichen“, sagt er. „Aber das wollten wir eigentlich vermeiden.“

gab

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