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Die Tegernseer Turnhalle dient seit August 2015 als Flüchtlings-Unterkunft. Die Polizei musste seither mehrfach wegen Auseinandersetzungen anrücken. Im Mai wird die Halle nun endgültig geräumt.

Kriminalstatistik für 2015 vorgelegt

Notunterkünfte fordern die Polizei

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Bad Wiessee - Die großen Flüchtlingsunterkünfte am Tegernsee bedeuten auch eine Mehrbelastung für die Wiesseer Polizei. So haben 2015 die Fälle von Körperverletzung deutlich zugenommen. 

Es gibt keine großen Ausreißer in der Kriminalstatistik 2015. Die Wiesseer Polizei hat in ihrem Einzugsbereich – das Tegernseer Tal mit Waakirchen – gerade mal eine Zunahme um 18 Straftaten gegenüber dem Vorjahr registriert. Das ist ein Plus von 1,8 Prozent. Insgesamt gab es damit im vergangenen Jahr 1015 Delikte. Ein Durchschnittswert, betrachtet man die Statistik der zurückliegenden fünf Jahre.

Auch die Aufklärungsquote liegt mit 68,7 Prozent auf gleich bleibendem – und hohem – Niveau, wie die Polizei betont. Das Fazit, das Inspektionsleiter Wilhelm Sigel und die Bürgermeister am Donnerstag bei ihrem alljährlichen Sicherheitsgespräch zogen, lautete denn auch: „Rund um den Tegernsee lässt es sich gut und sicher leben.“

Eine positive Entwicklung gab es im vergangenen Jahr beispielsweise bei der Jugendkriminalität. So sind die Straftaten, die auf das Konto von 14- bis 18-Jährigen gingen, von 65 im Jahr 2014 auf 41 Fälle gesunken. Ein „signifikanter Rückgang“, wie es in der Statistik heißt. Insgesamt hat die Polizei Bad Wiessee im vergangenen Jahr 569 Tatverdächtige ermittelt, davon 73 Prozent Männer.

Auch der Anteil der ausländischen Straftäter wird aufgeführt: Er lag 2015 bei einem Wert von 28,5 Prozent. Das bedeutet einen Anstieg um zehn Prozent gegenüber 2014. Insbesondere bei den Körperverletzungen waren häufig Nichtdeutsche beteiligt. Insgesamt wurden 133 solcher Delikte aufgenommen – von den 121 beteiligten Tatverdächtigen waren 47 nicht im Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit.

Polizei und Gemeinde-Vertreter erörterten am Donnerstag die Sicherheitslage rund um den See.

„Hier handelt es sich aber meist nicht um Täter mit krimineller Energie“, macht stellvertretender Inspektionsleiter Roman Hörfurter deutlich. Vielmehr trugen sich viele dieser Auseinandersetzungen in den Notunterkünften zu – sie seien „eine logische Konsequenz aus der räumlichen Enge und der Leere im Tagesablauf“, heißt es.

So schlugen im Jahr 2015 alleine in den beiden größten Unterkünften in Tegernsee und Gmund 66 Einsätze zu Buche. Die Polizei spricht in diesem Zusammenhang von einem „kontinuierlich ansteigenden Einsatz- und Arbeitsaufwand“ für die Beamten. Aktuell sind im Zuständigkeitsbereich der Wiesseer Inspektion zehn Sammelunterkünfte mit 374 Migranten zu betreuen. Hinzu kommen kleinere Refugien, in denen nochmals etwa 100 Flüchtlinge leben.

Und noch weitere Entwicklungen offenbart die aktuelle Kriminalstatistik. Besonders auffällig: Die Fälle von Sachbeschädigung sind 2015 gegenüber dem Vorjahr um mehr als 13 Prozent zurückgegangen. Das heißt im Klartext: Während es die Wiesseer Polizei 2014 noch mit 109 solcher Fälle zu tun bekam, waren es im Vorjahr 94.

Einen Anstieg gab es bei den Eigentumsdelikten (plus zehn Prozent). Im Fünf-Jahres-Vergleich, so betont die Polizei, handle es sich bei den 280 Straftaten aber immer noch um einen durchschnittlichen Wert. Ebenso erhöht haben sich die Fälle von Einbrüchen in Wohnungen, Geschäften und Lokalitäten. Und auch bei den Betrugsdelikten (plus 14,8 Prozent, Aufklärungsquote 84,5 Prozent) und bei den Rauschgift-Delikten (38 Fälle mehr als 2014) ging’s nach oben.

Einen Rückgang verzeichnete die Polizei hingegen bei der Straßenkriminalität (minus vier Prozent), in deren Bereich auch der Vandalismus fällt. Im talweiten Vergleich war hier Rottach-Egern trauriger Spitzenreiter: In der Gemeinde gab es 14 Fälle von Vandalismus, der Gesamtschaden lag bei 11 670 Euro.

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