Auf dem Areal der Schule soll der neue Gebäudekomplex mit Kindergarten und Krippe entstehen. Der Sportplatz wird in diesem Zuge versetzt, die alte Kinderkrippe wird abgerissen.
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Auf dem Areal der Schule soll der neue Gebäudekomplex mit Kindergarten und Krippe entstehen. Der Sportplatz wird in diesem Zuge versetzt, die alte Kinderkrippe wird abgerissen.

Bau soll nächstes Frühjahr beginnen

Endlich mehr Betreuungsplätze: Planung fürs Kita-Zentrum in Bad Wiessee kommt voran

  • Gabi Werner
    VonGabi Werner
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An allen Ecken und Enden fehlt es im Tegernseer Tal an Betreuungsplätzen für die Kleinsten. Um Abhilfe zu schaffen, treibt die Gemeinde Bad Wiessee ihr Projekt „neues Kita-Zentrum“ voran.

Bad Wiessee – Dass sich Bad Wiessee in Sachen Kinderbetreuung neu aufstellen muss, ist seit Langem klar. Der katholische Kindergarten Maria Himmelfahrt ist laut TÜV-Gutachten nicht mehr sanierungsfähig, die Krippe viel zu klein geworden. Derzeit lindert man die größte Not mit einer Container-Behausung, in der zwölf zusätzliche Krippenplätze zur Verfügung stehen. „Die Lage ist talweit angespannt“, räumt Bürgermeister Robert Kühn (SPD) mit Blick auf die Betreuungsplätze ein. Zuletzt hatte Pfarrer Martin Weber berichtet, dass in den sieben Krippeneinrichtungen der evangelischen Kirchengemeinde etwa 80 Kinder auf der Warteliste stünden.

Im Dachgeschoss des neuen Kita-Zentrums entstehen Personalwohnungen

Bad Wiessee will mit dem Bau eines neuen Kita-Zentrums auf dem Schulareal nun endgültig Abhilfe schaffen. Die Eltern warten dringend darauf. In einem neuen Gebäudekomplex, der zum großen Teil auf dem Gelände des jetzigen Sportplatzes entsteht, sollen 100 Kindergarten- und 90 Krippenplätze entstehen. Dazu im Dachgeschoss etwa zehn Personalwohnungen. „Das war uns ganz wichtig“, sagt Kühn über die Wohnungen. Das mache das Projekt zwar wesentlich teurer, doch die Gemeinde komme damit ihrer Verantwortung nach, Wohnraum für Mitarbeiter zu schaffen.

Architekturbüro geht an Feinplanung fürs neue Kita-Zentrum Bad Wiessee

Was den Fortschritt des Projekts anbelangt, so zeigt sich der Bürgermeister zufrieden. „Es geht relativ zügig voran“, sagt er. Konkret heißt das: Die europaweite Ausschreibung ist mittlerweile abgeschlossen, für alle Gewerke wurden entsprechende Fachbüros gefunden und verpflichtet. Ein Architekturbüro aus Traunstein ist derzeit mit der Detailplanung beschäftigt und hat laut Bauamtsleiter Anton Bammer bereits erste Entwürfe vorgelegt. Demnach würde ein etwa 48 Meter langer Komplex, bestehend aus seitlich versetzten Baukörpern, entstehen. Bammer ist überzeugt: „Auf dieser Basis können wir sehr gut weiterarbeiten.“ Vermutlich in der September-Sitzung sollen die Pläne den Gemeinderäten vorgestellt werden.

Container-Krippe kann während der Bauzeit stehen bleiben

Der Sportplatz wird im Zuge des Baus versetzt, die marode Kinderkrippe der Gemeinde neben der Schule abgerissen. Läuft alles nach Plan, könnte im Frühjahr 2022 der Bau des neuen Kita-Zentrums beginnen. Die Behelfs-Krippe im Container kann während der Bauzeit stehen bleiben, so dass in der Entstehungsphase zumindest diese Plätze zur Verfügung stehen. Ansonsten hofft Kühn darauf, dass die Kleinsten derweil auch in den Krippen der Nachbargemeinden unterkommen. Im Gegenzug könne Bad Wiessee dann mit Krippenplätzen aushelfen, sobald der Neubau stehe. „Bei diesem Thema dürfen wir nur noch talweit denken“, fordert der Rathaus-Chef.

Kirchen übernehmen auch künftig Trägerschaft für Einrichtungen

Was nach Fertigstellung des neuen Kita-Zentrums mit dem alten Kindergartengebäude passiert, ist noch unklar. Gebäude und Grundstück gehören der katholischen Kirche, die auch Träger des neuen Kindergartens sein soll. Die Krippe bleibt – wie bisher – in Obhut der evangelischen Kirchengemeinde.

Lesen Sie hier: Kita-Neubau in Bad Wiessee: Debatte um Trägerschaft

Mit den Trägern sei man bezüglich des Neubaus in einem engen Austausch, berichtet Bammer. Schließlich wolle man eine optimale Nutzung der Räumlichkeiten erreichen. Unterdessen freut sich der Bürgermeister darüber, wie sich die Planung entwickelt: „Das wird ein guter, zweckmäßiger Bau mit allem, was wir wollten“, sagt Kühn. Ein Betreuungskonzept auf einem „zeitgemäßen, ganz neuen Level“.

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