Am Sonnenbichl sollen Mountainbike-Strecken mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden entstehen.
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Am Sonnenbichl sollen Mountainbike-Strecken mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden entstehen.

Konzept entwickelt

Viele Ideen für ein Mountainbike-Paradies am Sonnenbichl

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Wo im Winter Skisportler die Piste herunterbrettern, könnten sich im Sommer Mountainbiker tummeln. Ein Konzept für den Trailpark Sonnenbichl existiert bereits.

  • Trailpark als Sommernutzung von Sonnenbichl-Skizentrum.
  • Angebot soll Freizeitdruck auf benachbarte Gebiete reduzieren.
  • Initiative will Streckenbau in eigener Regie und ehrenamtlich stemmen.

Bad Wiessee – Konflikte zwischen Mountainbikern und Wanderern haben im Sommer für viel schlechte Stimmung gesorgt. Andreas Braun, Mountainbike-Tourenleiter bei der Alpenvereins-Sektion Tegernsee, ist überzeugt: Ein wirklich attraktiver Trailpark könnte die Situation sehr entspannen. Und was liegt näher, als steiles Gelände zu nutzen, das ohnehin schon dem Freizeitsport dient? Das Konzept, das Braun gemeinsam mit anderen Mountainbikern entworfen hat, sieht eine Sommernutzung des Christa-Kinshofer-Skizentrums am Sonnenbichl vor. Das Gelände gehört der Gemeinde Bad Wiessee, fürs Skizentrum hat es der Förderverein Schneesport gepachtet.

Andreas Braun ist Mountainbike-Tourenleiter beim Alpenverein.

Vier Trails mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden

Vier Trails mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden hat die Gruppe angedacht. „Wir wollen die komplette Mountainbike-Gesellschaft versorgen“, meint Braun. Sowohl Anfänger als auch absolute Könner sollen am Sonnenbichl auf ihre Kosten kommen. Zudem könnte auf einer ebenen Fläche noch ein sogenannter Pumptrack entstehen. Die jetzt skizzierten Routen seien aber nur beispielhaft gemeint, erklärt Braun. Auf keinen Fall wolle man Grundstückseigner vor den Kopf stoßen. Die Trails sollen auf Gemeindegrund angelegt werden. Nur sei aktuell nicht ganz klar, wo die Grundstücksgrenzen verlaufen, meint Braun. Auch der Naturschutz sei natürlich zu berücksichtigen. Den Streckenbau will die Initiative in eigener Regie und ehrenamtlich stemmen. Grob gerechnet würde der Trailpark ansonsten etwa 180.000 Euro kosten, schätzt Braun. Doch für den Sonnenbichl haben schon Experten kostenlos Unterstützung zugesagt, auch der Nachwuchs will kräftig anpacken. Zudem sind Sponsoren gesucht. Schon 2021, meint Braun, könnte das Vorhaben starten.

Druck auf andere Gebiete reduzieren

Dem Wiesseer Bürgermeister Robert Kühn hat Braun sein Konzept bereits vorgestellt – und ist auf offene Ohren gestoßen. „Ich finde die Idee interessant“, sagt Kühn. Wenn man eine attraktive Spielwiese für Mountainbiker schaffe, könne dies den Druck auf andere Gebiete reduzieren. Ein Trailpark am Sonnenbichl wäre „ein super Angebot“, findet Kühn. Noch stehe die Diskussion darüber aber erst ganz am Anfang.

Auch Wolfgang Rebensburg als Sprecher des Förderverein Schneesport hat das Konzept schon in Händen. Näher befasst habe sich der Vorstand damit noch nicht, meint er. „Aber es ist es wert, dass man es sich anschaut“, findet Rebensburg. Er halte den Gedanken, das Mountainbiken zu kanalisieren, für gut: „Es wird viel in der Natur herumgefahren.“ Auch der Förderverein selbst habe schon überlegt, wie eine Sommernutzung des Sonnenbichls aussehen könnte.

Kurse für Fahrtechnik möglich

Braun ist davon überzeugt, dass der Trailpark helfen wird, benachbarte Gebiete zu entlasten. Andernorts gemachte Erfahrungen zeigten, dass die Frequenz auf den Naturstrecken um etwa 50 bis 60 Prozent zurückgehe, heißt es im Konzept. Im Trailpark könnten Kurse für Fahrtechnik stattfinden, auch für Schulen biete sich eine Nutzung an. Anders als in Gmund, wo ein Bike-Spielplatz auf flachem Gelände für Kinder und Jugendliche geplant ist, verspricht der Trailpark am Steilhang auch echten Könnern Spaß.

Braun und sein Team würden die Anlage gern zum Projekt des Alpenvereins machen und denken über die Gründung einer eigenen Sparte Mountainbike nach. Allerdings ist in der Sektion noch Überzeugungsarbeit nötig. Der Vorstand müsse sich mit diesem Thema erst noch befassen, meint Sektions-Chef Rainer Toepel. Derzeit sei nichts spruchreif. Es gelte gut zu überlegen, ob ein Trailpark wirklich den gewünschten Effekt bringe, also die Natur entlaste – oder am Ende noch mehr Mountainbiker anziehe.

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