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Auch diesem bekannten Bau geht's 2016 an die Substanz: das Jodbad.

Ausblick: Neue Hotels - und große Hoffnungen

Die größten Projekte der Tal-Gemeinden für 2016

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    Christina Jachert-Maier
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Tegernseer Tal - Hotel, Hotels, Hotels: In fast allen Orten des Tegernseer Tals sind sie geplant. Vor allem in Bad Wiessee soll schnell Neues entstehen. Aber auch in Tegernsee und Gmund gibt’s große Pläne.

Bad Wiessee 

2016 dürfte für Bad Wiessee das Jahr der Baustellen werden. Die Gemeinde errichtet neben dem Bade-Park ein neues Jodschwefelbad, der Bau der Tegernsee Villen in Abwinkl beginnt, zudem entsteht ein Sporthotel mit 85 Zimmern an der Hirschbergstraße. Für letzteres ist zwar noch kein Bauantrag eingereicht, aber Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block) rechnet damit, dass Investor Günter Kurtz bald loslegt. Erst vor kurzem habe man Details besprochen. „Da ging es nur um Änderungen an der Fassade“, so Höß. 

Sehr beschäftigen wird die Gemeinde 2016 zudem die Planung künftiger Baustellen. Höß will den Bebauungsplan für das Premium-Grundstück am Ufer aufstellen: ehemalige Spielbank, Haus des Gastes, Hotel Wittelsbach und Hotel Lederer. Das gesamte Areal gehört seit kurzem dem Tegernseer Unternehmer Thomas Strüngmann. Ziel ist es, dort ein Luxushotel zu schaffen, flankiert von Läden und Büros. Zudem soll auch der Bebauungsplan für das jetzige Jodbadgelände fertig werden. Dort entsteht das Hotel der Sportclinic Germany mit 114 Zimmern. 

Daneben ist die Gemeinde aber auch gefordert, weitere Asylbewerber unterzubringen. Dabei will Höß keine Sammelunterkunft schaffen, sondern setzt darauf, Flüchtlinge dezentral, also in Wohnungen unterbringen zu können. „Da hoffe ich auf die Mitwirkung der Bürger“, erklärt Höß. 

Rottach-Egern 

Die größte Baustelle der Gemeinde Rottach-Egern im Jahr 2016 wird der Bauhof. Es handelt sich um einen Abriss und einen Wiederaufbau an gleicher Stelle. Und dies mit straffem Zeitplan: Im Dezember 2016 soll alles fertig sein. Geschätzte Kosten: 3,7 Millionen Euro. Im Frühjahr lässt die Gemeinde den größten Teil der bestehenden Gebäude in Kalkofen abbrechen. So entsteht eine freie Fläche von 1150 Quadratmetern. Auf dem Areal sind eine Werkstatt mit Schreinerei und Sozialräumen für die über 20 Bauhof-Mitarbeiter geplant. Zudem entstehen eine Fahrzeug- und eine Streuguthalle. 

Außerdem bringt die Gemeinde die Mautstraße Sutten auf Vordermann. Rund 600 000 Euro sind dafür zu berappen. „Wir hatten das eigentlich schon früher vor, mussten die Maßnahme aber verschieben“, erklärt Bürgermeister Christian Köck (CSU). Auch die Sanierung der Gemeindewohnungen will Köck anpacken. Zudem ist die Fertigstellung der Tiefgarage neben der Turnhalle vorgesehen. Mehr als alles andere dürfte die Gemeinde die Einrichtung der großen Flüchtlingsunterkunft am Birkenmoos beschäftigen. Neben dem Sportplatz wird im Februar eine Traglufthalle mit Küchencontainern aufgestellt. Sie bietet Platz für 120 Asylbewerber. Um den Flüchtlingen ihr Leben in der Halle erträglich zu machen, hat sich bereits ein Helferkreis formiert, der weitere Mitglieder sucht. 

Kreuth 

Die Gemeinde Kreuth will sich 2016 die Wanderwege vornehmen. „In diesem Bereich sind viele Investitionen geplant“, berichtet Bürgermeister Josef Bierschneider. Ein großes Thema wird aber auch der soziale Wohnungsbau sein. Es habe schon Gespräche mit Baugenossenschaften gegeben, erklärt Bierschneider. Daneben bewegt die Zukunft von Wildbad Kreuth die Gemeinde. Nachdem die Hanns-Seidel-Stiftung als Mieterin ausgestiegen ist, verhandelt Herzogin Helene in Bayern mit Investoren. Von der Herzogin wisse er, dass es einige Interessenten gebe, erklärt Bierschneider. Er sei optimistisch, dass es eine gute Lösung geben werden. 

Auf eine solche hofft er auch für die ehemalige Krankenanstalt in Kreuth. Sie steht nun schon seit 2008 leer. Der Eigentümer Benedict Mathews sei in Gesprächen mit Hotel-Investoren, sagt Bierschneider. Sollte sich ein Hotel realisieren lassen, wäre dies eine touristische Bereicherung für Kreuth. 

Tegernsee 

Gleich mehrere Hotel-Projekte stehen in Tegernsee in der Warteschleife. 2016 geht es darum, die Pläne dafür voranzutreiben. Priorität hat das Krankenhaus-Areal. Hier soll ein Hotel mit etwa 100 Zimmern entstehen, auf 7000 Quadratmetern ringsum sind Wohnungen geplant. 15 davon sollen nach dem Tegernseer Modell entstehen, das auch Familien mit Kindern begünstigt. „Die Ausarbeitung der Verträge mit dem Investor gestaltet sich schwieriger als gedacht“, begründet Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) die bisherige Verzögerung. 

Beim Almdorf wartet die Stadt darauf, dass bald ein Betreiber präsentiert wird, beim A-ja-Hotel hofft Tegernsee, dass sich die Investoren abschließend dazu äußern, ob sie ihr Projekt nun verwirklichen wollen oder nicht. Wie geht’s weiter mit dem Feuerwehrhaus? „Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust“, gesteht Hagn. Einerseits ist das Haus aus dem Jahr 1926 ein Schmuckstück, das er gerne erhalten möchte. Andererseits müsste man „sehr viel Geld“ investieren, um den heutigen Anforderungen gerecht zu werden. Die geplante Machbarkeitsstudie soll Klarheit bringen. Der Bauhof muss erweitert werden. Schon im Frühjahr wird sich zeigen, wie. 

Gmund 

Mit dem Bau eines Mittelklasse-Hotels mit etwa 75 Zimmern in Bahnhofsnähe wird sich die Gemeinde Gmund bereits im Frühjahr befassen. „Wir werden Gespräche mit potenziellen Investoren führen und gemeinsam einen Plan entwickeln“, kündigt Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) als eines der Hauptthemen für 2016 an. Der geplante Geh- und Radweg zwischen Dürnbach und Finsterwald soll kommen. Wann genau, entscheidet sich erst, wenn die Untersuchungen zum Hochwasserschutz des benachbarten Dürnbachs vorliegen. Erst, wenn der Weg tatsächlich gebaut wird, verschwinden auch die viel diskutierten und umstrittenen Baumstümpfe entlang der Straße. 

Und nochmal das Thema Straßenbau: Die Tölzer Straße wird saniert und damit der Gehweg, auf dem sich täglich Schülerströme bewegen. Preysing muss mit 21 Grundbesitzern verhandeln, damit sie diese Fläche für einen breiteren und damit sichereren Gehweg abtreten. Einen Meter ist er gerade mal breit, „2,50 Meter sind unser Wunschziel“, sagt Preysing. Der Bahnhalt in Finsterwald soll realisiert werden, die Sanierung von Gemeindewohnungen ist Pflichtprogramm. 

Waakirchen 

Erst vor kurzem hat die Gemeinde eine Wohnungsbaugesellschaft als Kommunalunternehmen gegründet. Jetzt soll so schnell wie möglich die Planung für ein Haus in Schaftlach mit sechs Wohnungen auf den Weg gebracht werden, das zunächst als Asylbewerberunterkunft dient und später Einheimischen günstigen Wohnraum bietet. Auch in Waakirchen soll ein solches Haus entstehen. Allerdings wird noch ein Grundstück gesucht. Zudem legt die Gemeinde 2016 ein neues Einheimischenprogramm auf. Es handelt sich um Bauplätze für zwei Doppelhäuser in Schaftlach und Waakirchen, die bereits baureif sind. Vorwärtbringen will Bürgermeister Sepp Hartl den Bau von Geh- und Radwegen. „Wir wollen die Verkehrssicherheit verbessern“, sagt er. Verbessern will er auch das Wasserleitungssystem, vor allem in Piesenkam.

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